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Wenn das Morgen in den Sternen steht

Das Kinderhospiz Sterntalerhof bietet Familien mit schwerkranken Kindern Unterstützung.

„Irgendwann droht die Familie auseinander zu brechen”, so der Gründer des Sterntalerhofs Peter Kai, der als Seelsorger in Spitälern wie St. Anna und AKH 20 Jahre lang miterlebt hat, wie tief die schwere Erkrankung eines Kindes die gesamte Familie erschüttert. Nach dem Krankenhausaufenthalt fühlen viele Eltern sich überfordert, weil die therapeutische Hilfe von einem Tag auf den anderen endet. Kai erkannte die Notwendigkeit für eine „Brücke“ in den Alltag. Zusammen mit Regina Heimhilcher, die als Voltigiertrainerin um die positive Wirkung ihrer Tiere wusste, gründete er 1998 den Sterntalerhof im Südburgenland, ein Kinderhospiz.

Familien müssen erst wieder auf die Füße kommen

„Wir wollen diesen Familien, denen buchstäblich über Nacht der Boden entzogen wurde, eine Herberge bieten, wo sie wieder auf die Füße und in den Alltag kommen“, so Geschäftsführer Mag. Harald Jankovits, der 2006 die Herausforderung annahm, den Sterntalerhof von einer Privatinitiative zu einer nachhaltigen Organisation zu entwickeln. Einst in einem kleinen „Bauernhöfle“ untergebracht, bietet die neue Anlage in Loipersdorf-Kitzladen gute räumliche Infrastruktur, bestmögliche organisatorische Rahmenbedingungen und ein fachkundiges Team, wobei persönliche und herzliche Atmosphäre unter den professionellen Strukturen nicht gelitten haben. „Die Unterkunft wurde als Familienwohneinheit geplant, nicht als Patientenzimmer mit Begleitpersonen“, erklärt Jankovits. Es gehe nicht primär um das erkrankte Kind, alle belasteten Familienmitglieder würden wahrgenommen und unterstützt.

„Ihr seid die Experten für euer Leben“

Auch und gerade wenn für Familien mit schwerkranken Kindern am Ende eines beschwerlichen Weges der Abschied von einem geliebten Menschen steht, bietet der Sterntalerhof Herberge. Im Zuge des Vorbereitungsprozesses wird für jeden Fall ein individueller Therapieplan erstellt, wobei die Familie stets eigenverantwortlich bleibt. Nach noch so vielen gesammelten Erfahrungen, könne man die Betroffenen doch nur zu einem Bruchteil wirklich verstehen – „Wir wollen zeigen: ,Ihr seid Experten für euer Leben, wir reichen euch einen roten Faden zur Hand‘“, sagt Jankovits. Der rote Faden für einen Tag am Sterntalerhof beinhaltet drei Fixpunkte, den Morgenkreis, im Zuge dessen der Tagesplan mit dem Betreuungsteam besprochen und aktualisiert wird, das gemeinsame Mittagessen und schließlich das Hereinholen und Versorgen der Pferde.

Von Pferden getragen

Ob Einzel- oder Gruppen-, Musik-, Tanz- oder Maltherapie, das Angebot an professioneller Unterstützung ist vielfältig, wobei die Arbeit mit Pferden nach wie vor vordergründig ist. Auf dem Rücken von Stanzi oder Summer zu sitzen, schafft Vertrauen und macht erfahrbar, dass man auch in schwersten Zeiten „erträglich“ ist für ein Gegenüber, das nicht urteilt oder bemitleidet, auch keine Ratschläge gibt. Familien können auf das interdisziplinäre Team aus Therapie und Pädagogik, Psychologie und Seelsorge vertrauen und in ruhiger Atmosphäre Gefühlen wie Angst, Verzweiflung, Wut, Erschöpfung und Abschied Raum geben. Aber vor allem finden sie hier ruhige Zeit für- und miteinander.

Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig

Die schwere Erkrankung eines Kindes bedeutet zu alledem oft eine große finanzielle Belastung für die Familie. Am Sterntalerhof entscheiden die Familien selbst, wieviel Mittel sie aufbringen können, der Rest wird durch Spenden der Zivilgesellschaft gedeckt. Jene Entscheidung wird bewusst nicht kontrolliert – man vertraut einander. Im Schnitt bleiben Familien zwei Wochen auf dem Hof, maximal drei. „Man braucht ein paar Tage um in den Rhythmus hineinzukommen“, so Jankovits. Ein Netzwerk für die mobile Versorgung, das heißt weiterführende Betreuung bei Familien zuhause, befindet sich aktuell im Aufbau.

Geschichten, die das Leben schreibt

Jeden Tag schreibt das Leben im Kinderhospiz Sterntalerhof seine ganz eigenen Geschichten. Einige dieser schicksalhaften Begebenheiten gibt es nun in Buchform nachzulesen. In „Im Sterntalerland“ sind Geschichten und Gespräche aus den bisherigen Ausgaben des Magazins „Der Sterntaler“ gesammelt. Familien, ihre Schicksale und ihre schwierigen Wege zurück in den Alltag werden darin porträtiert, ebenso wie die Menschen, die sie dabei begleiten. Der Sterntalerhof selbst ist nach dem Märchen eines Mädchens benannt, das alles von sich gibt, Brot, Mütze, Röcklein, das letzte Hemd, „und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel“. Jankovits erinnert sich an das Bild eines Kinds im Rollstuhl mit Herrn Hubert, einem älteren und sehr empathischen Pferd, das seinen Kopf in den Schoß des Kindes legte und die beiden so traut eine Dreiviertelstunde lang verharrten. „Und es war reich für sein Lebtag“, endet die Geschichte.

Foto: Sterntalerhof

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