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Angst vor dem Bohrer: Der Psyche auf den Zahn gefühlt

Panik vor dem Zahnarzt, dem Bohrer und dem seltsamen Geruch in der Ordination – für viele Menschen nichts Ungewöhnliches. Anders wenn sich Kinder vor dem Doktor fürchten, denn diese Angst hängt in vielen Fällen mit schwierigen Familienverhältnissen oder psychologischen Behandlungen zusammen. Schwedische Forscher haben erhoben, dass Kinder und Jugendliche, die Zahnarzttermine ständig verschieben oder absagen, viermal häufiger Kontakt mit Psychologen oder Anwälten haben. Ihr Vorschlag: Zahnärzte sollten dieser Patientengruppe mit ganz besonderem Respekt und viel Verständnis begegnen.

Die Ursache der Angst

Während ein mulmiges Gefühl in der Zahnarztpraxis weit verbreitet ist, löst etwa bei jedem Zwanzigsten allein der Gedanke an die Behandlung extreme Angstzustände aus. Man führt das besonders auf schlimme Erfahrungen beim Zahnarzt in der frühen Kindheit zurück. Die Möglichkeiten des Zahnarztes, um mit diesen besonders schwierigen Patienten umzugehen, reichen von Medikamenten gegen Angst, Lachgas und Hypnose bis hin zu Betäubungen, die jedoch nur in Extremfällen zum Einsatz kommen. Mittlerweile gibt es sogar Zahnärzte, die sich auf minderjährige oder erwachsene Angstpatienten spezialisiert haben.

Soziale Schicht ausschlaggebend

Anliegen der Studie war es, mögliche Unterschiede zwischen Jugendlichen, die diese speziellen Zahnärzte benötigen, und ihren Alterskollegen festzustellen. Je 250 junge Patienten aus beiden Gruppen beschrieben dafür ihre Familie und ihr tägliches Leben. Klar zeigte sich: Kinder und Jugendliche, die sich der Zahnarztbehandlung widersetzen, haben deutlich öfter Zahnarzt-Angst, stammen eher aus Familien aus niedrigen sozialen Schichten und mit geringem Einkommen. Sie leben häufig mit einem einzigen Elternteil, sind weniger aktiv und haben mehr psychologische Probleme als ihre Alterskollegen.

Sorge der Eltern wird vererbt

Auch die Eltern wurden im Zuge der Erhebung befragt. Dabei zeigte sich, dass die meisten ebenfalls an schlimmen Zahnarzt-Ängsten litten und eher Zustände der Angst und Sorge hatten, wenn ihre Kinder die auf Problempatienten spezialisierten Zahnärzte benötigten. Es scheint, als ob die Angst vor dem Zahnarzt vererbt wird. Will ein Elternteil aufgrund seiner eigenen Ängste das Kind nicht zum Zahnarzt begleiten, so wirkt sich das natürlich negativ auf das Kind aus. Die Ergebnisse zeigen, laut Ansicht der Studienleiter, dass eine Zusammenarbeit zwischen Psychologen oder Sozialarbeitern mit den Zahnärzten aus Gründen der Zahngesundheit sinnvoll wäre. Denn: Es geht darum, so früh wie möglich zu entdecken, welche Kinder und Jugendlichen besondere Hilfe und Unterstützung brauchen. Diese Form der Kooperation gibt es bisher aber noch nicht.

Foto: Kristian Sekulic/Fotolia

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