giblinge

Kinderbücher von Schlagerstar Roland Kaiser

Roland Kaiser ist einer der beliebtesten deutschsprachigen Sänger. Was nur die wenigsten wissen: Er ist auch Kinderbuch-Autor. Mit BabyExpress sprach er über darüber, warum er seine phantastischen Ideen gerne auf Papier bringt und was seine Kinder davon halten.

BabyExpress: Wie kamen Sie als erfolgreicher Sänger auf die Idee, Kinderbücher zu schreiben?

Roland Kaiser: Da ich als Sänger auch Liedtexte schreibe und ich zudem mehrfacher Vater bin, lag das für mich nahe. Ich hatte schon länger mit dieser Idee gespielt.

 Warum haben Sie Ihre Figuren „Giblinge“ und „Nimmlinge“ getauft? Haben Sie sich manche Eigenschaften bei Leuten, die Sie kennen abgeschaut?

Wir alle kennen solche Menschen – die Welt ist doch aufzuteilen in gut und böse, in Menschen, die geben und solche, die nehmen. Die Giblinge haben klare soziale Strukturen. Für sie gilt: Meine Freiheit endet da, wo die Freiheit der anderen beginnt. Die Nimmlinge haben solche Gesetze nicht. Sie leben nicht in einer Gemeinschaft, sondern in Höhlen. Und das Recht ist immer bei dem, der stärker ist. Ich hoffe, dass die Kinder aus den Geschichten lernen, dass das so nicht funktioniert.

Wo sehen Sie sich bei dieser Einteilung?

Ich bin eher ein Gibling. Ich gebe gern ab, teile und lebe in sozial vernünftigen Ordnungen. Ich versuche nicht, wie die Nimmlinge es tun, andere zu übertölpeln oder ihnen etwas wegzunehmen.

Haben Sie sich die Figuren beim Schreiben so vorgestellt, wie der Zeichner sie umgesetzt hat?

Wir haben erst geschrieben und daran anschließend in langen Gesprächen mit dem Illustrator die einzelnen Charaktere herausgearbeitet. Wir haben uns als dabei Orientierungshilfe mit Gesichtern von Menschen beholfen, die wir alle kennen.

Wo leben denn Ihre Giblinge und Nimmlinge? 

Wenn man Richtung Nordkap fährt, zwei Stunden weiter, links runter auf der rechten Seite – dort leben die Giblinge und Nimmlinge. Aber man findet sie nur, wenn man ein Kind ist - oder Kind geblieben ist. Man muss sich schon eine gehörige Portion Kindlichkeit bewahrt haben.

Wie reagierten Ihre Kinder auf die Giblinge-Bücher und -Hörspiele?

Wenn man eigene Kinder hat, merkt man sehr schnell, ob man gut schreibt oder nicht. Meine Kinder fanden sie riesig und lachten sich scheckig. Ich habe das Gefühl, wir haben die Kinderseelen getroffen. Die Erwachsenen, die unsere GIBLINGE schon kennen, amüsierten sich auch.

Haben Sie Ihren Kindern die Giblinge vorgelesen oder hörten sie die Hörspiele?

Vorlesen hat mir schon immer Spaß gemacht. Weil es mich zwingt, runter zu kommen, das Tempo herunterzuschrauben und mich auf die Kinder, ihre Reaktionen und  Fragen zu der jeweiligen Geschichte zu konzentrieren. Aber das Vorlesen wird in vielen Familien leider immer seltener. Meine Kinder lesen mittlerweile fast lieber selbst.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Sprecher des Hörspieles ausgewählt? Sind es Freunde, Bekannte, namhafte Schauspieler?

Wir haben gute Schauspieler mit prägnanten Stimmen ausgesucht. Der Promifaktor spielte dabei keine Rolle.


Wie werden die Hintergrund-Geräusche eines solchen Hörspieles produziert? Gibt es interessante Tipps, die Sie verraten dürfen?

Um die 90 Prozent wurden von einem traditionellen Tonfilmgeräuschemacher aus dem Großraum Berlin produziert, der Rest wurde elektronisch eingespielt.


Würden Sie sich in Akkrolam wohl fühlen? Könnten Sie sich vorstellen dort zu wohnen?

 Ja, sauwohl.


Welche Figuren glauben Sie, sind bei den Kindern beliebter? Die heldenhaften Giblinge oder die eher fiesen und tollpatschigen Nimmlinge?

Die Nimmlinge sind ja nicht so fies, dass man sie nicht mögen könnte. Bei uns in Westfalen sagt man zu Typen wie denen „Fliegenfuß“. Die Nimmlinge machen mit ihrer Art den Kindern extrem viel Spaß, weil bei ihnen auf liebenswerte Weise auch mal was schief geht.


Was ist das Besondere an diesen Geschichten?

Georg Babetzky, mein Freund und Co-Autor, und ich haben leise Töne gewählt. Frei von Anglizismen. Bei uns ist nichts cool. Durch die GIBLINGE sollen die Kinder den Reichtum der deutschen Sprache zurückgewinnen.


Haben Sie ausreichend Zeit für Ihre Familie, wenn Sie nun schreiben und singen?

Selbstverständlich. Ich arbeite und schreibe zuhause, wenn ich nicht als Sänger auf der Bühne stehe.


Haben Sie Ideen oder Erlebnisse Ihrer Kinder in die Geschichten eingebaut?

Nein.


Muss man mit Kinderaugen sehen oder mit ihren Ohren hören, um erfolgreiche Geschichten entwickeln zu können?

Ich glaube, das muss man können. Sonst schreibt man an Kindern vorbei und erreicht sie nicht. Man sollte in der Lage sein, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen, ohne alles gleich nach dem Wahrheitsgehalt oder Machbarkeit zu hinterfragen.



Als Sänger waren Sie schon oft im Tonstudio. Gibt es als Sprecher Unterschiede? Muss man als Sprecher neu Lesen „lernen“?

Ja, ich musste zum Beispiel lernen, mich in meinem Tempo zurückzunehmen und bewusst langsamer und deutlicher zu sprechen.



Die Bücher sind sehr aufwendig illustriert. Von wem stammt die Idee, sich durch Handzeichnungen von computeranimierten Comics zu distanzieren?

Vom gesamten Team. Wir finden Handzeichnungen einfach schöner, ansprechender, persönlicher.

 
Was ist das Schöne, das Besondere daran, Hörspiele für Kinder zu machen?

Sie regen die Phantasie der Kinder an. Wie ein Art Kopfkino. Jeder kann sich seinen Helden, jede einzelne Szene selber gestalten und ausmalen, ganz individuell nach den eigenen Vorlieben und Vorstellungen.

 

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