depression_kinder

Frostbeulen auf der Seele

Neun Stunden am Stück – so lange hat Sylvia, 34, schon lange nicht mehr geschlafen. Dennoch kommt sie in der Früh kaum aus dem Bett und würde sich am liebsten gleich wieder unter der Decke verkriechen. Sie spürt Trauer und das Gefühl, dass ihr die ganze Welt gestohlen bleiben kann. Was ist nur los mit mir, fragt sich Sylvia.

Natürliches Licht als Stimmungskanone

Sylvia leidet unter einer Herbst- und Winterdepression. So wie ihr – oder noch schlimmer – geht es zwischen Oktober und März etwa jedem sechsten Menschen in Österreich. „Wenn sich die Tage verkürzen, dann wird mehr Melatonin ausgeschüttet, und dieses Melatonin versetzt uns als Vorstufe von Serotonin in eine Art Winterschlaf,“ erklärt Univ. Doz. Dr. Margot Schmitz. „Ein russischer Bauer hat sich aus diesem Grund einmal auf seinen Ofen gelegt und den ganzen Winter verdöst. Diese Methode können wir natürlich nicht anwenden,“ so die Psychotherapeutin weiter. Der Auslöser für die frostige Gemütslage: „Unsere elektrische Beleuchtung liefert zwar Helligkeit, biologisch ist das aber zu wenig.“ Nur die wenigsten Pflanzen können in ausschließlich elektrisch beleuchteten Räumen überleben, und auch der Mensch hat seine liebe Not, wenn ihm nicht oft genug die Sonne ins Gesicht scheint. Die Folgen: Eine „saisonal abhängige Depression“ (SAD), die sich vor allem durch Mattheit, Rückzug, Grant und den verschärften Gusto auf Süßigkeiten äußert.

Bewegung und Freunde bringen neuen Schwung

Manchmal muss man sich zu seinem Glück zwingen – das trifft auch auf die ersten Sofort- beziehungsweise Präventivmaßnahmen gegen die Winterdepression zu: Bewegung, Sonnenlicht (am bestens mindestens 1 Stunde pro Tag), Treffen mit Freunden und Bekannten sorgen für neuen Schwung und vertreiben trübsinnige Gedanken. Wer sich sportlich betätigt, lässt seinen Körper auch das „Glückshormon“ Dopamin ausschütten, ein Top Eigentherapiemittel. Die Serotoninausschüttung kann mit Lichttherapie angeregt werden, diese Art der Behandlung sollte aber vorher mit einem Arzt abgesprochen werden.

So werden Sie aufnahmefähiger für zarte Sonnenstrahlen

Mittel zur Belebung des Serotoninhaushaltes liefert auch Mutter Natur: Johanniskraut ist ein bewährtes Hausmittel gegen aufkeimende  Winterdepressionen. Es schöpft seine heilende Kraft aus dem roten Farbstoff Hypericin, der den Menschen „aufnahmefähiger“ für Sonnenstrahlen macht. Tipp: Gönnen Sie sich regelmäßig eine Schale Johanniskrauttee. Die Rettung aus dem Stimmungstief kann auch Ginseng-Tee bringen, genauso wie ätherische Öle, z.B. in Duftlampen oder im Badewasser. Und wenn das alles nichts nützt? „Wenn der innere Schweinehund nicht überwunden werden kann und man kaum mehr raus geht, wenn die Antriebslosigkeit dazu führt, dass man mehr als 10 Stunden schläft, mehr als fünf kg zunimmt und wenn außer Schokolade nichts mehr Freude macht und die soziale Rückzugstendenz erschreckende Formen annimmt, dann sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen,“ meint Dr. Schmitz. „Dann ist das nämlich eine ausgewachsene Winterdepression, die noch dazu jedes Jahr schlimmer wird, wenn man nichts dagegen tut.“

Typische Symptome einer Winterdepression

• Mattheit
• Energielosigkeit
• Heißhunger auf Süßigkeiten
• Gereiztheit
• Gedrückte Stimmung
• Vernachlässigung sozialer Kontakte
• Erhöhtes Schlafbedürfnis
• Unlust, in der Früh das Bett zu verlassen

„Wenn außer Schokolade nichts mehr Freude macht, wenn man am Abend immer allein beim Ofen hockt und die soziale Rückzugstendenz erschreckende Formen annimmt, dann braucht man Hilfe, weil das eine ausgewachsene Winterdepression ist, die noch dazu jedes Jahr schlimmer wird, wenn man nichts dagegen tut.“ Univ.-Doz. Dr. Margot Schmitz

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 185 [option] => com_content [view] => article [catid] => 13 [id] => 1939 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 185 [option] => com_content [view] => article [catid] => 13 [id] => 1939 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )