DNA

Sind Sie und Ihr Partner genetisch füreinander bestimmt?

Die Liebe geht manchmal seltsame Wege. Nun könnte ein neuer hinzukommen: Die Schweizer Firma GenePartner will Menschen mittels ihrer genetischen Kompatibilität zusammenführen. Motto: „Liebe ist kein Zufall.“ Mit einer DNA-Analyse, die sich vor allem auf die Untersuchung der HLA-Gene konzentriert, soll der Suche nach dem perfekten Lebenspartner auf die Sprünge geholfen werden. Wer eine derartige Untersuchung machen lässt, bekommt eine GenePartner-ID. Durch den Vergleich zweier GenePartner-IDs soll ersichtlich sein, ob die beiden Menschen hinter den genetischen Codes gut  zusammenpassen, ob sie zusammen die genetischen Voraussetzungen für eine perfekte Beziehung inklusive Treue, tollem Sex und gesunden Kindern

haben – oder nicht.

Wollen wir miteinander GEN?

Das Service richtet sich nicht nur an Singles. Auch Paare können via Gentest überprüfen lassen, ob sie eine „gute Basis für ein bereicherndes und erfülltes gemeinsame Leben haben“, wie es auf der Firmenhomepage heißt. Sind Sie und Ihr Partner wirklich füreinander bestimmt? Sie brauchen bei GenePartners nur ein Testset anfordern und anschließend eine Speichelprobe in die Schweiz schicken. Kostenpunkt: 199 $ pro Person. Das Ergebnis wird grafisch in einem Ampelsystem dargestellt: je mehr Grün, desto besser. GenePartner hat im Juli dieses Jahres den Betrieb aufgenommen, rund 300 Kunden aus ganz Europa sollen sich bereits eine GenePartner-ID zugelegt haben. Von Wissenschaftlern wird das Verfahren eher skeptisch beurteilt: „Was die Firma macht, hat zum jetzigen Stand keine ausreichende wissenschaftliche Fundierung“, meint Univ.-Prof. Dr. Michael Breitenbach, Leiter des Instituts für Genetik und Allgemeine Biologie an der Universität Salzburg. In Zukunft könne es möglicherweise eine solide wissenschaftliche Grundlage für das Verfahren geben. „Jetzt ist es aber eine totale Überinterpretation vorliegender Daten“, so Breitenbach.

Liebe geht durch die Nase

„Es ist durchaus verständlich, dass einige Wissenschaftler skeptisch sind“, meint Joelle Apter, Humangenetikerin und Vice Managing Director bei GenePartner. „Wir können ja unsere Studie nicht publizieren, weil dadurch Nachahmer ein Leichtes hätten, das Gleiche zu machen.“ Der GenePartner-Test sei einzigartig. „Die Formel funktioniert, und das ist die Hauptsache“, so Apter. Das GenePartner-Projekt ist durch ein bekanntes Experiment von Claus Wedekind inspiriert worden. Der Schweizer Wissenschaftler ließ Mitte der 1990er Jahre Frauen an T-Shirts schnuppern, die zuvor drei Tage und drei Nächte lang von Männern getragen wurden, die weder duschen, noch Parfüms oder Deo verwendet durften. Wedekind hatte zuvor von allen männlichen und weiblichen Probanden DNA-Proben entnommen und die HLA-Gene analysiert. Das Ergebnis des Versuchs wird seither immer wieder zitiert, wenn es darum geht, warum man jemanden „riechen“ kann oder nicht, und dass Liebe auch „durch die Nase“ gehen kann.

Gegensätze ziehen sich an

Das Ergebnis von Wedekinds Experiment zeigt: Je mehr sich die HLA-Gene der Männer von jenen der Frauen unterschieden, umso attraktiver fanden die Frauen den Duft. „Es hat in den letzten Jahren einige Publikationen gegeben, die darauf hindeuten, dass sich Partner umso attraktiver finden, je verschiedener ihre HLAAusprägungen sind“, meint Univ.-Prof. Mag. Dr.Gernot Achatz, Molekularbiologie an der Universität Salzburg. „Es hat bisher aber noch niemand den wissenschaftlichen Beweis erbracht, inwieweit HLA-Proteine mit Geruchsrezeptoren zusammenspielen.“ Seine Meinung zum GenePartner-Modell: „Da noch keine harten wissenschaftlichen Beweise vorliegen, würde ich bei der Partnersuche die traditionellere Variante bevorzugen.“ „Es ist bekannt, dass Unterschiedlichkeit in den Immungenen ein Faktor dafür ist, warum wir uns von einer Person angezogen fühlen“, meint Joelle Apter. Und fügt hinzu: „Bei GenePartner haben wir aber noch weitere genetische Muster gefunden, die bei Paaren häufiger vorkommen als bei Nichtpaaren.“ GenePartner habe über 400 Paare untersucht, die zwischen fünf und 30 Jahren zusammen sind. Dabei seien spezifische Genmuster gefunden worden, die bei diesen Paaren signifikant häufiger vorkommen als bei Nichtpaaren. „Daraus konnten wir schließen, dass diese spezifischen Genkombinationen für eine lang andauernde Partnerschaft essenziell sind“, so Apter. „Andere Studien haben gezeigt, dass die genetische Kompatibilität auch für ein gutes Sexualleben verantwortlich sein kann.“

Mr. und Mrs. Perfect harmonieren doppelt

GenePartner wurde eigentlich konzipiert, um die Suche nach einem Partner in einer Online-Partnervermittlungsseite zu optimieren. Die Grundidee: Trifft jemand auf der Website einer Online-Partnervermittlungsagentur einen User oder eine Userin mit einer GenePartner- ID, können die beiden eruieren, ob sie biologisch beziehungsweise genetisch zu dieser Person passen. Das soll Menschen auf Partnersuche dabei helfen, leere Kilometer zu vermeiden. Mit der GenePartner-ID soll es einem erspart bleiben, immer wieder nach zeitraubendem E-Mail-Small-Talk beim ersten Date zu merken, dass hier das gewisse Etwas fehlt. „Mit genetisch hoch kompatiblen Menschen empfinden wir dieses seltene Gefühl der perfekten Chemie“, erklärt Apter. „Das ist die rezeptive und begrüßende Antwort unseres Körpers, wenn Immunsysteme harmonisieren und zusammenpassen.“ Joelle Apter (GenePartner- ID 1150024-89) hat auch sich selbst und ihren Gatten „testen“ lassen. Der Test brachte dem Ehepaar Apter zwei von drei grünen Lämpchen, was eine Kompatibilität knapp unter dem höchst möglichen „Sehr Gut“ bedeutet. „Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, was gewesen wäre, wenn. Schließlich weiß ich ja, dass der Test funktioniert und ich weiß auch, dass wir gut zusammenpassen“, sagt Apter und fügt hinzu: „Die Genetik ist ja nicht das Einzige, das stimmen muss.“ Hinweise auf Hobbys, Interessen, Weltanschauung und Lebensplanung kann die Genanalyse nicht liefern. „Ich würde sagen, zu 50 % spielen diese sozialen Faktoren in der Partnerwahl eine Rolle“, sagt Apter. „Die anderen 50 % sind Biologie. Und ‚Mister Perfect‘ passt sowohl genetisch als auch sozial gut bis sehr gut zu Ihnen.“

 

Kommissar DNA im Liebeseinsatz: Lässt die Struktur unserer Gene Rückschlüsse auf unsere Beziehungskompatibilität zu?

DNA
Die Desoxyribonukleinsäure (kurz DNA oder DNS) ist ein phosphor- und stickstoffhältiges Molekül und die Trägerin der Erbinformation. Basierend auf den Informationen, die in einer bestimmten Form, dem genetischen Code, in der DNA enthalten sind, werden Proteine produziert.

HLA
Das humane Leukozytenantigen-System (HLA-System), auch bezeichnet als „humaner Haupthistokompatibilitätskomplex“ (MHC), umfasst eine Gruppe von Genen, die Proteine codieren. Diese Proteine sind vor allem für die Immunerkennung und die immunologische Individualität von Bedeutung.

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