geschlagener mann credit Jan the Manson Kopie

Hiebe statt Liebe

Philip hat Probleme mit seiner Frau. Sie ist mit den Kindern überfordert, mit ihrem Leben unzufrieden, demenstprechend gereizt reagiert sie. Ihre Aggressionen lässt sie mit Vorliebe an ihrem Ehemann aus. Kaum kommt er von der Arbeit nach Hause, geht die Nörgelei los. Wenn Philip es nicht mehr aushält, es wagt, sich verbal zur Wehr zu setzen, muss er mit allem rechnen. Seine Frau verliert vor Wut immer häufiger die Kontrolle und schlägt auf ihn ein. Eine dieser Attacken endete sogar mit einem Krankenhausbesuch. Doch der Misshandelte hat bisher geschwiegen, mit wem sollte er auch reden, ohne sich lächerlich zu machen.

Schweigen aus Schamgefühl

Die Übergriffe finden hinter verschlossenen Türen statt, die Betroffenen äußern sich kaum oder gar nicht zu ihren Problemen. Es ist unmännlich, sich schlagen zu lassen und brutal, sich zu wehren – eine Situation, die sich einfach nicht lösen lässt. Wehrt sich ein Mann gegen eine Frau, nimmt man ihn als Schläger wahr, denn er gilt gemeinhin als kräftiger, weshalb er diese Grenze unter keinen Umständen überschreiten darf. Doch ein „echter Kerl“ lässt sich nicht verprügeln, weil er dadurch zum verweichlichten Bürschchen wird. „Im Denken sind Opfer weiblich und Täter männlich“, so Willi Walter vom genderWerk Berlin. Männer als Gewaltopfer von Frauen scheinen uns undenkbar, denn trotz Emanzipation wird das „schwache Geschlecht“ weiterhin als schützenswert vor gewalttätigen Mannsbildern angesehen. Es steht außer Frage, dass der weibliche Teil unserer Gesellschaft viel zu oft von Übergriffen betroffen ist und beschützt werden muss. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass es auch Täterinnen gibt und Brutalität nicht ausschließlich von Männern ausgeht.

Zu wenig Hilfe für Männer

Häufig fühlen sich Betroffene missverstanden oder in die Täterrolle gedrängt, wenn sie sich zur Wehr setzen. Des Weiteren hat ein männliches Opfer in weitaus geringerem Ausmaß die Möglichkeit, Hilfe zu erhalten als eine Frau. „Das Netzwerk für solche Opfer ist sehr klein, sehr beschränkt, denn Frauen sind öfter von häuslicher Gewalt betroffen als Männer.“, so Mag. Marianne Gammer vom Weißen Ring Wien. Vermutlich ist diese Form der Machtausübung nicht geschlechtsspezifisch, sondern in den Köpfen als männliche Domäne verankert. Medien berichten fast ausschließlich über betroffene Frauen, da Männer aus Scham schweigen oder als Opfer gar nicht in Betracht gezogen werden. „Gewalt ist männlich“ ist ein nicht selten bemühter Slogan.

Keine Chance der Gewalt

Das Geschlecht sollte bei derlei Vorkommnissen irrelevant sein, vielmehr ist die grundsätzliche Ablehnung von Gewalt von enormer Wichtigkeit. Weder Männer noch Frauen sollten sich dafür schämen müssen, Opfer zu sein – ein Tabuthema wie dieses kann nur dann eine breite Öffentlichkeit erreichen, wenn es zur Sprache gebracht wird.

Des Weiteren sollte man sich hüten, „Schwarzweißmalerei“ zu betreiben. Männer pauschal als Gewalttäter und Frauen als Opfer (oder umgekehrt) zu sehen, führt zu Vorverurteilungen und Missverständnissen. Gewalt darf innerhalb eines gesunden Miteinanders niemals als Lösung gelten – weder in Beziehungen, noch in bestimmten Situationen.

Informationen für Betroffene und Interessierte:

http://www.weisser-ring.at

http://www.psychotherapiepraxis.at

http://www.mann-als-opfer.com

http://www.maenner.at

http://www.vaeter-aktuell.de


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