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Hoffnung auf Zukunft

Hermines Leben war aus den Fugen geraten: Schwanger – und die Frage: „Kind ja oder nein?“, das führte über Nacht zum Bruch mit Freund und Mutter. Die Mutter der Schwangeren ist Alleinerzieherin von drei Töchtern und mit den Nerven am Ende. Im Vorjahr war ihr Mann an Krebs gestorben. Die Situation wurde für alle zu viel, und Hermine stand auf der Straße. „In meiner Verzweiflung bin ich in die nächste Kirche gegangen und hab den Pfarrer um Hilfe gebeten. Er schickte mich zur Caritas und so bin ich hier im Mutter-Kind-Haus gelandet“, erzählt Hermine.
Das war vor acht Monaten. Jetzt ist ihre kleine Tochter Nejla drei Wochen alt, kerngesund und ein kleiner Lichtblick. Die dunklen Wolken haben sich verzogen. „Ich bin sehr froh, dass es diese Hilfe gibt, aber bald will ich auf eigenen Beinen stehen und den Platz einer Frau überlassen, die diese Unterstützung notwendiger braucht. Mein Erspartes wird mir helfen, als Alleinerzieherin über die Runden zu kommen, bis Nejla in den Kindergarten geht“, hofft Hermine.

Armut breitet sich bei uns aus
Laut Statistik sind eine halbe Million Menschen in Österreich arm, und eine weitere halbe Million in Gefahr, in die Armut abzugleiten. Insgesamt sind 12,6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Bei Ein-Eltern-Familien sind es 24 Prozent und bei Familien mit drei und mehr Kindern sogar 26 Prozent. „Die Familie ist der unverzichtbare Grundbaustein unserer Gesellschaft und es ist entsetzlich, dass gerade Familien mit mehreren Kindern am häufigsten von Armut betroffen sind“, so Caritas-Präsident Franz Küberl.
Caritas Salzburg Direktor Johannes Dines: „Die Anforderungen an die Familien steigen, das Verständnis, vor allem für die Bedürfnisse der Kinder, sinkt. Gleichzeitig können die sozialen Stützungssysteme nicht mehr ausgleichen, was früher etwa der gesicherte Arbeitsplatz, der größere Familienverband oder ganz einfach die Nachbarschaft ganz selbstverständlich aufgefangen haben. Die Anonymität der Großstadt und die Isolation am Land sind zwei Seiten einer Medaille – auf der Strecke bleiben die Kinder.“

Jedes vierte Kind armutsgefährdet
Immer dann, wenn Familien strukturell, ökonomisch oder von den emotionalen und psychosozialen Ressourcen her nicht mehr in der Lage sind, ihre vielfältigen Aufgaben in wünschenswerter Weise zu erbringen, ist die Caritas gefordert. Auch dann, wenn Familien durch unerwartete Ereignisse aus der Bahn geworfen werden. Da braucht es verlässliche Formen der Unterstützung. Insgesamt sind laut Statistik rund 268.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren in Österreich armutsgefährdet. 134.000 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren leben in Armut (acht Prozent). Rund jeder vierte armutsgefährdete Mensch in Österreich ist ein Kind.


Neue Modelle für Familien
Franz Küberl fordert ein Gesamtprogramm: „Eine zukünftige Regierung wird auch daran gemessen werden, ob sie für jedes Kind gute Voraussetzungen schafft. Denn wir können es uns gar nicht leisten, auch nur ein Kind zurück zu lassen. Wir müssen uns daher, im Hinblick auf unsere Zukunft, um jedes einzelne Kind bemühen und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Familienfreundliche Arbeitsplätze, insbesondere Teilzeitarbeit, und zwar auch für die Väter! Wenn der Nachwuchs die Pensionen sichern soll, dann werden doch jene, die für den Nachwuchs sorgen, von diesem riesigen Kuchen ein ausreichendes Stück erhalten können.“ Und Küberl weiter: „Eine Neubewertung von Familienarbeit könnte helfen, ebenso Wertschätzung für die in der Familie erworbenen Kompetenzen durch Anrechnung beim Wiedereinstieg. Es muss in die Qualität der Kindergärten investiert werden. Und wir brauchen in den Brennpunkten Early Excellence Centers – also Eltern Kinder Bildungszentren.“
Franz Küberl wünscht sich darüber hinaus von der Regierung ein ambitioniertes Programm zum Ausbau der frühen Hilfen für Familien und starke Verhandlungen mit den Bundesländern, dass die Jugendwohlfahrt auch präventiv tätig werden kann. Denn generell muss festgestellt werden, dass „je früher, je schutzloser und je länger Kinder einer Armutssituation ausgesetzt sind, desto rasanter fährt der Fahrstuhl nach unten und desto geringer wird die Möglichkeit, individuell die eigentlichen Potenziale herauszubilden und Zukunftschancen zu bewahren“. Caritas Direktor Dines sieht in der Wertsicherung der Familienleistungen eine große Herausforderung für die nächste Regierung: „Der Familienlastenausgleichsfonds macht die Marktwirtschaft sozialer. Working poor ist zu großen Teilen ein Familienarmutsphänomen – auf dieses Faktum muss bei den Familienleistungen Bedacht genommen werden. Es braucht daher Familienleistungen, die die Anzahl der Kinder mitberücksichtigen.“

Was tun, wenn die Not am größten ist?
Familien in Not haben mehrere Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten: Mutter-Kind-Einrichtungen, Kindergärten, Familienhelferinnen, die zu Hause in Krisensituationen beistehen. Familienberatungsstellen und Schwangerenberatung sind Anlaufstellen, wo ein offenes Gespräch und die passende Beratung angeboten werden.


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