10finger

Knacks!

Das Geräusch wird meist von allen, die es hören, als höchst unangenehm empfunden – außer von demjenigen, der es abgesondert hat. Der fühlt sich danach meistens erleichtert. Und wird in Folge oft mit bösen Blicken bestraft. So etwas gehört sich nämlich nicht. Einfach in der Öffentlichkeit mit den Knochen zu knacksen.

Buben und Männer lassen es besonders gerne krachen

Das Krachen mit den Gelenken wird meistens durch Ineinanderlegen und Durchbiegen beider Hände ausgelöst, besondere Spezialisten können auch anderen Körperteilen ein Knacksen entlocken. Die geschlechtsspezifische Rollenverteilung ist dabei klar: Knacksen ist eine Buben- beziehungsweise Männerdomäne. Das weibliche Publikum wider Willen reagiert in der Regel altersabhängig: „Iiihh, ur grauslich,“ pflegen viele Mädchen zu klagen, wenn Klassenkameraden oder Brüder die Gelenke krachen lassen. Werden Frauen und Mütter Ohrenzeugen, gibt es meist strenge Blicke und eine eindeutige Ansage: „Hör auf damit, das gehört sich nicht. Und schädlich ist es auch.“ Dass Knacksen gegen den guten Ton verstößt, ist unumstritten. Aber ist es wirklich schädlich?

Vakuumgestützt oder mittels Impingement – wie knacksen Sie?

Das Knacksen der Gelenke kann auf zweierlei Arten ausgelöst werden. Erstens durch die so genannten „Vakuumphänomene“. Diese treten dann auf, wenn ein Gelenk über das „normale“ Ausmaß hinaus durchgebogen beziehungsweise durchgedrückt wird, weil es dabei zu einem Unterdruck im Gelenk kommt.
Wird dieser gelöst, bildet das in der Gelenksflüssigkeit gelöste Gas eine Blase, und dabei entsteht das Knacksen. Die zweite Variante, um es krachen zu lassen, wird von Fachleuten als „Impingement“ von Sehnen, Bändern und Schleimhautfalten bezeichnet. Wenn verkürzte Sehnen oder zusätzlich ausgebildete Schleimhautfalten die normale Beweglichkeit einschränken, knackst es, sobald ein bestimmtes Bewegungsausmaß überschritten wird, und die Struktur in die richtige Position schnappt. Die schlechte Nachricht für alle Knacks-Fans: Beide Varianten sind ungesund.

Knacksen kann Arthrosen auslösen

„Wenn das Knacksen durch das Vakuumphänomen ausgelöst wird, ist es insofern problematisch, weil dieses Knacksen meist ja nur dann auslösbar ist, wenn das Gelenk über das normale Maß hinaus bewegt wird,“ erklärt Dr. Johannes Gründler, Oberarzt am Orthopädischen Spital Speising in 1130 Wien. „Dabei wird der Knorpel geschädigt,  es entstehen Mikrotraumen, und wenn das zu häufig passiert, nutzt sich der Knorpel ab, und das kann in späteren Jahren zu einer verfrühten Abnutzung des Gelenks führen.“ Das kann dann wehtun, aber noch andere Nebenwirkungen bis hin zur eingeschränkten Arbeitsfähigkeit hervorrufen. Schließlich gehören zu einer Arthrose neben Schmerzen auch Symptome wie Schwellungen und eingeschränkte  Bewegungsfähigkeit. Hat nun jemand zum Beispiel einen Job, bei dem an der Computertastatur viel „Fingerarbeit“ gefragt ist, kann das zum Problem werden, wenn jeder in die Tastatur gedrückte Buchstabe ein „Aua“ auslöst. Wann diese unangenehmen Nebenwirkungen des Knacksens auftreten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer aber als Kind oder Teenager zu knacksen anfängt, nie aufhört und gleichzeitig viel mit den Fingergelenken (z.B. am Computer) arbeitet, muss damit rechnen, dass sich bereits um den 30. Geburtstag die ersten Beschwerden einstellen. Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern ist, mit dem Knacksen aufzuhören. Auch wenn das nicht allen leicht fällt.

„Ich rate jedem, das Knacksen sein zu lassen. Wenn man ständig knackst, werden die Bänder dadurch immer mehr ausgeleiert und die Knorpel werden abgenutzt. Das kann zu einer verfrühten Abnutzung des Gelenkes führen.“ Dr. Johannes Gründler, Oberarzt am Orthopädischen Spital Speising

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