hand in hand Reicher - Fotolia.com Kopie

Chemie in Kinderkleidung

Bekleidung und Schuhe aus Supermärkten in Österreich, Deutschland und der Schweiz enthalten eine breite Palette bedenklicher Chemikalien, wie eine heute von Greenpeace veröffentlichte Untersuchung zeigt. Greenpeace hat 26 Produkte in zwei unabhängigen Labors analysieren lassen, wobei mehr als die Hälfte der Proben umwelt- und gesundheitsschädliche Schadstoffe aufwiesen. Chemikalien wie Dimethylformamid (DMF), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder 2-Phenyl-2-propanol (2PP) überschritten die herangezogenen Vergleichs- und Vorsorgewerte.


„Gerne wird im Supermarkt zwischen Gemüse- und Tiefkühlabteilung auch zum einen oder anderen Textil-Angebot gegriffen. Der Chemie-Cocktail, der in Diskonter-Schuhen, T-Shirts und Co. tatsächlich steckt, bleibt meist im Verborgenen“, erklärt Greenpeace-Konsumentensprecherin Nunu Kaller und fordert: „Supermarktketten wie Hofer, Interspar und Penny und auch Tchibo müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und ihr Textil-Angebot bereinigen – wir fordern Kleidung, die frei von bedenklichen Chemikalien ist.“

Die Labor-Ergebnisse zeigen, dass die getesteten Schuhe von allen Produkten am höchsten belastet waren, besonders die in Österreich gekauften Proben stachen hervor: In einem Paar Turnschuhe von HOFER befanden sich 270 mg/kg DMF. DMF gilt als fortpflanzungsgefährdend, akut toxisch und gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. Das österreichische Umweltzeichen empfiehlt Höchstwerte von 10 mg/kg, da sich die Substanz aus dem Material lösen kann. Die getesteten Schuhe von INTERSPAR und PENNY waren stark mit der hautreizenden und möglicherweise allergieauslösenden Chemikalie Acetophenon belastet. Die meisten der getesteten Schuhe wiesen einen beißenden, unangenehmen Geruch auf, was häufig auf Substanzen wie Naphthalin aus der Gruppe der PAK hinweist. Am stärksten mit dem früher als Mottengift verwendeten Naphthalin waren Kinder-Gummistiefel von Tchibo belastet (2,2 mg/kg). Ab Ende 2015 dürfen Kinderprodukte mit Hautkontakt, die über 0,5 mg/kg krebserregende PAK enthalten, nicht mehr verkauft werden.

Zusätzlich zu den Labortests hat Greenpeace das Textil-Angebot der Supermärkte einem breiten Nachhaltigkeitscheck unterzogen und neben Chemikalien-Management, Rohstoffeinsatz und Wiederverwertbarkeit der Textilien erstmals auch Sozialstandards in der Fertigung genauer unter die Lupe genommen. Die größten Schwächen zeigten sich durchwegs beim Einsatz gefährlicher Chemikalien. In Österreich stuft Greenpeace INTERSPAR in diesem Bereich als „miserabel“, Hofer als „schlecht“ ein. Im Zuge der Befragung durch Greenpeace entschloss HOFER sich jedoch, künftig „wo immer möglich“ auf PFCs (polyflourierte Chemikalien, die oft zur Imprägnierung von Textilien genutzt werden) zu verzichten: „In anderen Bereichen des Chemikalien-Managements gibt es jedoch noch Lücken“, so Kaller. REWE (PENNY) und Tchibo sind laut Greenpeace-Check „auf dem Weg“, wirklich „giftfrei“ ist keiner. „Hofer, Interspar, Rewe und Tchibo müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und saubere Produktionsstandards durchsetzen“, fordert Kaller abschließend.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 185 [option] => com_content [view] => article [catid] => 13 [id] => 2953 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 185 [option] => com_content [view] => article [catid] => 13 [id] => 2953 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )