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Ein Koch für alle Fälle

BabyExpress: Was magst du so am Kochen? Wie kam es, dass du Koch werden wolltest?

Jamie Oliver: Ich war als Kind in der Schule ehrlich gesagt total schlecht. Ich musste in der Grundschule und auch in der weiterführenden Schule immer gefördert werden. Das Einzige, worin ich gut war, waren handwerkliche Tätigkeiten. Ich kochte damals im Restaurant meines Vaters an Wochenenden und in den Sommerferien. Man kann sagen, dass Kochen das Einzige war, was ich konnte. Also habe ich daran festgehalten. Als ich etwa 14 Jahre alt war, wusste ich, dass es genau das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen will. Man wird nicht Koch, um ins Fernsehen zu kommen oder Computerspiele zu entwickeln. Man wird Koch, weil man es liebt zu kochen – man macht nicht viel Geld und die Arbeitszeiten sind auch nicht das Wahre, aber Kochen ist unsere Leidenschaft. Was mich betrifft, so hatte ich ein bisschen Glück und habe hart gearbeitet. Ich denke immer wieder daran, was für einen großartigen Job ich doch habe.

Wie arbeitest du und wovon lässt du dich inspirieren?
Ich lasse mich von wirklich allem inspirieren. Es ist wohl wie in jedem Job, bei dem man ständig auf der Suche ist. Ich lasse mich inspirieren von Gesprächen mit anderen Menschen, egal welchen Alters und egal ob Koch oder nicht, von Magazinen, dem Internet und Büchern, beim Einkaufen, auf dem Markt, im Gespräch mit Händlern, wenn ich mürrisch bin, wenn ich lustig bin, wenn ich übermüdet bin – all das inspiriert einen, Neues hervorzubringen. Man darf nicht kleinlich sein in Bezug darauf, wo man seine Informationen herbekommt. Man muss den Sensor immer auf Empfang haben. Ehrlich, ich kann mir nicht erklären, wie meine Frau es mit mir aushält: Ich träume sogar vom Kochen und wache mit Rezepten auf. Ich kann mir in dem einen Moment einen ganzen Stapel Rezepte anschauen und dann ein Rezept in 30 Minuten herunterschreiben oder es diktieren und trotzdem passt es zu 95 Prozent. Das ist der Wahnsinn! Das kommt daher, dass man sich auskennt mit Geschmacksprofilen, Bissfestigkeit und Weichheit, Kräutern und Gewürzen – und es macht verdammt Spaß. Ich liebe meinen Job! Jeder leidenschaftliche Koch ist ein wenig verrückt und ich denke, dass ich sehr gut in diese Kategorie passe.

Jetzt gibt es sogar ein Jamie-Oliver- Videospiel mit Rezepten.
Woran ich hart arbeite und was ich wirklich gut kann, sind Kochbücher. Das ist genau mein Ding! Ein Spiel zu machen, war äußerst spannend für mich. Kochbücher wie man sie kennt, auf Papier gedruckt, haben doch eine gewisse Romantik. Genauso ist es in der Musik mit Vinyl und MP3: MP3s sind ziemlich unromantisch aber eben extrem praktisch. Ich habe zehn Tage Musik auf meinem iPod, die trotzdem in meine Hosentasche passen! Letzten Endes kann man sich dieser Entwicklung nicht entziehen, also war die Möglichkeit, ein Spiel zu machen, eine große Chance. Man hat ein komplettes Kochbuch auf einem kleinen Modul. Man kann es in den Supermarkt mitnehmen, kann eigene Einkaufslisten basteln und seine Rezepte an Freunde versenden. Das ist ein gewaltiger Sprung nach vorne. Wenn es ums Kochen geht, versuche ich immer einen Schritt voraus zu sein und Grenzen zu überschreiten: sei es im Fernsehen oder in Kochbüchern. Das erschien mir als eine Riesenmöglichkeit, Spaß zu haben. Stell dir vor: ein mobiles Kochbuch! Das ist einfach fantastisch.

Wonach hast du die Rezepte für das Spiel ausgesucht?
Für das Spiel habe ich einen ganzen Haufen an Rezepten ausgewählt, die ich zwar entworfen, aber nie in Büchern veröffentlicht habe. Ich schreibe ständig Rezepte, mehrere Hundert pro Jahr, so dass es eine große Auswahl gab. Die Rezepte mussten in ihrer Machart einem guten Spiel gerecht werden. Wenn alles nur in einer einzigen Schüssel abläuft, verfehlt es den Sinn eines Spiels. Das Spiel muss uns dazu bringen, dass wir uns an den Zutaten aus dem Kühlschrank austoben und allerhand damit anstellen: hacken, durch die Küche flitzen, vermengen, rein in den Ofen, Garzeit abwarten, raus aus dem Ofen und solche Dinge. Ich habe mir Tausende Rezepte durchgesehen, die ich noch in keinem Buch genutzt hatte, und musste sogar viele davon für das
Spiel umschreiben. Danach haben wir etwa hundert herausgepickt und in die wundervolle Welt der Spiele übertragen, etwas, das ich noch nie zuvor getan hatte.

Wie vielfältig sind die Rezepte?
Ich habe das Spiel genauso wie ein Buch behandelt. Ein gutes Buch lebt von der Vielfalt: Snacks, Schnellgerichte, Geröstetes, Gedünstetes, Gekochtes,
kurz Angebratenes, Salate – es muss halt von allem etwas dabei sein. Also habe ich ins Spiel genau dieselben Standards und Emotionen eingebracht wie in meine Bücher.

Was gefällt dir am meisten?
Eine Sache herauszupicken ist fast unmöglich – mir gefällt, dass es ungemein praktisch ist. Die unterschiedlichen Küchenwelten, dann natürlich die individuellen Looks, 100 Rezepte im Buchformat und nicht zuletzt 25 Spielrezepte, die man auf verschiedene Art kochen kann.

Was erhoffst du dir von dem Spiel? Planst du Fortsetzungen?
Wenn es gut läuft, dann wird es auf alle Fälle eine Fortsetzung geben. Für mich persönlich ist es komplettes Neuland, ich lerne die Spielewelt gerade erst kennen. Ich hatte nie etwas damit zu tun, zumindest nicht aus Sicht eines Producers. Ich bin wirklich gespannt, ob das klappt. Danach heißt es, sich mit einem leeren Blatt hinzusetzen und darüber nachzudenken: Was war gut? Was könnte man besser machen? Wo sind Grenzen, die man überschreiten
kann? Die Frage ist, wie wir dem Spiel sowohl Interaktivität als auch Relevanz verleihen, denn das ist für mich der entscheidende Punkt.

Was ist das Besondere am Videospiel eines bekannten Starkochs?
Man könnte jetzt zynisch sagen: Schon wieder so ein dahergelaufener Starkoch. Das hat meiner Meinung nach mit dem Starkochhype zu tun, der in den letzten Jahren stattgefunden hat. Wenn man nur das Spiel betrachtet, dann ist die Motivation, darin Erfolg zu haben, die gleiche wie beim Kochen. Kochen hat damit zu tun, dass man Rezepten folgt, die richtigen Zutaten bekommt, sie richtig kombiniert, sie richtig verarbeitet und das im richtigen Zeitrahmen. Dann kann man sein Werk präsentieren und hoffen, dass man seine Sache gut gemacht hat. Genau darum geht es, grob gesagt, auch im Spiel. Somit ist das schon ganz geschickt.

Was hält deine Familie davon?
In den letzten sechs Monaten habe ich immer wieder Versionen bekommen, die zu einem Viertel, halb oder ganz fertig waren. Meine kleine, fünfjährige Tochter Poppy hat sie gespielt. Sie kennt sich in den Küchen aus (auch wenn sie im Spiel schlechte Bewertungen von mir bekommt) und spielt es bis zum Ende durch. Sie mag es sehr. Natürlich weiß ich, dass dieses Spiel nicht für Kinder gemacht ist und hätte nicht gedacht, dass sie so drauf stehen würde. Ich dachte eher, dass ich es recht schnell irgendwo in einer Ecke liegen sehe. Aber als sie gelernt hatte, mit dem Stylus umzugehen und wusste, wie man etwas aufhebt, zum Schrank geht und an Töpfe, Pfannen und Zutaten herankommt, machte es ihr immer mehr Spaß. Vor fünf Jahren habe ich School Dinners gemacht und viele Kinder, mit denen ich damals sprach, wussten nicht einmal, was Lauch ist oder dass Pommes aus Kartoffeln bestehen – und das ist leider immer noch bei vielen so. Bisher bin ich nie auf die Idee gekommen, aber jeder Vorwand, dent man nutzt, um Kinder fürs Essen zu sensibilisieren, ist großartig. Das Letzte, was wir wollen sind 20-jährige Erwachsene, die nicht wissen, woher eine Pommes kommt. Mich hat es gefreut, dass Poppy das Spiel mag.

Hast du mal versucht, eines der virtuellen Rezepte deiner Tochter Poppy in der Realität nachzukochen?
Nein, ganz bestimmt nicht, denn es würde wohl nur aus Schokolade bestehen, Schokolade und noch mehr Schokolade.

Hast du ein Lieblingsrezept?
Eigentlich nicht. Man muss gewissermaßen ein Allround-Talent sein.

Über Jamie Oliver

Jamie Oliver ist ein Meister in der Welt des Essens. Er ist einer der beliebtesten Fernsehstars der Welt und Englands berühmtester Exportschlager. Seitdem er seine TV-Karriere 1998 als „Naked Chef“ begann, hat er weltweit über 17 Millionen Bücher verkauft und seine Shows werden in über 50 Ländern der Welt ausgestrahlt. Überdies ist er der Gründer der „Fifteen Foundation“, einer Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, jungen Menschen die Chance zu geben, ihr Leben zu verändern. Durch Trainings können sie Koch in einem der vier „Fifteen Restaurants“ werden, die man rund um den Globus findet – London, Amsterdam, Cornwall und Melbourne. Über 100 Schüler haben schon ihren Abschluss erreicht. 2004 beleuchtete seine Dokumentation „Jamie’s School Dinners“ die schlechte Essensqualität der Schulkantinen. Aufgrund von Jamies „Feed Me Better“-Kampagne nahm sich die englische Regierung mit 480 Millionen Pfund dieser Probleme an, stattete die Schulen mit nötigem Zubehör aus und schulte das Personal. Jamie lebt mit seiner Frau, Jools, und seinen zwei Töchtern, Poppy und Daisy, in London und Essex.

Schnell, einfach und lecker! Barbecue-Lammburger mit saftigen Tomaten und Zwiebelecken:

Gib die gehackte Zwiebel, Knoblauch, Kräuter, Minze und Semmelbrösel in eine Schüssel. Mit einer kräftigen Prise Salz und Pfeffer würzen, dann mit den
Händen kneten, bis alles gut vermischt ist. Die Mischung auf eine saubere Arbeitsfläche geben und in vier gleiche Stücke teilen. Befeuchte deine Hände,
damit nichts daran kleben bleibt, dann forme Bälle. Drücke jeden Ball mit deiner Handfläche in Burgerform. Stelle die Burger mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank, damit sie fest werden. Wenn die Burger fest sind, heiz deinen Grill oder deine Grillpfanne vor, bis alles richtig heiß ist. Grill deine Burger und die Zwiebelecken ungefähr acht Minuten lang und gib dann die Tomatenecken hinzu. Falls du welche besorgen kannst – verschiedenfarbige Tomaten sehen hierbei superschön aus. Lass alles Weitere vier Minuten grillen, bis der Burger gar ist und die Tomaten und Zwiebeln gut geschmort sind. Toaste inzwischen die Brötchen von beiden Seiten. Lege ein paar Salatblätter auf jedes getoastete Brötchen, dann einen Burger und einige klebrige Tomaten- und Zwiebelecken darauf legen. Himmlisch.

 

 

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