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Hund 1cynoclub - Fotolia.com Kopie

Gefährliche Kläffer oder harmloser Hund?

Im schlimmsten Fall einen bissigen Übergriff auf Unschuldige – mit allen Konsequenzen.

Wer viel Zeit im Freien verbringt, hat bestimmt auch schon Erfahrungen mit aggressiven, unerzogenen Hunden gemacht. Sie springen, knurren, manchmal greifen sie sogar an. Radfahrer, kleine Kinder oder Erwachsene beim Spazieren gehen, jeden Tag gibt es neue Opfer von Beißattacken und -unfällen durch Hunde, deren Besitzer dieses Verhalten nie von ihren ansonsten so „braven“ und vermeintlich wohlerzogenen Lieblingen erwartet hätten.

 Tiermediziner wissen: Die Ursache liegt oft gar nicht beim Hund selbst, sondern am oberen Ende der Leine, falls der Hund überhaupt eine trägt.

Zwar herrscht vielerorts allgemeine Leinenpflicht, doch nicht immer – speziell in ländlichen Regionen – wird diese eingehalten. „Und das ist auch gar nicht unbedingt nötig,“ sagt Ute Kordt, ausgebildete Hundeerzieherin und Leiterin des Projektes „Harmonisches Hundetraining“. Sie ist sich sicher, dass ein positiver Umgang und die richtige Erziehung der Hunde die Schlüssel zur Lösung der Probleme sind: „Oft liegt es an der falschen Erziehung, die den Hund dazu veranlassen aggressiv gegenüber Menschen zu werden.

Vor allem Hunde, deren Hundehalter über nicht genügend Sachkunde verfügen, reagieren bei Stresssituationen aggressiv. Hunde, die eine harmonische Erziehung genossen und deren Halter einen guten Einfluss auf sie ausgeübt haben, sind bei Interaktionen viel entspannter und können so in Alltagssituationen mit Joggern und Radfahrern gelassen reagieren.“



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Gefährliche Kläffer oder harmloser Hund?

Positive Worte statt Bestrafung
Früher wurden Hunde bestraft, sobald sie etwas falsch gemacht haben. In den letzten Jahren hat bei Hundeerziehern und –trainern ein Umdenken stattgefunden. 

„Erst mit einer positiven Hundeerziehung erlangen die Hundehalter und ihre Hunde das Wissen und Können mit vielfältigen Alltagssituationen locker und entspannt umzugehen. Der Schwerpunkt beim Harmonischen Hundetraining liegt in einem individuellen Hundetraining für das jeweilige Mensch/Hund-Team. Hierfür gibt es acht Basisübungen, die jeder mit seinem Hund durchführen kann. Sie helfen im Alltag und machen beiden Spaß.

 Auf der Webseite www.harmonischeshundetraining.de zeigt die Tierexpertin mit Hilfe von Videos, wie Hundebesitzer ihren Hund mit Spaß und Freude besser erziehen und so Unfälle vermeiden können.



Tipps zur Vermeidung von Beißattacken
• Keine fremden Hunde streicheln ohne den Besitzer zu fragen


• Einen Hund niemals von hinten anfassen


• Einen Hund nie bedrängen oder nachgehen, wenn er zurückweicht
• Einem Hund nie lange in die Augen sehen oder anstarren (dadurch könnte sich der Hund bedroht fühlen)


• Nicht davonrennen: Viele Hunde haben großes Interesse an sich bewegenden Lebewesen – Im schlimmsten Fall könnte es der Hund als Beute ansehen


• Vermeide den Hund zu irritieren, beispielsweise durch lautes anschreien, dadurch könnte der Hund aggressiv reagieren