scheidung

Traumhochzeit ohne böse Folgen

Wir die Partnerschaft am Standesamt besiegelt und über Vermögen und Güter verfügt, sollte daher rechtzeitig an einen Ehevertrag denken.

Einen Ehevertrag aufzusetzen klingt unromantisch. So, als traue man dem geliebten Partner nicht und wolle sich gegen dessen möglicherweise zu erwartende Heimtücke absichern.  Dabei vergessen die meisten Menschen, dass bereits die Hochzeit ein rechtlicher „Vertrag“ ist, der spätestens bei einer möglichen Trennung Konsequenzen für jedes Paar nach sich zieht. „Ich empfehle einen Ehevertrag dann, wenn bereits Vermögen vorhanden ist oder wenn einer eine Liegenschaft einbringt, die in Zukunft als Ehewohnsitz verwendet werden soll“, so Ehe- und Familienrechtsexpertin Mag. Andrea Posch.

Andere Länder, andere Gesetze
Auch eine geplante Übersiedlung eines beruflich dynamischen Paares ins EU-Ausland ist ein gewichtiger Grund für einen Ehevertrag. „Angenommen ein in Österreich verheiratetes Paar zieht nach Italien, hat dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt und will sich – ohne Ehevertrag – scheiden lassen, dann gibt es Probleme, denn es kommt das italienische Eherecht zur Anwendung. Konkrete Konsequenz: Die Vorteile der österreichischen einvernehmlichen Scheidung (Anm.: es reicht bei uns aus zu behaupten, bereits sechs Monate getrennt zu sein) gibt es nicht. Es kommt dann das italienische Eherecht zur Anwendung und das ist kompliziert“, weiß Posch. Paare benötigen ein Trennungsurteil, müssen drei Jahren warten und können sich erst danach scheiden lassen – es sind also zwei Urteile nötig, bis die endgültige Trennung vollzogen werden kann. „Grundsätzlich geht es darum, dass eine Rechtsordnung im EU-Ausland zur Anwendung kommt, welche die meisten Paare nicht kennen. In so einem Fall ist ein Ehevertrag hilfreich.“

Problemfall Ehewohnung
Besitzen Sie eine Immobilie und nutzen Sie diese nicht als Ehewohnsitz, dann haben Sie im Falle einer Scheidung keine Konsequenzen zu fürchten, denn alles was sie in die Ehe eingebracht haben (ob gekauft oder geerbt), unterliegt grundsätzlich nicht der Aufteilung. Anders sieht es aus, wenn eine Wohnung oder ein Haus in die Ehe eingebracht und auch als Ehewohnsitz genutzt werden. Sollte es im Trennungsfall keinen Ehevertrag geben, welcher die Besitzverhältnisse klar definiert, kann der Aufteilungsrichter das Eigentum dem anderen Partner übertragen – wenn dieser einen berücksichtigungswürdigen Bedarf hat. Gehen die drei Kinder ums Eck in die Schule und die Mutter hat keine finanziellen Mittel, um eine Wohnung zu mieten, dann stehen die Chancen gut, dass sie im Haus bleibt.

Keine Ehe ohne Vertrag?
„Ein Ehevertrag macht für zwei Menschen, die in Österreich wohnen, kein Vermögen haben und auch keine Ehewohnung einbringen, wenig Sinn“, weiß Posch. Grundsätzlich findet sie eine klare Regelung der Verhältnisse vor dem Ja-Wort aber empfehlenswert: „So schlimm ist ein Ehevertrag nicht, er ist sicher besser als eine spätere Scheidungsvereinbarung. Denn das Paar ist vor der Hochzeit noch gesprächsbereit und motiviert. Ich verstehe aber durchaus, dass es bei diesem Thema Berührungsängste gibt. Meistens ist es ja ein Partner, der mehr hat als der andere und der Vertrag soll zu keiner Kränkung führen.“ Trotz möglicher Vorbehalte beobachtet die Juristin eine deutliche Zunahme von Eheverträgen. „Die Menschen gehen bewusster in eine Beziehung, sicherlich auch deshalb, weil die Scheidungszahlen steigen und immer öfter erst in einem fortgeschrittenen Alter geheiratet wird, in welchem es bereits Vermögenswerte gibt.“



Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 187 [option] => com_content [view] => article [catid] => 30 [id] => 2685 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 187 [option] => com_content [view] => article [catid] => 30 [id] => 2685 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )