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Alle Vorteile des neuen Kindergeld-Kontos

„Flexibilität, Fairness und Partnerschaftlichkeit sind die Grundpfeiler des neuen Kindergeld-Kontos. Ich freue mich sehr, dass wir dem Wunsch der Eltern nach einer flexiblen Bezugsdauer, mehr Transparenz bei den diversen Bezugsvarianten und finanzieller Fairness in Form einer Gesamtsumme - unabhängig von der Bezugsdauer -nachkommen konnten. Dies ist die größte Reform des Kinderbetreuungsgeldes seit dem Jahr 2002“, erklärt Familienministerin Sophie Karmasin bei der Präsentation des neuen Kindergeld-Kontos.

Das Kinderbetreuungsgeld hat ein jährliches Volumen von rund 1,1 Milliarden Euro, durch die Reform wurden die finanziellen Unterschiede der früheren Pauschalvarianten aufgehoben. So ist sichergestellt, dass Mütter und Väter innerhalb einer vergleichbaren Gruppe (zum Beispiel Wochengeldbezug) eine einheitlichere Gesamtsumme erhalten (bis zu €16.449), unabhängig davon, wie lange sie Kinderbetreuungsgeld beziehen. Künftig verschmelzen die vier Pauschalvarianten in ein flexibles Konto, das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld bleibt auch weiterhin bestehen. Durch eine flexibel wählbare Bezugsdauer zwischen 365 und 851 Tagen für eine Person, oder 456 bis zu 1063 Tagen für beide Eltern zusammen, können Familien nun ganz individuell die für sie ideale Kinderbetreuungsgeldvariante erstellen.

Dem Wunsch vieler Eltern nach einer flexibleren Wechselmöglichkeit konnte ebenfalls entsprochen werden. Die gewählte Dauer kann auch ein Mal verändert werden, so können Familien die Bezugsdauer auf Veränderungen in ihren Lebensrealitäten optimal anpassen. Zudem können Eltern nun beim erstmaligen Wechsel der Betreuungsperson parallel Kinderbetreuungsgeld beziehen, das bringt eine wertvolle Entlastung in einer wichtigen Übergangsphase.

„Besonders wichtig war mir bei dieser Reform, dem Wunsch nach mehr Partnerschaftlichkeit nachzukommen. Daher habe ich mich für einen Partnerschaftsbonus in Höhe von zusätzlich €1.000 eingesetzt, den Eltern abrufen können, wenn sie sich die Betreuung zu gleichen Teilen, also 50:50 oder 60:40 aufteilen. Dadurch möchte ich Väter zusätzlich motivieren, sich verstärkt in dieser prägenden Lebensphase einzubringen“, so Karmasin. Gleichzeitig wird der für Väter reservierte Teil von derzeit durchschnittlich 16% auf 20% angehoben.

„Ein weiterer Teil der Flexibilisierung ist die Einführung der Familienzeit im Kindergeld-Konto und beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld. Um Vätern nach der Geburt ihres Kindes eine intensive und wertvolle Zeit sowie einen emotionalen Bindungsaufbau mit ihrem Kind zu ermöglichen, können Väter 31 Tage lang Familienzeit beziehen“, so die Familienministerin.

Der Entwurf soll in den nächsten Tagen in Begutachtung gehen, mit einer Beschlussfassung im Nationalrat ist in den kommenden Monaten zu rechnen. Inkrafttreten soll das neue Kindergeld-Konto ab 1. Jänner 2017, für alle Geburten ab diesem Zeitpunkt können junge Mütter und Väter somit vom neuen Kindergeld-Konto Gebrauch machen.

Kritik vom Katholischen Familienverband

„Die Einführung der Familienzeit ist ein wesentlicher Schritt zu mehr Familienfreundlichkeit und wird begrüßt“, sagt Alfred Trendl, Präsident des Katholischen Familienverbandes. „Ein weiterer Schritt zum langgeforderten Papamonat“. Künftig können Väter in Einvernehmen mit dem Arbeitgeber nach der Geburt eines Kindes 1 Monat lang „Familienzeit“ in Anspruch nehmen und erhalten dafür Kinderbetreuungsgeld.

Überarbeitet wurden die vier bestehenden Pauschalvarianten: So gibt es künftig für alle Kinderbetreuungsgeldbezieher je nach Väterbeteiligung einen Betrag zwischen mindestens 12.366 Euro und 15.449 Euro, den sich die Familien zeitlich flexibel aufteilen müssen. Zusätzlich erhalten Paare, die sich die Betreuung partnerschaftlich aufteilen einen Bonus von 1.000 Euro. „Wir freuen uns über die Bemühungen, Väter verstärkt in die Kinderbetreuung einzubinden. Dennoch ist eine Aufteilung von 50:50 in der Praxis oft nur möglich, wenn die Arbeitgeber entsprechend familienfreundlich sind und die Eltern keinen Jobverlust zu befürchten haben“, gibt Trendl zu bedenken und erinnert: „Es ist nicht Aufgabe der Politik zu entscheiden, welcher Elternteil wie lange die Kinderbetreuung übernimmt!“. Insoweit ist die – geringe - Kürzung der zeitlichen Inanspruchnahme und des Bezugs eindeutig ein Wermutstropfen.

Bezeichnend ist für den Familienverbandspräsidenten die Umstellung der Bezugsdauer von Monaten auf Tage: „14 Jahre lang wurde das Kinderbetreuungsgeld in Monaten angegeben, jetzt ist plötzlich die Rede von einem Zeitkorridor zwischen 365 Tagen und 1063 Tagen. Damit ist die Vergleichbarkeit zum alten Modell extrem kompliziert“, kritisiert Trendl. Dass das Kinderbetreuungsgeld nach 14 Jahren weiter nicht wertangepasst wird, ist ein typisches Ergebnis der mangelnden Dotierung des Familienfonds und eine deutlich Reduktion der 2002 eingeführten Maßnahme. „Der Wertverlust des Kinderbetreuungsgeldes beträgt seit 2002 rund 3.500 Euro pro Kind, unter diesem Gesichtspunkt ist die Miniwertanpassung der Familienbeihilfe 2016 in Höhe von rd. € 3,-- pro Kind und Monat geringfüg“, rechnet Trendl vor.

Von den Reformen unangetastet bleibt das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld. Für diese Form gilt ein Bezug von bis zu € 2.000 Euro pro Monat. „Hier werden nach wie vor die besser verdienenden Eltern bevorzugt“, kritisiert Trendl: „Wer viel verdient bekommt auch für die Kinderbetreuung bis zu 7.500 Euro mehr – das ist Einkommensersatz und keine Abgeltung der Betreuungsleistung.“


Foto: Fotolia

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