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Die neue Mutter Teresa

Regina on the way to India: Vor Ihrer erneuten Reise hat die frühere Business-Lady noch Zeit gefunden, uns in der Redaktion zu besuchen. „Eigentlich bin ich Juristin, bin jedoch nach dem Studium im e-commerce gelandet. Ich habe Paybox aufgebaut, was ein Superprojekt war. Doch das hieß auch sieben Wochen durcharbeiten – auch am Wochenende. Dann war ich ausgepowert und das rächt sich irgendwann.“ Regina Potocnik war das erste Mal vor vier Jahren in Indien, ermattet von den ersten Anzeichen des verantwortungsbewussten Jobs und begab sich auf eine Pilgerreise. Das sollte weitreichende Konsequenzen haben. In einem kleinen Dorf sah sie das Indien jenseits der Reiseprojekte: keine Kanalisation, kein Strom, die Wäsche wird am Boden in Kübeln gewaschen. „Die Leute sitzen in ihren kleinen Hütten und braten Reis oder Brot am Feuer. Ich stand auf einer Dachterrasse und fühlte mich das erste Mal wieder wirklich glücklich weil alles so simpel war. Ich habe mir gedacht: Und du verkaufst Kreditkarten für eine Bank? Diese Menschen haben kein WC, keinen Strom und wissen nicht einmal, was eine Kreditkarte ist. Das hat mir die erste Watsch’n gegeben.“ Die Denkweise von Regina Potocnik hat sich daraufhin verändert: Weg vom wirtschaftsorientierten Businessdenken, um mit offenem Herz und offenen Augen die Welt zu sehen. Natürlich gibt es auch in Indien Glamour – wenn auch nicht für die breite Masse. Bei dem Besuch einer Freundin in Dheli, die auf 400m2 wie eine Prinzessin lebt und in der Limousine gefahren wird, kam die nächste Gedankenwelle und mit ihr der Schock, als der erste Leprakranke an die Scheibe der Limo klopfte.

Kinder in Not

„Ich fuhr zum Divine Children´s Home und habe mir die Geschichte von Alice Thomas angehört. Sie organisiert alles alleine, was nicht leicht ist, da eine Spendenaktion ausläuft, die zwei Jahre lang das Haus erhalten hat.“ Kinder werden von den Eltern umgebracht, weil diese sie nicht ernähren können. Viele Väter trinken, andere sind opiumsüchtig. Für die Kinder nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein schönes Leben. „Die Leute müssen  aufmerksam werden, das Wichtigste überhaupt sind Patenschaften. Bei Unicef zum Beispiel steckt eine westliche Organisation dahinter, die wissen, was sich Paten erwarten. Bei Alice ist das erst im Aufbau, aber das Geld kommt zu 100 Prozent den Kindern zugute. Sie macht das rigoros, diesen Kindern geht es besser als den meisten: wenn nur mehr Geld vorhanden wäre, um das Haus als Lebensraum zu erhalten,“ so Potocnik zur aktuellen Lage in Kerala. Dass in der westlichen Welt viel darauf ausgelegt ist, mehr materielle Dinge anzuhäufen, lässt sich nicht verleugnen. Man braucht ein Haus, ein Auto und den finanziellen (dicken) Polster am Konto. Wenn man jedoch einen Blick über den Tellerrand riskiert, andere Kulturen kennenlernt, könnte es passieren, dass auch Sie sich irgendwann fragen: Brauche ich das alles wirklich? Wie klein erscheint im Vergleich dazu eine Spende und wie groß ist das Glück und die Freude, die man im Gegenzug schenkt. Regina Potocnik, die Ex-Business- Lady, arbeitet zur Zeit unentgeltlich für das Waisenhaus von Alice Thomas in Kerala.

 

Interview mit Frau Thomas

Frau Thomas, seit Ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, sind sie Alleinerzieherin zweier Kinder. Wie kam es dazu, dass Sie sich auch für das Schicksal von weiteren 25 Kindern verantwortlich fühlen?
Ich habe in Indien in einem Gefängnis gearbeitet, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Frau war dort inhaftiert, die ihr Kind ermordet hatte. Sie bat mich, ihr zweites Kind zu mir zu nehmen, anderenfalls würde sie auch dieses umbringen, da sie es nicht ernähren konnte. Mit diesem Kind fing es an ...

Und wie ging es weiter?
Ich bemühte mich um die offizielle Registrierung als Waisenhaus. Medienberichte darüber haben eine schnelle Bewilligung gefördert, uns Geld eingebracht, aber auch mehr Kinder kamen zu uns. Ich versuche, Geld für ein eigenes Haus zusammenzubringen. Zur Zeit sind wir in einem Miethaus, doch ich weiß nicht, wie lange wir noch bleiben können. Ich habe keine Ahnung, wo wir hin sollen, wenn wir hier ausziehen müssen. Ein kleines Stück Land für ein Haus habe ich bereits in Aussicht. Dort könnten wir Platz für 60 Kinder schaffen und so einigen von vielen aus dem Elend in eine glücklichere Zukunft helfen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Das Wichtigste ist, den Kindern Zukunft zu geben und dazu gehört in erster Linie auch eine höhere Schulbildung. Ich spare bereits ein wenig für jedes einzelne Kind, denn sie sollen ihr Leben und ihre Karriere nach ihren eigenen Wünschen gestalten können.

Und welchen Wunsch haben Sie für sich selbst?
Bitte erzählen Sie allen, die Sie kennen von uns. Wir vergeben auch Patenschaften und brauchen dringend ein festes zu Hause.

Bitte helfen Sie!

Das Spendenkonto bei der Generali Bank Konto Nummer: 6441125900, BLZ: 18400 Das Divine Children‘s Home ist eine anerkannte Institution mit einer staatlichen Registrierungsnummer. Es werden regelmäßig auch unangekündigt staatliche Kontrollen durchgeführt, bei denen das Waisenhaus und dessen Konten überprüft werden. Spenden sind steuerlich absetzbar.

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