landschaft winterblues  2

Von wegen sonniges Gemüt

Zahlreiche Studien belegen, dass die Herbst- oder Winter- in Wahrheit auch eine Lichtmangeldepression ist: So treten die typischen Beschwerden vor allem nordischen Ländern auf, wo es im Winter nur wenige Stunden hell ist, während sie im sonnigen Südeuropa so gut wie unbekannt sind. In Österreich, das von den Tageslichtstunden im Winter her etwa in der Mitte liegt, sind besonders all jene gefährdet, die ihren Arbeitsweg morgens und abends im Dunkeln zurücklegen und die Zeit dazwischen ausschließlich im Büro verbringen.

Wie Lichtmangel das Gemüt verfinstert
Mattheit, Gereiztheit, Lustlosigkeit, Energielosigkeit, gedrückte Stimmung, und der Hang, soziale Kontakte zu vernachlässigen – das sind einige der typischen Symptome einer Herbst- oder Winterdepression. Dazu kommt oft noch ein erhöhtes Schlafbedürfnis, die Unlust, in der Früh das Bett zu verlassen und ein mitunter schier unstillbarer Heißhunger auf Süßigkeiten. Eine Herbst- oder Winterdepression – von Experten „saisonal abhängige Depression“ genannt (SAD) genannt – erwischt irgendwann fast jeden. In Österreich muss sich in den Monaten Oktober bis März etwa jeder sechste Mensch mit den Symptomen einer Herbstdepression herumschlagen. Als Hauptursache dafür gilt der Mangel an natürlichem Licht. Künstliche, elektrische Beleuchtung liefert zwar Helligkeit, aber nur die Sonne kann den Körper zur verstärkten Produktion von Endorphinen (auch Glückshormone genannt) anregen. Deshalb sind wir im Sommer oft blendend gelaunt, fühlen uns besonders selbstsicher und energiegeladen. Wenn aber an trüben, nebligen Herbsttagen kaum ein Sonnenstrahl zu erhaschen ist, fehlen Endorphine – und die Stimmung schlägt um. Zum Glück gibt es mehrere Wege aus der Stimmungskrise.

So kommt das Glück zurück
Die wichtigsten Sofort- beziehungsweise Präventivmaßnahmen gegen eine Herbstdepression sind Bewegung und Sonnenlicht (siehe Kasten). Empfohlen werden beide „Glücksbringer“ in einer Dosis von jeweils mindestens einer Stunde. Besonders effektiv ist daher eine Kombination beider Mittel, sprich: Bewegung im Freien. Wer dabei wirklich sportlich zu Werke geht, lässt seinen Körper das Glückshormon Dopamin ausschütten, und fühlt sich zum Beispiel nach einer schweißtreibenden Jogging-Einheit auch emotional fit. Wer eher zum Couch-Potatoe geboren scheint, und im Winter auch noch vom schlechtem Wetter und den ersten Vorboten einer Depression (Mattheit, Lustlosigkeit,...) an Aktivitäten im Freien „gehindert“ wird, kann in einem Haustier einen wichtigen Verbündeten gegen die SAD finden. Besonders Hundebesitzer, die bei jedem Wetter zumindest eine kurze Runde um den Block drehen müssen, können dabei wichtige Emotions-Pluspunkte sammeln. Zumal man beim Spaziergang mit einem Hund ja auch leichter mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Und soziale Kontakte können die trüben Gedanken schnell vertreiben.

Lebensmittel als Stimmungsaufheller
Wer dem Heißhunger nach Süßem über die Maße nachgibt, tut sich damit auch in schweren Zeiten nichts Gutes. Schokolade kann zwar kurzzeitig die Stimmung heben, á la longue aber mit „Nebenwirkungen“ wie Hautunreinheiten oder Übergewicht Salz in die Wunden der Seele streuen. Tipp: Essen Sie lieber eine Banane, wenn Sie Lust auf Süßes haben. Bananen enthalten viel Magnesium, und das kann das Wohlbefinden steigern und „beruhigend“ wirken. Auch Nüsse und Linsen sind reich an Magnesium. Als Stimmungsaufheller gelten auch Lebensmittel, die viele Kohlenhydrate, und Serotonin enthalten. Das sind etwa Nudeln, oder Kartoffeln. Aber auch Johanniskraut kann bei trüben Gedanken Wunder wirken. Das Johanniskraut schöpft seine heilende Kraft aus dem roten Farbstoff Hypericin. Hypericin macht uns aufnahmefähiger für die positive Wirkung der Sonnenstrahlen. Und weil die im Winter meist ohnehin rar sind, kann es auf keinen Fall schaden, ihrer Wirkung ein  bisschen auf die Sprünge zu helfen. Tipp: Gönnen Sie sich regelmäßig eine gute Tasse Johanniskraut-Tee. Am besten zusammen mit einem lieben Menschen. Und am allerbesten schmeckt so ein heißer Tee nach einem Spaziergang durch neblige Herbstlandschaften. Da löst sich dann die Herbstdepression sehr oft schon in ihren Ansätzen wie von Zauberhand auf.


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