Paearchen

Schluss mit dem Single-Leben:

Wie kommt es, dass in Österreich so viele Menschen (über 1 Million) allein stehend sind?
Single zu sein ist ein natürlicher Zustand, sobald man seine Ursprungsfamilie verlässt. Das Leben ist auch ohne Anhang lebenswert, und die Liebe bekommt zunehmend den Stellenwert zu bereichern, und nicht unter Kompromissen oder gesellschaftlichen Erwartungen zu leiden.
Immer öfter höre ich: eine Beziehung gehe ich nur ein, wenn es wirklich eine Verbesserung für mich bedeutet.
Das ist der eine Teil der Singles. Der andere Teil ist unfreiwillig Single. Manche lernen einfach zu wenige Menschen ihrer "Zielgruppe" kennen, und andere sind so voller Zweifel, dass sie selbst nicht mehr daran glauben, dass eine gute Liebesbeziehung für Sie möglich wäre.



Gibt es den “idealen Weg zur Liebe”?
Es gibt so viele ideale Wege wie es Menschen gibt. Da sollte jede Person auf ihr Herz hören. Und oft halten die scheinbaren Umwege wichtige Lerngeschenke für uns bereit.
Was wir wollen und nicht wollen, wird oft klarer durch ein erlebtes Beispiel. Auch bei mir war das so. Meine Wünsche sind durch die Erfahrungen vom Kopf in den Bauch "gerutscht".
Zuerst wollte ich einen, der mich will und der nett ist, dann einen, der schön ist, dann einen, der erfolgreich ist usw. Schließlich war es mir nur noch wichtig, einen zu finden, mit dem ich glücklich bin.
Dennoch macht es den idealen Weg kürzer, wenn wir uns selbst lieben (denn wenn schon ich damit begonnen habe, dann hat es mein Gegenüber viel leichter, das auch zu glauben) und zweitens Gelegenheiten für ein Kennen lernen zu schaffen.

Sie erklären in “4 kinderleichten Schritten”, wie man sein Singleleben beenden kann. Erläutern Sie diese bitte kurz.
Ich erkläre in 4 kinderleichten Schritten, wie man ins Gespräch mit einer unbekannten Person kommt. Menschen kennen lernen, Gelegenheiten schaffen - das ist im Alltag oft erfolgreicher, als nachts in einer Disco.

Gelegenheit macht oftmals Liebe, auch an der Bushaltestelle, im Einkaufszentrum oder im Park.

Der Beziehungsstatus Single ist für viele Menschen negativ behaftet. Woran liegt das?

Da hängt uns einfach die Geschichte nach. Die Kinder gut verheiratet zu sehen und somit in Sicherheit zu bringen, das war für unsere Urgroßeltern wichtigstes Ziel. Überleben hängt heutzutage nicht mehr mit Beziehung zusammen. Das ist ein großer gesellschaftlicher Wandel. Auch wenn sich zu zweit große Projekte wie Hausbau oder Kinder leichter verwirklichen lassen – hilfreich ist das nur dann, wenn die Partner ein gutes Team sind, und sich nicht mit Streit das Leben schwer machen. Da bei Trennungen das Selbstwertgefühl unweigerlich einen Schlag bekommt, verliert auch das gute Gefühl, Single zu sein seinen Glanz. Es nicht geschafft zu haben, nicht liebenswert zu sein, zu anspruchsvoll, nicht ... genug zu sein - diese Zweifel bohren und spiegeln sich in der Umwelt. Außerdem glauben Menschen tendenziell, dass das, was für sie selbst gut ist, auch für andere gut sei. Daher raten Pärchenfreunde vermehrt zu einer neuen Beziehung, einfach aus ihrer Perspektive heraus und weil sie sich selbst ein Alleinsein nicht freudig vorstellen können.
Und dann gibt es noch die Singles, denen man schon von weitem ansieht, dass sie chronische JunggesellInnen sind. Da schwingt einfach ein "Makel" mit in der Betrachtung, der auf alle Singles abfärbt. Glücklich Single, begehrenswert Single - die freie Wahl, das strahlende Bild ist verhüllt von dem unglücklichen Singlesein. Ganz anders als die Ehe, denn auch hier gibt es zahllose Beispiele von nicht ganz gelingenden Beziehungen, aber hier wird lieber der Schein nach außen gewahrt. Vielleicht ist der Kern Macht und Ohnmacht. Das Singledasein kann ich nicht aufgrund einer Entscheidung beenden, die Ehe sehr wohl. Leiden fühlt sich oft einfacher an als das aktive Lösen.
Ich glaube, ich schweife ab... Das Thema wäre ein eigenes Buch...

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