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Unser Kind soll "Sweety" heißen!

Eleonore sollte eigentlich Leonore heißen. So wie die Heldin in Ludwig van Beethovens „Fidelio“, der Lieblingsoper von Eleonores Vater. Das interessierte den zuständigen Standesbeamten aber herzlich wenig. „Leonore ist kein Vorname,“ meinte er nur. „Wenn, dann muss das Kind Eleonore heißen.“ So ist Eleonore Bailer zu ihrem Vornamen gekommen. Ihr Vater hat aber immer nur „Leonore“ zu ihr gesagt – und sich ein Leben lang über den „sturen Standesbeamten“ geärgert. Heute ist die 59-Jährige die Leiterin des Standesamtes Wien - Innere Stadt. Zu ihren Aufgabengebieten zählt auch die „Beurkundung von Neugeborenen“. Dazu gehört auch zu entscheiden, ob ungewöhnliche Vornamen tatsächlich in die Geburtsurkunde eingetragen werden oder nicht.

„Irgendwann kommt jeder Blödsinn nach Österreich.“

Den Namen „Leonore“ haben Eleonore Bailer und ihre Kollegen mittlerweile schon ein paar Mal erlaubt. „Das Gesetz hat sich zwar nicht geändert, aber die Auffassung unserer Beamten und Juristen,“ erzählt Bailer. „Wir sind liberaler geworden.“ Die Grenzen der Liberalität sind für Frau Bailer aber dann erreicht, wenn der Name dem Kind schadet. Und hier offenbaren sich die Schwächen des entsprechenden österreichischen Gesetzes. Neue Namen dürfen nicht zugelassen werden – erlaubt ist aber grundsätzlich alles, was in anderen Ländern und Sprachen ein „gebräuchlicher“ Vorname ist. „Irgendwann schwappt daher jeder Blödsinn auch auf Österreich über,“ meint Frau Bailer. „Ich fürchte den Tag, an dem wir Google und Ikea eintragen müssen, weil sich das ja gerade in England zu einem immer wieder verwendeten, und damit irgendwann auch gebräuchlichen, Vornamen entwickelt.“

„Wenn jemand sein Kind ‚Orsch‘ taufen will, müssen wir das eintragen.“

Das Gesetz (siehe Kasten) sieht zwar auch die Wahrung des „Wohles des Kindes“ vor, „aber wenn ein Name irgendwo auf der Welt ein gebräuchlicher Name ist, dann muss ich ihn auch eintragen,“ erklärt Frau Baierl. Das betrifft auch Namen wie beispielsweise Veranda – in Serbien ein beliebter und gerne
verwendeter Mädchen-Name, oder Orsch. „Orsch‘ kommt aus dem Schwedischen und ist dort ein gängiger Vorname,“ seufzt die Leiterin des Standesamtes Wien 1, „wenn sich also bei uns jemand auf diesen Vornamen versteift, dann müssten ihn die Standesbeamten eigentlich auch eintragen.“ Ein Blick in die von der Statistik Austria erstellte Übersicht über alle zwischen 1984 bis 2005 zugelassenen Vornamen zeigt: Es gibt in Österreich kein Mädchen und keine junge Frau, die Veranda heißt, oder die auf den erwähnten schwedischen Vornamen hören muss.

Im Zweifelsfall: Amtliche Bestätigung einholen

Tausende Sprachen und Sprachgemeinschaften gibt es auf der Welt. Die meisten von ihnen haben auch ihre eigenen Vornamen hervorgebracht, von denen aber nur ein Bruchteil in den Namenslisten und Namensbüchern der Standesbeamten aufscheint. Wenn man so einen hierzulande noch  unbekannten Namen in der Geburtsurkunde seines Kindes stehen haben möchte, sollte man – am besten bereits vor der Geburt – eine Bestätigung
über die Existenz und Gebräuchlichkeit dieses Namens einholen. Derartige Bestätigungen können zum Beispiel die diplomatischen Vertreter bzw. Botschaften der Länder, in denen der betreffende Name gebräuchlich ist, ausstellen. Eltern, die „amtlich bestätigt“ haben möchten, dass ein Vorname auch wirklich ein Vorname ist, können sich aber auch an Prof. Dr. Hans Christian Luschützky von der Universität Wien wenden. Die Empfehlungen des Sprachwissenschafters sind für die Standesbeamten bindend, seit etwa 10 Jahren unterstützt er werdende und frischgebackene Mütter und Väter bei ihrer Suche nach Beweisen für die Existenz von Namen. Das ist nicht immer einfach.

„Nicht alles, was im Internet steht, ist ein gültiger Vorname!“

Zu Luschützky kommen viele Migranten, weil kurdische, fernöstliche oder afrikanische Namen oft schlecht dokumentiert sind. In manchen Fällen kann dann die Beweisführung für die Gebräuchlichkeit eines bestimmten Vornamens auch für den erfahrenen Sprachwissenschafter zum aufwändigen
linguistischen Rätsel werden. Oft ist Luschützky aber auch mit Eltern konfrontiert, die ihren Kindern Fantasienamen à la Legolas oder Pumuckl geben wollen. Auch hier gilt: Was anderswo ein gebräuchlicher Vorname ist, ist auch in Österreich erlaubt. Luschützky warnt aber davor, Namen als gültig zu betrachten, nur weil sie im Internet auftauchen. Mit eben diesem Argument ist aber auch jener Herr zu ihm gekommen, der seinen Sohn unbedingt auf
den Namen „Lionhart“ taufen wollte. „Sie brauchen das nur in Google einzugeben und schon sehen Sie, dass es den Namen gibt,“ hat der Mann zu Luschützky gesagt. Der fand keinerlei Hinweise auf die Existenz oder gar Gebräuchlichkeit dieses Namens – und lehnte ab. Ein Blick in die Vornamensstatistik zeigt aber: Es gibt in Österreich ein Kind namens Lionhart. „Ich habe mich ziemlich geärgert, als ich erfahren habe, dass der  Standesbeamte da nachgegeben hat,“ meint Luschützky und seufzt: „Manchmal beginnt die Kindesmisshandlung eben schon am Standesamt.“

„Wenn ich vor einigen Jahren gefragt worden bin, ob man Winnetou oder Pumuckl taufen darf, habe ich gesagt: Um Gottes Willen, nein. Heute stehen diese Namen bereits im Vornamenverzeichnis der Standesämter. Wenn Eltern mit ausgefallenen oder seltsamen Namenswünschen zu mir kommen, weise ich sie aber immer darauf hin, dass ihr Kind vielleicht einmal unter diesem Namen leiden wird – und dass es im Nachhinein schwer ist, einen Vornamen abzuändern.“ Eleonore Bailer, Leiterin des Standesamts Wien Innere Stadt

„Natürlich ist die Namensgebung für viele Eltern eine sehr emotionale Sache. Aber ich habe bis jetzt erst einen bösen Brief, jedoch schon sehr viele Dankschreiben bekommen. Viele Eltern bedanken sich dafür, dass ich ihnen geholfen habe, einen Namen beim Standesamt durchzubringen. Einige bedanken sich aber auch dafür, dass ich den von ihnen gewünschten Vornamen nicht erlaubt habe – und sie damit vor einem Fehler bewahrt habe.“
Prof. Dr. Hans Christian Luschützky, Sprachwissenschafter an der Universität Wien


Wer wird schon gerne „Tschakwelliene“gerufen?

Wie erleben Lehrer und Kindergartenpädagogen Kinder mit ausgefallenen Namen? Sind Namen wirklich nur Schall und Rauch? Wir haben uns in einigen Schulen und Kindergärten umgehört.

„Ich empfehle bodenständige Namen, weil Kinder sonst Probleme bekommen können. Das ist aber auch sehr vom Charakter und der Beliebtheit des Kindes abhängig.“ Angelika Pohl, Direktorin Volksschule am Tabor, Neusiedl am See

„Sehr oft sind Erwartungshaltungen an einen Namen gebunden. Wenn ein Kind Joy heißt, verbindet man den Namen gleich mit einem positiven Gefühl. Bei einem seltenen Namen ist wichtig, dass sich die Kids damit identifizieren.“ Gertrud Papousek, Direktorin Franz Mettinger Volksschule, Völkermarkt

„Der Trend geht im Moment sehr stark zu alten Namen wie Franz, Josef oder Johanna, die wir auch bewusst korrekt aussprechen. Bei ausgefallenen Namen ist wichtig, dass den Kindern die Herkunft der Namen erklärt wird.“ Mag. Silvia Wilfan, Kindergartenpädagogin im Kindergarten „ich bin ich“, Klagenfurt.

„Ich mache mir eher ein Bild über die Eltern, wenn ich einen Namen höre. Ich habe auch Kinder mit schrägen Namenskombinationen gehabt, so wie Scarlett Pospischil.“ Mag. Angelika Kogler, AHS-Lehrerin im Gymnasium Maroltingergasse, 1160 Wien

„Ich empfehle Namen, die jeder aussprechen kann. „Jacqueline“ habe ich zum Beispiel schon in allen Varianten gehört – und wer wird schon gerne
„Tschakwelliene“ gerufen? Claudia Richter, Hauptschullehrerin an der GTKMS Anton Sattler Gasse, 1220 Wien

Kommentare   

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