hochzeit 3 credit Sergey Goruppa

Hochzeit: Ja, ich will!

In vergangenen Zeiten war es selten die Liebe, die Brautpaare zusammenführte. Vielmehr waren es oft pragmatische Überlegungen. Der Hochadel blieb unter sich und betrieb Heiratspolitik und der einfache Bauer brauchte eine kräftige Bäuerin, die ihm zur Hand ging, einen Erben gebar und für reichen Kindersegen sorgte, der die Altersversorgung für den Landwirt darstellte. Im 18. Jahrhundert war für junge Handwerksburschen die Heirat mit der Tochter des Meisters oft die einzige Möglichkeit, selbst in der Zunft anerkannt zu werden. Aber auch angesehene und wohlhabende Familien zogen ihre Vorteile aus der Verbindung ihrer Sprösslinge. Oft führte das zu neuen Geschäftsverbindungen, steigerte die Kreditfähigkeit und war damit für alle Beteiligten ein gutes Geschäft. Wenn sich das Brautpaar noch dazu sympathisch war, stand einer stabilen Ehe kaum mehr etwas im Wege. Ganz anders sieht das heute aus. Glücklicherweise, werden die meisten sagen. Wir heiraten aus Liebe. Wir erfüllen uns unsere romantischen Vorstellungen, haben Schmetterlinge im Bauch und wollen mit dem geliebten Menschen den Rest unseres Lebens verbringen. Selbst hohe Scheidungsraten können uns nicht davon abhalten, unserem Bauch zu folgen – und nicht immer unserem Verstand. Warum sollten wir auch? Immerhin soll der Hochzeitstag einer der schönsten Tage unseres Lebens sein.

Brauchtum zählt noch immer
Will man nicht nach amerikanischem Brauch nach Las Vegas jetten und dort zwischen Elvis und Bugs Bunny heiraten, sollte man den Tag der Tage schon von langer Hand planen. Früher stand am Anfang immer die Verlobung. Oft wurde sie von Brautwerbern vermittelt, und das Brautpaar traf sich erst bei diesem Ereignis zum ersten Mal. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff „einen Korb bekommen“. In Holland bekam der Brautwerber Honigkuchen angeboten, wenn der Familie der Braut sein Angebot recht war. Stimmten die Brauteltern der Hochzeit aber nicht zu, bekam er nur den Korb mit, in dem der Kuchen vorher aufbewahrt war. In Rumänien musste sich früher der Bräutigam ordentlich ins Zeug legen, um seine Braut richtiggehend zu „erklettern“. Die Freunde der Braut befestigten den Brautkranz nämlich in einem möglichst hohen Baum. Um mit der Angebeteten vor den Traualtar treten zu können, musste der Bräutigam nun den Baumwipfel erklimmen. Seine eigenen Bekannten bildeten eine Pyramide, auf deren Spitze der Bräutigam stand, sich den Kranz aus dem Baum angelte und ihn, wieder sicheren Boden unter den Füßen, der wartenden Braut aufsetzte. Später übernahm der Bräutigam die Werbung um die Braut selbst, sprach bei den Brauteltern vor und hielt beim Vater um die Hand der Tochter an. Dieser Brauch hat sich bis heute in vielen Familien erhalten. Auch wenn die zukünftigen Brautleute schon oft unter einem Dach leben, der Gang zum Vater der Braut gehört immer noch dazu und verursacht immer noch feuchte Hände und Herzklopfen beim zukünftigen Schwiegersohn. Doch nach der Verlobung geht die Arbeit erst richtig los. Das Datum für die Hochzeit muss festgelegt werden, möglichst in Absprache mit beiden Familien. Wichtige Fragen müssen geklärt werden: Welches Budget steht zur Verfügung? Wie viele Gäste sollen geladen werden? Wo soll die Feier stattfinden? Die Kirche und die Räumlichkeiten für die Hochzeitsfeier sollte man mindestens ein halbes Jahr vorher reservieren.

Früher heirateten Frauen in Rot oder Blau
Für die Braut wird es Zeit, sich um ihr Brautkleid zu kümmern. Hier gibt es oft lange Lieferzeiten, und es sollte doch noch genug Zeit bleiben, dass die Schneiderin das Kleid perfekt anpassen kann. Heiratete man im 17. Jahrhundert noch mit Vorliebe in Blau, Rot oder einem satten Grün, ist seit dem 18. Jahrhundert der Siegeszug des weißen Brautkleides nicht mehr aufzuhalten. Interessanterweise heirateten damals gerade die Frauen in weißen oder cremefarbigen Stoffen, die sich gegen arrangierte Ehen durch ihre Eltern wehrten und sich daher heimlich trauen ließen. Vorbild war die Mode am französischen Hof, die auch heute noch für viele Kreationen der Modedesigner für Hochzeitskleider Pate steht. Königin Victoria trug als Erste den weißen Schleier, der heute aus der Brautmode nicht mehr wegzudenken ist. In Österreich ist gerade auf dem Land seit den 1960er-Jahren die Trachtenhochzeit wieder sehr beliebt. Aber auch immer mehr Städter zieht es aufs Land zur Hochzeit, in kleine Schlösser, in Zelte auf grünen Wiesen, auf romantische Bauernhöfe. Frauen im kunstvollen Dirndl, Männer in Lederhosen und Steireranzügen sorgen für ein buntes, fröhliches Bild.

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