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Achtung Zecken

Vor mehr als 25 Jahren wurde das Krankheitsbild der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zum ersten Mal beschrieben. Dies Viruserkrankung – auch Zecken-Hirnhautentzündung genannt – beginnt häufig wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie kann eine Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks auslösen. Schwere Verläufe der FSME führen in 10–20 Prozent zu Lähmungen und bleibenden Schäden. Ein Prozent der Erkrankungsfälle verläuft tödlich. Die Krankheit kann auch zu Persönlichkeitsveränderungen führen. Weltweit gibt es etwa 850  Zeckenarten. In Österreich wird der Gruppe der Schildzecken und dem dazugehörenden „Gemeinen Holzbock“ die Übertragung von FSME aber auch der Borreliose (siehe Kas- V ten rechte Seite) nachgesagt. War man früher der Meinung, Zecken würden in Bäumen sitzen und auf ihre Opfer lauern, so weiß man heute, dass sie sich vor allem in der bodennahen Vegetation aufhalten. Die Insekten sitzen zumeist auf der Unterseite der Blattenden und auf der Spitze von Zweigen. Sie werden beim Vorübergehen einfach abgestreift. Demnach wird die überwiegende Anzahl von Zeckenbissen bei Menschen an den Beinen, in der Gesäß- und der Genitalregion beobachtet. Kinder hingegen werden zumeist am Kopf erwischt. Besonders gefährlich sind Eichen- und Hainbuchenwälder sowie Buchen- und Tannenwälder oder wärmere Südhanglagen mit niedrigen Sträuchern. Feuchte Sommer und milde Winter sind ein Garant für das Anwachsen der Zeckenpopulation. Im Jahr 2008 wurden mit dem FSME-Virus infizierte Zecken erstmals auf über 1.500 Metern Seehöhe registriert – eine weitere Folge der Klimaerwärmung. Folglich ist eine steigende Anzahl von Wanderern diesem Risiko ausgesetzt.

FSME beginnt mit fieberhaften Infekten

Für eine Infektion ist der zweiphasige Krankheitsverlauf typisch. Nach ein- bis zweiwöchiger Inkubationszeit kommt es zu einem fieberhaften Infekt, der nach einigen Tagen wieder abklingt. Bei etwa einem Drittel der Infizierten tritt nach einem fieberfreien Intervall von bis zu 20 Tagen eine neue Erkran-kungsphase auf: Hohes Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifheit sind die Symptome. Gegen die einmal ausgebrochene Krankheit gibt es so gut wie keine Heilbehandlung, nur die Symptome können gelindert werden. Die Schutzrate bei einer Impfung liegt bei fast 100 Prozent. „Zecken kann man nicht
aus dem Weg gehen. Die Impfung ist der einzig wirksame Schutz vor FSME und für alle Österreicher ab dem vollendeten 1. Lebensjahr ausdrücklich vom Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates empfohlen“, so dessen Vorsitzender Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz. Erst nach Abschluss der dreiteiligen  Grundimmunisierung und bei Auffrischungen im richtigen Intervall ist man ausreichend vor einer Infektion durch eine infizierte Zecke sicher. Laut Impfplan
ist die erste Auffrischungsimpfung nach drei Jahren fällig, danach muss nur noch alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Seit dem Jahr 1990 wurden europaweit mehr als 157.500 Fälle einer FSME-Infektion dokumentiert. Das entspricht 8.755 Fällen pro Jahr. Obwohl Österreich aufgrund der klimatischen
Bedingungen ein hohes FSME-Risiko aufweist, konnte aufgrund der hohen Durchimpfungsrate die Zahl der Opfer von 677 im Jahr 1979 auf 86 Fälle im Jahr 2008 reduziert werden.

Die Auffrischung schützt Kinder fünf Jahre

In Österreich gibt es zwei FSME-Impfstoffe, die noch bis Ende Juli um etwa 30 Prozent verbilligt sind. Beide Impfstoffe gewährleisten einen sehr guten Impfschutz. Die Wirksamkeit der Zeckenschutzimpfung liegt bei korrekt eingehaltenem Impfintervall bei etwa 99 Prozent in allen Altersgruppen. Unterschiede gibt es in der Zusammensetzung der Impfstoffe: Ein Impfstoff enthält anstelle eines Proteins aus Blutplasmaspenden (Humanalbumin) eine Saccharose. Zum bisherigen Wissen und der klinischen Erfahrung gibt es nun neue Studiendaten, die die Empfehlungen des österreichischen Impfplans, den Impfschutz nach der ersten Auffrischung bis zum 60. Lebensjahr nur noch alle fünf Jahre zu erneuern, für Kinder nochmals bekräftigt: Fünf Jahre nach der ersten Auffrischung hatten in einer aktuellen Studie 100 Prozent der Kinder ausreichend hohe schützende Antikörper. Der beste Schutz gegen FSME ist also die korrekte Einhaltung der Impfintervalle. Jeder Arztbesuch sollte deshalb auch dazu benützt werden, Erkrankungsrisiko und eigenen Impfstatus mit dem Mediziner des Vertrauens zu besprechen und zu überprüfen. Kontrollieren Sie den Impfpass Ihrer Familie und erneuern Sie regelmäßig den Impfschutz. Nur dann gehen Sie auf Nummer sicher.

Zecken und Bakterien

Der als „Zecke“ bekannte Gemeine Holzbock durchläuft in seiner zwei- bis sechsjährigen Lebenszeit mit dem Larven-, Nymphen-und Erwachsenenstadium mehrere Entwicklungsstufen. Um überleben zu können, braucht er in jedem Stadium eine Blutmahlzeit, welche er durch Saugen an einem Wirbeltier aufnimmt. Für die erste Blutmahlzeit im Larvenstadium dient meist eine Maus. Erst die Nymphe kann auch die Haut von größeren Tieren wie Igel, Vögel,
Wildschweine oder auch die menschliche Haut durchdringen. Die Borrelien gelangen durch den Stich einer infizierten Zecke –unabhängig von deren Stadium – in einen Wirt. Während der Phase, in der dieser Wirt Erreger im Blut besitzt, kann eine andere Zecke diese während der Blutmahlzeit aufnehmen und auf den Menschen übertragen. Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die mit Antibiotikum bekämpft werden muss, um Spätfolgen auszuschließen.

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