Sportliche Mamis

Schonen, schonen, schonen – lange Zeit gaben besorgte Mütter ihren Töchtern diesen wohlmeinenden Rat mit in die Schwangerschaft. Heute könnte es auch heißen: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Denn mit Maß und Ziel betrieben, haben sportliche Aktivitäten sogar positive Effekte, Voraussetzung: Mutter und Kind geht es gut.

Sport in der Schwangerschaft ist durchaus kein Tabu, natürlich immer eines vorausgesetzt: Die Mutter ist gesund und es droht keine Gefahr einer Frühgeburt. Dass man im achten Monat keinen Stabhochsprungbewerb bestreitet oder Marathon läuft, ist ohnehin jeder werdenden Mutter klar. Einer Studie aus Dänemark zufolge sollte man aber auch in den ersten 18 Schwangerschaftswochen vorsichtig sein. Forscher vom National Institute of Public Health in Kopenhagen befragten 93.000 Frauen hinsichtlich ihrer sportlichen Aktivitäten und gingen dabei auf einzelne Sportarten sowie Häufigkeit bzw. Dauer des Trainings ein. Ergebnis: Ballsport, Jogging oder Tennis würden das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Wer zum Beispiel wöchentlich rund vier Stunden pro Woche Tennis spielte, hatte ein viermal höheres Risiko einer Fehlgeburt, bei Aerobic war es doppelt so hoch. Vier Stunden pro Woche schwimmen bedeutete dagegen ein etwas geringeres Risiko. Privatdozent Dr. med. Thorsten Fischer, leitender Oberarzt an der Frauenklinik im Klinikum rechts der Isar der TU München „bat“ Frauen in der 26. bis 34. Schwangerschaftswoche aufs Fahrrad oder aufs Laufband. Ergebnis: Frauen zeigten genauso wenig vorzeitige  Wehentätigkeit wie jene Schwangeren, die keine Bewegung machten.

 

Mit Maß und Ziel

Im Grunde aber haben wohl die meisten Frauen eine „Antenne“ dafür, was ihnen und ihrem Kind guttut und was nicht. Bewegung mit Maß und Ziel kann sicher zum körperlichen und seelischen Wohnbefinden beitragen. Studien sprechen sogar davon, dass das Risiko einer Fehlgeburt gesenkt wird. Was man grundsätzlich vermeiden sollte, ist Training im anaeroben Bereich, das heißt, wenn der Sauerstoff, den man einatmet, nicht mehr ausreicht und der Körper auf Energieerzeugung ohne Sauerstoff umstellt. Ist man während der Belastung nicht mehr fähig, eine Unterhaltung zu führen, dann heißt es: Runter  vom Gas. Dr. Martin Mayer, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Geburtshaus Nussdorf: „Auf keinen Fall soll Leistungssport ausgeübt werden, oder auch nur annähernd bis zur Leistungsgrenze trainiert werden.“ Außerdem zu vermeiden: Sport in sehr großen Höhen und in der Hitze, ruckartige  Bewegungen und gefährliche oder verletzungsimmanente Sportarten wie etwa Reiten.

Kreislauf-Training

Sportliche Betätigung hat – mit Augenmaß betrieben – durchaus etliche positive Effekte: Das Kreislauf-Training macht es Schwangeren leichter, mit dem niedrigen Blutdruck umgehen zu können. Gleichzeitig wird aber auch das Risiko für Bluthochdruckerkrankungen gesenkt. Die gleichmäßige Belastung etwa bei Schwimmen oder Radfahren sorgt für eine gute Durchblutung. Sport beugt ebenso Thrombosen vor und Schwangerschaftsdiabetes wird gemildert. Ein Yogakurs bzw. überhaupt Gruppenaktivitäten tun auch der Seele gut, da sie der eventuellen Isolation vorbeugen. Gelenkschonende Sportarten sind besonders in der Schwangerschaft anderen vorzuziehen. Generell wichtig: Gerade in der Schwangerschaft muss man auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor und während der sportlichen Aktivitäten achten und sollte auch nicht „auf nüchternen Magen“ sporteln. Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte der Ehrgeiz nicht allzu groß sein: Der Schwerpunkt sollte im Ausdauerbereich liegen. Und: Hören Sie auf Ihren Körper – wobei fühlen Sie sich wohl, wobei nicht. Das ist im Grunde ein guter Gradmesser. Motto: Erlaubt ist, was gut tut. Das alles gilt aber immer unter einer Voraussetzung: Sport ist nur für gesunde Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft empfehlenswert.

Dr. Martin Mayer Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Geburtshaus Nussdorf: "Tun Sie sich was Gutes!"

KANN MAN AUCH IN DER SCHWANGERSCHAFT SPORT BETREIBEN?
Grundsätzlich ist sportliche Betätigung während der Schwangerschaft möglich, abhängig von Sportart und von den mit der Schwangerschaftsdauer zunehmenden körperlichen Einschränkungen.
WORAUF MUSS MAN DABEI GENERELL ACHTEN?
Günstig ist eine Sportart, die schon vor der Schwangerschaft ausgeübt wurde und mit einer mäßigen Kreislaufbelastung und geringem Verletzungsrisiko verbunden ist. Auf keinen Fall soll Leistungssport ausgeübt oder auch nur annähernd bis zur Leistungsgrenze trainiert werden!
WELCHE SPORTARTEN EIGNEN SICH BESONDERS?
Zu den Sportarten, die unter Berücksichtigung dieser Kriterien in der Schwangerschaft ausgeübt werden können, zählen beispielsweise Schwimmen, leichte Gymnastik, Nordic Walking, Wandern, Badminton ...
WEM WÜRDEN SIE GENERELL VON SPORTLICHER BETÄTIGUNG WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT ABRATEN? Natürlich ist sportliche Betätigung nur bei einer komplikationslosen Schwangerschaft und nach Rücksprache mit der Ärztin/dem Arzt sinnvoll und ungefährlich.

Empfehlenswerte Sportarten

Schwimmen: Die Wassertemperatur sollte nicht unter 20°C und nicht über 35°C betragen. Achtung: Das Risiko von Infektionen in öffentlichen Bädern nicht unterschätzen.
Laufen: Nicht überanstrengen und gute Laufschuhe tragen.
Wandern: Ab 2.000 Meter Höhe nicht mehr empfehlenswert.
Radfahren: Nicht überanstrengen, bei Problemen mit dem Beckenboden sofort aufhören.
Gymnastik
Tanzen
Yoga
Rückengymnastik

Nicht empfehlenswert:

Judo
Tauchen
Fechten
Wasserski
Geräteturnen
Mannschaftssport wie Fußball, Volleyball oder Handball Generell zu vermeiden

• Sehr anstrengende Belastungen bzw. Training im so genannten anaeroben Bereich
• Sport in sehr großer Höhe oder bei Hitze
• Ruckartige Bewegungsabläufe
• Gefährliche oder verletzungsträchtige Bewegungssituationen

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