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Auch Promis bekommen Schnupfen

Johann Wolfgang von Goethe:
Der große Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe starb an den Komplikationen einer Erkältung (grippaler Infekt), die er sich wohl beim Verlassen seines stets überheizten Arbeitszimmers auf dem zugigen Flur zugezogen hatte. Als der sonst noch erstaunlich rüstige 82-Jährige am nächsten Tag über Schlaf- und Appetitlosigkeit, trockenen Husten, Schüttelfrost und Fieber klagte, rief man schon frühmorgens seinen Leibarzt. Dr. Carl Vogel versuchte, die Erkrankung durch pflanzliche Mittel wie Baldrian, Kamillenblüten, Pfefferminzkraut, Arnika und Kampfer zu bekämpfen. Zudem verordnete er Pulver von Goldschwefel und Zucker. Zunächst sah es so aus, als ob Goethe die Erkrankung gut überstehen würde: Die Krankheitszeichen gingen in den folgenden Tagen zurück, er aß etwas Graupenschleim und Grießsuppe und empfing ausgewählte Besucher. Doch die Besserung hielt nicht lange an, die Symptome verschlimmerten sich plötzlich drastisch. Am 22. März 1832 verstarb Goethe gegen Mittag in seinem Lehnstuhl sitzend. „Mehr Licht“, sollen die letzten Worte des großen Dichters gewesen sein.

Galileo Galilei:
An zwei Erfindungen, die für die moderne Wissenschaft und die ärztliche Diagnose unerlässlich sind, war der Italiener Galileo Galilei maßgeblich beteiligt. 1610 verbesserte er eine Erfindung der Holländer Zacharias und Hans Jansen entscheidend: Sie hatten schon Ende des 16. Jahrhunderts ein Mikroskop mit zwei hintereinander gesetzten Linsen gefertigt – zuvor hatte man Vergrößerungsgläser nur mit einer Linse versehen. Galilei prägte auch in seiner Eigenschaft als Mitglied der römischen „Accademia de Lincei“, einem exklusiven Zusammenschluss von Wissenschaftlern, den Begriff „microscopium“. Damit war der Grundstein zur Entwicklung des Elektronenmikroskops im Jahr 1940 gelegt. Mit ihm konnten Erkältungsviren erstmals sichtbar gemacht werden. Bereits über Jahrtausende hatten die Heilkundigen beobachtet, dass sich Fieber durch Temperaturschwankungen im Körper zeigte. Objektiv messen konnte man diese Wärmeentwicklung jedoch nicht. Erst Galileo stellte fest, dass sich die Dichte von Flüssigkeiten bei verschiedenen Temperaturen veränderte. 1593 baute er ein Messinstrument, das die Ausdehnung und das Zusammenziehen eines Gasvolumens nutzte. Dieses erste „Thermometer“ war sehr einfach und ungenau, beschritt aber einen völlig neuen, bahnbrechenden Ansatz. Das erste Quecksilberthermometer, das in ähnlicher Form auch heute noch als Fieberthermometer zum Messen der Körpertemperatur Verwendung findet, wurde 1714 vom deutschen Physiker Daniel Fahrenheit entwickelt.

Ringo Starr:
Eine Erkältung hat womöglich maßgeblichen Anteil an der Karriere der Beatles gehabt. Ringo Starr (bürgerlicher Name: Richard Starkey), der spätere Schlagzeuger der „Fab Four“, war schon in seiner Kindheit recht kränklich. In seiner Jugend bekam er eine Erkältung, die sich kurz darauf zu einer Rippenfell- und einer Lungenentzündung ausweitete. Der Junge versäumte ganze zwei Jahre lang den Schulbesuch, lernte nicht richtig schreiben und lesen. Er hielt sich nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit Gelegenheitsjobs über Wasser, machte schließlich noch eine Schlosserlehre und besuchte die Abendschule.
Doch der große berufliche Erfolg wollte sich nicht recht einstellen. Mit 17 Jahren bekam Ringo Starr von seinem Vater ein Schlagzeug geschenkt – und entdeckte seine wahre Leidenschaft. Der Rest ist Musikgeschichte: Die Beatles hatten sich unter anderem durch ihre legendären Auftritte im Hamburger „Star Club“ einen Namen gemacht. In Hamburg lernten sie auch Ringo kennen und boten ihm 1962 einen Job als Schlagzeuger an. So wurde der kränkliche Junge aus Liverpool zusammen mit John Lennon, Paul McCartney und George Harrison zu einer Ikone der Musikwelt. Und wäre da nicht 1953 diese verflixte Erkältung gewesen, die eine solide Schulbildung verhinderte - vielleicht wäre er Lehrer, Buchhalter oder Postbeamter geworden?


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Auch Promis bekommen Schnupfen

„Queen Mum“:
Die Mutter von Königin Elizabeth II., von den Briten liebevoll „Queen Mum“ genannt, verstarb im Alter von 101 Jahren an den Komplikationen einer Erkältung. Sie hatte sich die Atemwegsinfektion in der Vorweihnachtszeit 2001 zugezogen und konnte sie nicht so recht auskurieren, eine schwere Bronchitis kam hinzu. Am 30. März 2002 erlag sie schließlich den Folgen der Erkrankung.

Richard Strauss:
An Erkältungen hat der deutsche Komponist Richard Strauss sicher nicht gedacht, als er 1890 seine berühmte symphonische Dichtung „Tod und Verklärung“ schuf. Viele Musiktherapeuten loben das Werk als förderlich für das Wohlbefinden, beruhigend und entspannend. Doch viele Dirigenten geraten schon beim Gedanken daran, das Opus in den Wintermonaten aufzuführen, an den Rand der Verzweiflung. Der Grund liegt in den extrem leisen Passagen, die von kranken Konzertbesuchern durch Husten und Schnupfen oft klar übertönt werden. In Musikerkreisen wird die Komposition daher auch unter dem Namen „Tod durch Erkältung“ gehandelt.

William H. Harrison:
Aufgrund einer Erkältung ging William Henry Harrison mit der kürzesten Amtszeit und als erster amerikanischer Präsident, der im Amt gestorben ist, in die Geschichte ein. Seine „Inaugural Adress“, die Rede zur Amtseinführung, hielt Harrison im kalten und regnerischen März 1841 über eineinhalb Stunden lang ohne Hut und Mantel und zog sich eine starke Erkältung zu. Da sich der neu gewählte Präsident nicht schonen wollte, kurierte er die Erkrankung nicht aus; sie mündete schließlich in einer Lungenentzündung. Nur 31 Tage nach Amtsantritt, am 4. April 1841, verstarb William Harrison an den Folgen der Erkältung. Nachfolger und zehnter Präsident der Vereinigten Staaten wurde sein Vizepräsident John Tyler.

Tempo:
Der unentbehrliche Begleiter jeder Schnupfennase ist der Klassiker unter den Papiertaschentüchern – das Tempo- Taschentuch. Bereits vor 2.000 Jahren wurden in China Einwegtaschentücher aus Hanfpapier gefertigt. Das Zellstofftaschentuch wurde erst im 19. Jahrhundert erfunden. Am 29. Januar 1929 meldeten die Vereinigten Papierwerke Nürnberg das Patent für das erste deutsche Papiertaschentuch unter dem Markennamen „Tempo“ an. Der einprägsame Name entsprach ganz dem Zeitgeist der 20er Jahre. Die neue Entwicklung kam bei den Verbrauchern hervorragend an, schon vier Jahre nach der Markteinführung wurden bereits 35 Millionen Tempo-Taschentücher produziert – und noch von Hand gefaltet! Im Jahre 2004 – das Tempo-Taschentuch feierte seinen 75. Geburtstag – wurden rund 20 Milliarden „Tempos“ für die Verbraucher in aller Welt hergestellt. Hätten Sie gedacht, dass statistisch gesehen jeder Deutsche pro Tag ein Papiertaschentuch benutzt?
Mit neuen Entwicklungen wie dem besonders sanften „Tempo Plus“ oder dem frischen „Tempo Menthol“ sorgt die Traditionsmarke dafür, dass die bei einer Erkältung ohnehin geschundene Nase gepflegt und befreit wird.