genbaby-ThorstenSchmitt

Gute Gene, schlechte Gene

Es ist eine Situation, die nur schwer vorstellbar ist – wenn eine werdende Mutter erfährt, dass mit ihrem Ungeborenen „etwas nicht stimmt“. Etwas Derartiges wirft unendlich viele Fragen auf, sorgt für Gewissenskonflikte und Unsicherheit. Wird beispielsweise Trisomie 21 (Down Syndrom) diagnostiziert, stellt sich für viele Eltern die Frage, ob sie sich das Leben mit einem behinderten Kind zutrauen. Plötzlich muss eine Entscheidung getroffen werden, die vor dieser medizinischen Feststellung nicht zur Debatte stand, für oder gegen das werdende Leben. Laut aktion leben kommen 90 Prozent der Kinder mit Down Syndrom nicht zur Welt.

Klassische Verfahren und neuartige Tests

Bisher konnten Störungen des Fötus-Erbgutes wie Trisomie 21 mit Hilfe verschiedener Verfahren zur direkten Analyse der Chromosomen eindeutig festgestellt werden: Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), Gewebeprobe aus dem Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie) oder Fetalblutentnahme. Es handelt sich hierbei um Eingriffe in den Mutterleib (= invasiv), die das Risiko einer Fehlgeburt bergen, aber Medizinern und werdenden Eltern Gewissheit bringen.

Da sich im Blut einer Schwangeren Erbmoleküle des Fötus befinden, wurde vor einiger Zeit von US-Forschern ein Test entwickelt, mit dem vermutlich das komplette Erbgut des Kindes schon vor der Geburt analysiert werden kann. Ein wenig Blut der werdenden Mutter sowie Speichel des Vaters reichen aus, um sich auf die Suche nach freien DNA-Schnipseln des Kindes machen zu können, möglich ist das ab der 18./19. Schwangerschafswoche. Dem gegenüber steht ein Schwangerenbluttest, den eine deutsche Firma entwickelt hat, um Trisomie 21 nachzuweisen. Dieser Test kann bei Frauen angewendet werden, bei denen der Verdacht besteht, dass ihr Fötus das Down Syndrom hat, die sich in der 12. Schwangerschaftswoche oder darüber befinden und die sich das Risiko einer Fehlgeburt ersparen möchten. Es handelt sich um eine Alternative zu invasiven Eingriffen, nicht um etwas völlig Neues.

Fluch und Segen

Kritiker geben zu bedenken, dass derartige Tests zu vermehrten Schwangerschaftsabbrüchen führen könnten und dass schwangere Frauen zusätzlich unter Druck geraten. Der Humangenetiker Wolfgang Henn beispielsweise führt den Begriff „Schwangerschaft unter Vorbehalt“ ins Feld, während Abtreibungsgegner befürchten, dass Down Syndrom-Kinder „aussortiert“ werden.

Die Vorstellung, vielleicht während einer Schwangerschaft zu erfahren, an welcher Krankheit (z.B. Mukoviszidose) der entstehende Mensch irgendwann leiden wird, ist einerseits faszinierend, birgt aber andererseits das Risiko der zunehmenden Unsicherheit werdender Eltern. Mit eindeutiger Sicherheit zu wissen, dass ein Baby vom Down Syndrom betroffen ist, birgt die Chance, sich Gedanken zu machen, um eine Entscheidung treffen zu können, die von niemandem in Frage gestellt werden sollte. Wer sich nicht selbst in dieser Situation befindet, wird kaum beurteilen können, wie man sich damit fühlt. Eine werdende Mutter hat jedes Recht, sich zu einer Entscheidung durchzuringen, die im Zweifelsfall nur sie versteht.



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