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Kleine Selbstdarsteller im Internet

Die Kommunikation mit Bildern gewinnt immer mehr an Bedeutung, haben doch Soziale Netzwerke und Smartphones hier völlig neue Möglichkeiten geschaffen. Nicht umsonst kürte die englische Oxford-Dictionaries-Redaktion 2015 ein „Emoji“ zum Wort des Jahres. Fotoplattformen wie Instagram oder Snapchat erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Vor allem Kinder und Jugendliche nehmen bei dieser Entwicklung eine Vorreiterrolle ein und treiben diese stark voran. 

Die Initiative Saferinternet.at, koordiniert vom ÖIAT in Kooperation mit der ISPA, beauftragte das Institut für Jugendkulturforschung mit einer Studie zum Thema „Der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Bildern im Internet“. Bei dieser repräsentativen Online-Umfrage wurden 407 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren zu ihrem Umgang mit Bildern im Internet befragt. Zusätzlich wurde mit 100 Kindern von 8 bis 10 Jahren zu diesem Thema in Workshops gearbeitet. 

Das Internet hat sich als wichtiger Teil der kreativen Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen etabliert. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders Bilder dabei eine große Rolle spielen: Bereits 88 Prozent der Jugendlichen veröffentlichen pro Woche zumindest ein Foto oder Video im Internet. Mehr als ein Drittel (35 %) teilt wöchentlich sogar mehr als zehn Bilder in Sozialen Netzwerken. Auf häufigsten wird WhatsApp zum Teilen von Bildern genutzt (89 %), gefolgt von Facebook (56 %). Dahinter liegen bereits die Bilder-Netzwerke Instagram (51 %), Snapchat (39 %) und YouTube (13 %). Besonders auffallend: Instagram wird von doppelt so vielen weiblichen wie männlichen Jugendlichen genutzt. Bei Snapchat ist dieser Unterschied sogar noch größer (58 % zu 22 %). 

Mehr als nur Schnappschüsse
Jugendliche stecken viel kreative Energie in das Erstellen von Bildern, ihre Ansprüche an Fotos und Videos sind hoch. Neun von zehn Jugendlichen (89 %) haben zumindest schon einmal Fotos oder Videos digital bearbeitet, fast die Hälfte (47 %) macht dies regelmäßig vor dem Posten. Die beliebtesten Motive der Jugendlichen sind dabei sie selbst (68 %), dicht gefolgt von „Freunden“ (57 %) und „besonderen Momenten“ aus ihrem Leben (49 %), als auch „Lustiges und Originelles“ (49 %). „Jugendliche testen mit Bildern, wie sie auf andere wirken, und zeigen, wo sie dazugehören möchten und wovon sie sich abgrenzen. Die Selbstdarstellung mit Hilfe von Fotos und Videos in Sozialen Netzwerken nimmt eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung von Jugendlichen ein“, so Bernhard Jungwirth, Saferinternet.at-Koordinator.

Bilder und Emojis sagen mehr als 1000 Worte
Jugendliche sind auch Vorreiter, wenn es darum geht sich mit Bildern nicht nur zu präsentieren, sondern auch online zu unterhalten. Wenn sich Jugendliche beispielsweise mitteilen „wie es ihnen geht“, verwenden bereits sieben von zehn Jugendlichen am liebsten Texte mit Emojis (70 %), 17 Prozent Fotos oder Videos zusammen mit Text und jeder Zehnte postet ein Selfie.
Emojis sind also ein gutes Beispiel dafür, dass Texte und Bilder in der Online-Kommunikation immer häufiger kombiniert werden. Auf Platz 1 der Emoji-Hitliste von Österreichs Jugendlichen liegt dabei das lachende Gesicht mit Freudentränen, bei den Kindern das Gesicht mit Kussmund und Herz.  

Herausforderung Urheberrecht
Das aktuelle Urheberrecht ist dabei für Jugendliche eine große Herausforderung. Jeder Dritte kennt sich laut eigenen Angaben nicht ausreichend damit aus. 38 Prozent der Jugendlichen haben sogar Angst davor, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, wenn sie fremde Inhalte aus dem Internet bearbeiten. Dabei ist gerade das Bearbeiten und kreative Neugestalten von Inhalten anderer ein wichtiger Bestandteil der Netzkultur und der Online-Kommunikation. Maximilian Schubert, Generalsekretär des Saferinternet.at-Partners ISPA, fordert deshalb: „Das Urheberrecht muss internetfit gemacht und vereinfacht werden. Es kann nicht sein, dass mehr als ein Drittel aller jungen Userinnen und User Angst haben gesetzeswidrig zu handeln, wenn sie das tun, was Netzkultur ausmacht – nämlich Inhalte kreativ weiterzubearbeiten und zu verbreiten.“ Die ISPA macht sich daher für eine Vereinfachung des komplizierten Urheberrechtes stark, die Weiterbearbeitung (sog. „Mash-ups“) soll erleichtert werden. 

Foto: Fotolia

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