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Die Babys von heute bekommen Kinder

Soll unser Baby blaue Augen haben? Ja, es soll. Also wählen wir per Mausklick dieses Feature für unser künftiges Familienmitglied aus. Und zu blauen Augen passt immer noch blondes Haar am besten. Also klicken wir auf „blond“, und mixen das Ganze noch mit dezenten Naturwellen. Ach ja: Intelligent soll unser Nachwuchs natürlich auch sein, und nach Möglichkeit frei von Veranlagungen für böse Krankheiten. Klick, klick.

Bestellen Sie Ihr Baby nach Maß!

Eine Zukunftsvision? Nein, es ist bereits heute möglich, per Mausklick sein ganz persönliches „Baby nach Maß“ zu kreieren – und zwar auf einer Website zum bekannten Science Fiction-Film „Gattaca“, der sich genau dieser Thematik angenommen hat: Einer Gesellschaft, in der Gentechnologie und Präimplantationsdiagnostik die Auswahl von Kindern nach Wunsch ermöglichen. Also doch eine Zukunftsvision? Holly, 21, hat blaue Augen und blondes Haar mit dezenten Naturwellen, sie ist attraktiv und intelligent – und für mehrere tausend Dollar kann man bei dem in Los Angeles ansässigen „Egg Donor Program“ ihre Eizellen kaufen. Nach einer genauen körperlichen, genetischen und psychologischen Untersuchung bekommt Holly dann mehrere Monate lang Injektionen, um ihren Zyklus zu stimulieren und mit der Frau zu synchronisieren, die das Kind austragen, gebären und großziehen wird – der Mutter dieses Kindes also. Eine Zukunftsvision? Nein. Alleine in Los Angeles gibt es hunderte von Eizellen- und Samenspender-Agenturen, die ihre „Ware“ in die ganze Welt exportieren.

Schönheit ist mehr gefragt als Intelligenz!

Die deutsche Regisseurin Frauke Sandig hat für ihren preisgekrönten Dokumentarfilm „Frozen Angels“ das Mekka der modernen Reproduktionsmedizin unter die Lupe genommen. „Es ist schon eigenartig, wie natürlich und normal die Leute in Los Angeles damit umgehen – beinahe so, als ob der Kauf von einem Menschenleben nichts anderes als ein Kleider-, oder Autokauf ist,“ erzählt Sandig. „Erstaunlich finde ich auch, dass äußere Eigenschaften für die meisten Kunden wichtiger zu sein scheinen als Intelligenz.“ Das gilt aber nicht nur für L.A.: Die Eizellen und Spermien von Blonden und Blauäugigen sind weltweit gefragt, und während die Stimmen, die angesichts dessen eine neue Eugenetik beklagen, immer lauter werden, arbeiten zahlreiche Wissenschafter bereits am nächsten Coup: Der genetischen Nachbesserung von Embryos. Ungeborene werden schon seit einigen Jahren nach  genetischen Defekten und gefährlichen Krankheiten durchsucht und gegebenenfalls „selektiert“. Weil das Geschäft mit dem idealen Nachwuchs aber global gesehen im Grunde nur durch die Gesetze des freien Marktes geregelt wird, fragen Kritiker: Was passiert, wenn einmal „Intelligenz-Gene“, „blaue-Augen“- Gene, „Waschbrettbauch-Gene“ oder auch „Säufer-Gene“ entschlüsselt sein werden? Wo werden dann die Grenzen der Selektion verlaufen? Wird sich die superreiche Oberschicht kluge, athletische und gesunde Elite-Kinder heranzüchten?

„In L.A. gibt es schon heute hunderte Leihmütter- und Samenspender- Agenturen, wo man nach Aussehen, Bildung, etc. aussuchen kann.” Frauke Sandig, Filmemacherin und Regisseurin von „Frozen Angels“

„Ich werde sicher nicht direkt eingreifen, wenn in 20, 30 Jahren eine werdende Mami zu mir sagt: Dieses Gen bei meinem Embryo gefällt mir nicht.”
Dr. Michael Schenk, Ärztlicher Leiter Kinderwunsch Institut

„Wenn in Zukunft mehr Frauen mit Ende 30 oder Anfang 40 Kinder bekommen, wird die Gesamtfertilitätsrate wieder leicht ansteigen.” Dr. Isabella Buber-Ennser, Institut für Demographie, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Kind & Karriere: Kein „entweder oder“ mehr?

„Ich habe im Jahr 2002 amerikanische Kollegen kennengelernt, die gesagt haben: Wir werden in zehn Jahren das Waschbrettbauch- Gen und das blonde-Haare, blaue- Augen-Gen entschlüsselt haben,“ erzählt Dr. Michael Schenk, Leiter des „Kinderwunsch“ Instituts für Reproduktionsmedizin und klinische Embryologie in Dobl bei Graz. „Ich glaube aber: Das wird es nicht spielen. Und das Waschbrett-Gen nützt dir außerdem auch nichts, wenn du nicht
ins Fitness-Studio gehst und dich für deinen Waschbrettbauch quälst.“ Schenk ist überzeugt, dass auch 2030, 2040 die meisten Kinder „romantisch“ gezeugt werden. Er sieht die künftige Rolle der Reproduktionsmedizin vor allem in der Entkräftung der Frage „Kind oder Karriere“. „Zuerst Karriere, dann Kind“ soll statt dessen ein möglicher Ausweg aus der Zwickmühle, in der viele Frauen heute noch stecken, heißen. „In Zukunft wird es wohl so sein, dass sich viele junge Frauen durchchecken lassen, bevor sie zum Beispiel ihr Studium beginnen,“ so der Leiter des Kinderwunsch-Instituts. „Und wenn sie dann sagen: OK. Ich habe eine Karriereplanung von 20, 25 Jahren, dann werden sie ihre Eizellen einfrieren, damit sie sich ihren Kinderwunsch auch noch mit 45 Jahren erfüllen können werden.“ Und das könnte wohl auch positive Auswirkungen auf die demografische Situation in den von Geburtenrückgängen
geplagten Ländern wie Österreich haben.

Wie viele Kinder wird Ihr Kind einmal bekommen?

Im Jahr 2005 kamen in Österreich 78.190 Babys zur Welt, um 778 weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau: 1,41. „Es wird angenommen, dass die Geburtenraten in den nächsten Jahren auf diesem Niveau bleiben oder sogar leicht steigen, da ein „Aufholprozess“ vermutet werden kann,“ meint Dr. Isabella Buber-Ennser vom Institut für Demographie an der Österreichische Akademie der Wissenschaften. „Frauen in Österreich werden immer später Mütter, im Jahr 2005 war eine Frau bei der Geburt ihres Kindes im Schnitt 29. Bekommen in Zukunft aber mehr Frauen Ende 30 oder Anfang 40 ein Kind, so wird die Gesamtfertilitätsrate dadurch leicht ansteigen.“ Gut möglich also, dass die Eltern von heute öfter und später  Großeltern werden, als sie sich das heute vorstellen können…

Österreichs Bevölkerung wächst – und wird immer älter
Die Bevölkerung Österreichs wird in Zukunft weiter wachsen. Bis 2015 wird die Einwohnerzahl der Alpenrepublik um 3,9 Prozent auf 8,55 Millionen ansteigen, im Jahr 2030 soll es 8,85 Millionen Österreicherinnen und Österreicher geben. 2050 wird Österreich laut der Bevölkerungsvorausschätzung der Statistik Austria 8,99 Millionen Einwohner haben. Warum viele Demografie-Experten dennoch Alarm schlagen? Die Gesellschaft altert, die Zahl der  Pensionisten steigt. Zuwanderung wird für das Bevölkerungswachstum möglicherweise noch wichtiger werden.

 

 


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