taufe

Was die Taufe bedeutet

Pfarrer Bernhard Mucha, Diözesaner Familienseelsorger, erklärt, warum die Taufe wichtig ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Warum ist die Taufe für ein Kind wichtig?

Pfarrer Bernhard Mucha: Aus heutiger Sicht: Durch die Taufe wird ein Kind in die Kirche aufgenommen und bekommt eine ganz innige Beziehung mit Jesus Christus. Eltern, die ihr Kind taufen lassen, drücken damit aus, dass ihnen wichtig ist, dass das Kind in dieses Beziehungsnetz hineinwachsen soll. Sie erklären, dass sie alles ihnen Mögliche unternehmen werden, um diese Beziehungsatmosphäre zu ermöglichen. In der Tauffeier heißt es dazu: "die Kinder im Glauben erziehen und sie lehren, Gott und den nächsten zu lieben, wie Jesus es uns vorgelebt hat" und "mit ihnen beten und ihnen helfen, ihren Platz in der Gemeinschaft der Kirche zu finden".

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Normalerweise sollte mindestens ein Elternteil Mitglied der Kirche sein und ein Pate, der ebenfalls echtes Vorbild in christlicher Lebenspraxis ist, vorhanden sein.

Sollen Kinder auch getauft werden, wenn ein Elternteil aus der Kirche ausgetreten ist?

Aus Sicht der Kirche macht die Kindertaufe nur dann Sinn, wenn die Eltern, oder ein Elternteil die Voraussetzungen für eine christliche Erziehung bieten. Wenn Eltern die Taufe eines Kindes wünschen, müssen sie nicht beide Mitglied der Kirche sein, derjenige, der nicht Kirchenmitglied ist, unterschreibt eine Erklärung, dass er mit der Taufe und der folgenden christlichen Erziehung einverstanden ist.

Müssen Taufpaten verheiratet sein?

Sie müssen nicht verheiratet sein, sollten aber in ihrer Lebenspraxis vorbildlich sein. Das Kirchenrecht sieht vor, dass Taufpaten, falls in Partnerschaft lebend auch kirchlich verheiratet sind. In der Praxis wird meistens nicht ganz genau hingeschaut.

Müssen beide Elternteile des Täuflings katholisch sein?

Nein. Aber ein Elternteil sollte aktuell Mitglied der katholischen Kirche sein.

Soll man einen unmündigen Säugling taufen oder warten, bis das Kind selbst entscheiden kann?

Nach der konstantischen Wende, wo das Christentum von der verfolgten Religion zur Staatsreligion wurde, war es selbstverständlich, dass die meisten Menschen Christen waren und Kinder in diese Gesellschaft automatisch hineingewachsen sind. Heute ist das anders, das Christentum hat seine staatstragende Macht verloren, im 20. Jahrhundert sich sogar bewusst von politischen Ämtern verabschiedet. Wenn Eltern ihrem Kind eine christliche Erziehung bieten können, macht die Säuglingstaufe immer noch Sinn; wenn Eltern dem Christentum und christlichen Kirchen neutral oder gar überkritisch gegenüberstehen, ist es sinnvoll, die Entscheidung des jungen Menschen abzuwarten. Es gibt inzwischen schöne Formen einer Taufe im Zuge der Erstkommunionvorbereitung oder im Zusammenhang mit der Firmvorbereitung. Immer mehr Menschen werden in der Erzdiözese Wien als Erwachsene getauft (in diesem Jahr etwa 100 und die Zahl ist stark im Steigen begriffen).

Welche Bedeutung hat das weiße Taufkleidchen?

Meistens wurden seit dem 1. Jahrhundert Erwachsene getauft. Sie haben sich vor der Taufe entkleidet, sind in ein Wasserbecken hineingestiegen, wo sie untergetaucht wurden und haben dann ein neues weißes Gewand angezogen: Das bedeutet: Durch die Taufe trägst Du das neue Gewand des Auferstandenen. Du bist Jesus ebenbürtig. Es wurde auch zu einem klaren Ausdruck: Egal, was Du bist, ob Großgrundbesitzer oder Sklave: Ihr alle tragt das selbe Gewand, seid jetzt auf einer Stufe, auf der Stufe des Sohnes Gottes!

Was ist eine „Nottaufe“?

Es ist immer noch üblich im Falle einer Lebensbedrohung des Kleinkindes ein Kind zu taufen, um es schnell und sicher in die Beziehung zu Jesus zu bringen. Dabei kann jeder Mensch (er muss selbst nicht einmal getauft sein) Wasser über den Kopf des Kindes gießen und sagen: "Vorname, ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Diese Taufe ist aus Sicht aller christlichen Kirchen gültig und braucht, wenn das Baby überlebt, nicht mehr gemacht werden, man braucht dann nur mehr die Formalitäten erledigen und die anderen Riten, wie Taufkleid und Taufkerze und Chrisamsalbung feierlich nachholen.

Die Formalitäten

Die Anmeldung sollte in der Wohnpfarre erfolgen. Wenn man die Taufe in einer anderen Kirche wünscht, erfolgt eine Entlassung in Österreich zumeist auf elektronischem Weg. Sie benötigen zur Anmeldung in der Pfarrkanzlei: Geburtsurkunde und Meldezettel des Kindes, Taufscheine der Eltern, Kirchliche Trauungsurkunde oder standesamtliche Heiratsurkunde der Eltern (wenn verheiratet), Taufschein und wenn möglich Trauungsschein der Paten/in, sinnvoll ist es, wenn Sie sich mindestens drei Monate vor der Taufe melden, vor der Taufe des 1. Kindes muss in jedem Fall auch ein Taufgespräch eingeplant werden können. Im Taufgespräch geht es um den Sinn der Taufe und eventuell auch über die Gestaltung der Tauffeier.

Es ist zu überlegen, die Taufe im Rahmen einer Sonntagsmesse zu feiern: Das freut die übrigen Kirchenbesucher und erhöht die Feierlichkeit erheblich. Man braucht sich nicht zu scheuen, Kinder und deren Familien erfreuen sich heute bei den meisten Gläubigen einer hohen Akzeptanz.

Wichtig: Der normale Ort der Taufe ist eine Pfarrkirche. Das liegt daran, dass Taufe Aufnahme in die Kirche ist und dafür ist die Pfarrkirche sichtbares Symbol.

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