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Traurig: Grabsteine aus Kinderarbeit!

Tausende Österreicher besuchen zu Allerheiligen und Allerseelen einen Friedhof. Doch nur wenigen ist bewusst, dass viele importierte Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden bzw. aus Kinderarbeit stammen. Das gilt insbesondere für Granit-und andere Natursteine, die aus Indien importiert werden, wo geschätzte 15 Prozent der ArbeiterInnen in der Natursteinbranche Kinder sind, die unter lebensgefährlichen Bedingungen in Steinbrüchen schuften. Doch auch Steine aus China als dem weltweit größten Importeur von indischem Rohgranit sind verdächtig.

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt ruft dazu auf, beim Kauf von Grab- und Natursteinen genau nachzufragen, ob diese nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden und im Zweifelsfall Steinen aus Europa bzw. Österreich den Vorzug zu geben, auch wenn diese etwas teurer sind. "Bei vielen Grabsteinen, aber auch bei Pflastersteinen sowie Küchen- und Bodenplatten, die bei uns vergleichsmäßig billig sind, zahlen diejenigen Menschen drauf, die sie unter katastrophalen Bedingungen herstellen. Und sehr oft bezahlen sie dafür mit ihrem Leben", so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Kindern, die in Steinbrüchen arbeiten, liege bei unter 40 Jahren - eine von vielen tödlichen Bedrohungen sei z.B. das dauernde Einatmen von kieselsäurehaltigem Staub, das zur so genannten "Quarzstaublunge" (Silikose) führt.

Fehlendes Angebot
Nach einem Todesfall sind viele Trauernden sicherlich damit überfordert, sich eigeninitiativ auf die Suche nach einem fair gehandelten Grabstein zu machen. Darum appelliert Jugend Eine Welt an die Bundesinnung der Steinmetze sowie an den Verband der Baustoffhändler Österreich (VBÖ), alles daran zu setzen, um das Angebot fair gehandelter und mit Zertifikat versehener Grab- und Natursteine in Österreich signifikant zu erhöhen. So ist in der Firmenliste von Xertifix, eines der wichtigsten Zertifizierungs-Labels im deutschsprachigen Raum, nur ein einziger österreichischer Händler genannt. Doch auch die Politik bzw. Stadt-und Gemeindeverwaltungen sind gefordert: In Deutschland haben bereits mehr als 20 Kommunen die Aufstellung von Grabsteinen aus Kinderarbeit verboten. In Österreich sind derartige Beschlüsse bis jetzt äußerst selten - so hat der Niederösterreichische Landtag im Jahr 2010 die "Vermeidung des Erwerbes von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit im öffentlichen Beschaffungswesen" beschlossen.

Don Bosco Hilfsprojekte verhindern Kinderarbeit
Jugend Eine Welt unterstützt in Indien zahlreiche Don Bosco Hilfsprojekte, die Kinderarbeit bekämpfen bzw. KinderarbeiterInnen, darunter "Ziegelkindern", durch Schul- und Berufsbildung eine Zukunftschance geben. In "Kinderparlamenten" lernen die Kinder ihre eigenen Rechte kennen - z.B. dass gefährliche Formen von Kinderarbeit gesetzlich verboten sind.

TIPP: Wichtige Zertifizierungs-Labels, die viel öfter zum Einsatz kommen sollten, sind Win=Win Fair Stone,TFT Responsible Stone Program sowie Xertifix

Foto: Benjamin Pütter

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