_AND8420.2014-09-12-17-48-38

Partnerschaftlichkeit & Väterkarenz

Ann-Zofie Duvander, Soziologie-Professorin an der Universität Stockholm, erläuterte die wichtigsten Maßnahmen und Eckpfeiler des schwedischen Modells. Insbesondere das schwedische Sozialversicherungsmodell, der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr sowie die hohe Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung wurden hervorgehoben.

„In Sachen Gleichberechtigung und partnerschaftlicher Arbeitsteilung besitzt Schweden durchaus Vorbildwirkung, diese gelebte Partnerschaftlichkeit wäre auch bei uns ein wünschenswerter Ansatz“, betonte Familienministerin Karmasin bei der anschließenden Podiumsdiskussion. Neben der Familienministerin diskutierten der Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung an der Universität Wien (ÖIF), Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, und der Handelssekretär der schwedischen Botschaft, Carsten Grönblad, mit Professorin Duvander über die Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten der Familienpolitik in den beiden Ländern.

Interessant sei, dass Karenzgeld in Schweden eine Versicherungsleistung darstellt. Jeder Elternteil hat Anspruch auf je 240 Tage Karenz, wovon jeweils zwei Monate pro Elternteil in Anspruch genommen werden müssen, da diese sonst verfallen. Die restliche Karenzzeit ist flexibel aufteilbar, die individuellen Bedürfnisse eines Jeden stehen hier im Vordergrund, ganz im Einklang mit der schwedischen Gesellschaftspolitik, die die Eigenverantwortung und -entwicklung des Individuums hervorstreiche.

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten besteht in Schweden die Möglichkeit, die Arbeitszeit auf 75% zu reduzieren und dies bis zum 12. Lebensjahr des Kindes. Dieses Recht auf Elternteilzeit werde vor allem von Frauen häufig genutzt, rund 40% der Mütter nehmen dies in Anspruch, meist werde die Arbeitszeit jedoch bei Schuleintritt der Kinder wieder auf 100% erhöht. Besonders gefordert seien bei einem derartigen Modell auch die Arbeitgeber, denn die Flexibilität der Karenzierungsmöglichkeiten erfordere eine ebenso hohe Flexibilität in der Arbeitswelt. Duvander wies auch darauf hin, dass der Staat all seine Bürger ermutige, berufstätig zu sein bevor sie sich der Familiengründung widmen.

Zudem wurde betont, dass das schwedische Modell auf die Bedürfnisse der schwedischen Wirtschaft abgestimmt ist, denn ein wesentlicher Teil der Bevölkerung sei im öffentlichen Sektor beziehungsweise in Großunternehmen beschäftigt, für Selbstständige und Kleinunternehmen sei dieses Modell nur schwer umsetzbar. „Jedes Land muss seinen eigenen Weg finden, Österreichs Wirtschaft stützt sich auch zu einem bedeutenden Teil auf klein- und mittelständische Unternehmen, daher müssen wir im Einklang mit unseren nationalen Gegebenheiten die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen“, erklärte Karmasin.

Ein weiterer Aspekt aus der Podiumsdiskussion: In Schweden besucht bereits die Hälfte aller Einjährigen eine Kindertagesstätte, ab dem zweiten Lebensjahr sind es bereits knapp 90 Prozent. Ermöglicht wird dies durch ein sehr dichtes und qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsnetz, wodurch der hohe gesellschaftliche Stellenwert von Vereinbarkeit von Familie und Beruf erneut hervorgehoben wird.

Im Zuge des Symposiums wurde auch die Fotoausstellung „Life Puzzle“ zur Rolle der Familie in Schweden vorgestellt, welche von Dienstag 16. September bis Freitag 3. Oktober 2014 in der Jugendinfostelle des Bundesministerium für Familien und Jugend, Franz-Josefs-Kai 51, 1010 Wien, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Foto: Wenzel/BKA

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 187 [option] => com_content [view] => article [catid] => 30 [id] => 2894 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 187 [option] => com_content [view] => article [catid] => 30 [id] => 2894 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )