Kostenfaktor Familie

Laut einer aktuellen Studie der gemeinnützigen BAT-Stiftung für Zukunftsfragen „führt die Mehrheit der Bürger die finanziellen Kosten für den Nachwuchs, die Angst, die eigene Freiheit zu verlieren, sowie die Sorge vor einem Karriereknick als wesentliche Gründe für die Kinderlosigkeit an.“ In Österreich ging die Geburtenrate im ersten Halbjahr 2013 um 1,5 Prozent zurück. Junge Paare entscheiden sich zunehmend für ein „billigeres und bequemeres“ Leben zu zweit – nicht, weil einzelne Babyartikel teurer als früher sind, sonder weil „Kinderhaben“ insgesamt aufwändig geworden ist.

Geld für Schulbedarf und Nachhilfe
Bei steigenden Preisen in nahezu jedem Bereich ist es nicht allzu verwunderlich, wenn sich Menschen gegen die Familiengründung entscheiden, um Karriere zu machen oder sich nicht zugunsten der Sprösslinge einschränken zu müssen. „Generell ist der Entschluss, Kinder zu bekommen eine der teuersten Entscheidungen, die man treffen kann: Sie macht zum Beispiel eine größere Wohnung nötig, kann zu Einkommenseinbußen führen, wenn sich ein Elternteil für Teilzeitarbeit entscheidet und verteuert jeden Urlaub.“ Sätze wie diese, sind  in letzter Zeit leider immer öfter zu hören.  Andererseits weiß fast jeder, dass Kinder eine ungemeine Bereicherung für das Leben sind.
Die Arbeiterkammer hat Ende August Zahlen veröffentlicht, die in manchen Familien vermutlich für schlaflose Nächte gesorgt haben: „Für ein Schulstart-Paket (21 preiswerteste Produkte) müssen Eltern heuer durchschnittlich mit rund 138 Euro im Fachhandel und rund 97 Euro bei Handelsketten rechnen.“ Wenn solche Kosten auf eine Familie zukommen, die nicht überdurchschnittlich viel verdient, kann der Schulbeginn zum Problem werden. Im Nachhilfebereich kostet eine Stunde bis zu 35 Euro, wenn man sein Kind zum Einzelunterricht in ein Lerninstitut schickt. So manche Mutter legt monatlich einen Teil des Kindergeldes zur Seite, um die Schulbeginn-Kosten und mögliche Ausgaben für Nachhilfestunden während des Schuljahres decken zu können. Anders ist es sonst nicht machbar.

Gute Qualität hat ihren Preis
Schon nach der Geburt eines Kindes stellt sich die Frage, welche Produkte die richtigen sind, wo man sparen und für was man mehr investieren sollte. Die Wiener Geschäftsfrau Ingrid Frank vertreibt hochwertige Baby- und Kinderkleidung und weiß, dass Qualität ihren Preis hat: „In meinem Geschäft „mode aus der natur“ biete ich Baby-, Kinder- und Damenbekleidung sowie Accessoires an, die von unabhängigen Vereinen bezüglich Herstellung, Verarbeitung und fairen Produktionsbedingungen kontrolliert und zertifiziert werden. Unsere Kunden kaufen u.a. aufgrund dieser Kriterien bei uns ein. Sie schätzen die gute Qualität und sind auch gerne bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen als für Diskontware. Umweltbewusstsein, die Gesundheit ihrer Kinder und ihre eigene Gesundheit sowie soziale Verantwortung sind unseren Kunden sehr wichtig. Ein T-Shirt für sieben Euro kann nicht fair hergestellt werden. Für diesen Preis kann in Europa nicht einmal der Stoff produziert werden.“ Es gilt also immer, zu bedenken, auf wessen Kosten man spart.

Selbst der Babynahrungsmittelhersteller HiPP ist gezwungen, zeitweise die Preise zu erhöhen: „Auch HiPP war in den letzten Jahren von Kostensteigerungen im Rohstoffbereich und bei der Verpackung betroffen, die wir leider teilweise weitergeben mussten durch Preiserhöhungen. Wir tun aber alles, um Kostenerhöhungen durch interne Einsparung aufzufangen, um möglichst Preiserhöhungen zu vermeiden. Der Konsument ist zwar bereit, für hohe Qualität ein entsprechendes Preispremium zu bezahlen, aber bleibt sehr preissensibel.“

Teuer ist nicht immer gut
Dass Lebensmittel immer teurer werden, ist nicht ausschließlich für Familien spürbar. Allerdings ist man nicht automatisch gezwungen, für alles immer viel Geld auszugeben. Die Versorgung von Kindern mit speziellen Produkten, die dann oft deutlich überteuert sind, ist nicht immer notwendig. Das gilt vor allem für den Nahrungssektor. Eltern sollten sich nicht vor lauter Angst, das Falsche zu tun oder den Kindern das Falsche zu geben, vor den Karren der „Babyindustrie“ spannen lassen und mehr Selbstverantwortung zeigen. Nicht immer muss das teuerste und am besten beworbene Produkt aus der „Kinderpalette“ auch das beste Produkt für das Kind sein.
Jede Familie fängt steigende Kosten anders auf – sei es durch das Auftragen „alter“ Kleidung durch ein Geschwisterkind oder mit Hilfe eines Haushaltsbuches, das dabei hilft, den Überblick zu behalten und gegebenenfalls auf günstigere Produkte zurück zu greifen. Die Kosten alleine sind aber nicht ausschließlich dafür verantwortlich, dass sich weniger Menschen für die Familiengründung entscheiden. Manch einer weiß vielleicht einfach, dass er für ein Leben mit Kindern definitiv nicht gemacht ist...


 

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