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Zunahme der Antibiotikaresistenzen – was tun?

Laut EU Kommission starben 2011 schätzungsweise 25.000 Patienten in der Europäischen Union an der direkten Folge einer Infektion mit multiresistenten Bakterien. Die werden in der Regel im Krankenhaus erworben und führen dazu, dass den Betroffenen trotz einer Behandlung mit Antibiotika nicht mehr effektiv geholfen werden kann, da die eingesetzten Arzneimittel gegen die verursachenden Bakterien nicht mehr wirksam sind.  Gesundheitsausgaben und Produktivitätsverluste verursachen den Mitgliedsstaaten einen Schaden von ca. 1,5 Milliarden Euro. Nun diskutierten nationale und internationale Experten auf dem Europäischen Medizinrechtstag in Wien wie steigenden Resistenzraten wirksam begegnet werden kann.

Verbindliche Hygienerichtlinien reduzieren Antibiotikaresistenzen

Präventivmaßnahmen könnten einen Großteil der Infektionen vermeiden. Dazu gehört die  konsequente Einhaltung der Händehygiene, Strategien gegen Handschuhperforation während chirurgischer Eingriffe wie beispielsweise durch die Verwendung doppelter Handschuhe oder Handschuhwechsel bei längeren Operationen, ebenso wie gezieltes Screening auf Besiedelung mit Staphylococcus aureus im Rahmen präoperativer Voruntersuchungen. „Infektionsraten lassen sich besonders effektiv senken, wenn sich krankmachende Erreger erst gar nicht verbreiten“, so Prof. Dr. Assadian, Präsident der ÖGKH. „Durch jede verhinderte Infektion sinkt auch die Notwendigkeit der Antibiotikagabe und damit der Selektionsdruck auf Bakterien“, so Assadian weiter. Doch in der Praxis scheitert das oft an Hürden an der Schnittstelle zwischen niedergelassenem Bereich und Krankenhaus, und am fehlenden Geld. Dies revidiert Mag. Martin Schaffenrath vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger: „Durch die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene konnte aufgezeigt werden, dass präventive Kosten von rund 100 bis 120 Euro in keinem Vergleich zu den diagnostischen und therapeutischen Kosten einer tatsächlich eingetretenen Staphylokokken-Infektion stehen. Mit solchen Präventionsmaßnahmen wäre es also möglich, erhebliche Folgekosten zu vermeiden. Was Kostenerstattungen und Refinanzierungen anbelangt, werden Krankenkassen künftig vermutlich immer mehr gefordert werden“. Damit diese Wirkung zeigen, sind jedoch auch einheitliche und verbindliche Hygienestandards in allen Gesundheitseinrichtungen erforderlich. Nur dann nämlich lassen sich Ausbreitungen in Gesundheitseinrichtungen konsequent vermeiden. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es solche verbindliche Standards in Österreich aber derzeit noch nicht.  

Blick über den Tellerrand notwendig

Umso wichtiger ist es deshalb über den Tellerrand hinaus zu blicken und die zunehmende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen auch aus einer internationalen Perspektive zu betrachten. „Der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen ist kein österreichisches Problem allein, sondern betrifft alle westlichen Industrieländer.“, ist Prof. Dr. Alfred Radner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Medizinrecht, überzeugt: „Deshalb werden wir nur erfolgreich sein,  wenn wir rechtlich integrativ und fachlich interdisziplinär denken und bereit sind voneinander zu lernen.“ So lässt sich das Thema Gesundheit längst nicht mehr isoliert von anderen Bereichen wie zum Beispiel der Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit betrachten. Denn insbesondere der ungesteuerte  Antibiotikaeinsatz in der Fleischproduktion begünstigt die Bildung von Resistenzen maßgeblich und macht dringend gemeinschaftlich harmonisierte Regelungen erforderlich.  Wie wichtig dieses Thema mittlerweile ist, zeigt auch der Die G7-Gipfel in Elmau, bei dem sich die Teilnehmer-Staaten zuletzt darauf geeinigt haben, einen gemeinsamen, übergreifenden Ansatz zu entwickeln. Auch Prof. Assadian betont: „Wir halten die Augen offen und wollen besser verstehen, wie andere Länder dem Problem zunehmender Antibiotikaresistenzen begegnen. In Zukunft werden wir deshalb den Austausch mit internationalen Kollegen weiter ausbauen müssen, um gemeinsam Lösungen für diese Herausforderung der modernen Medizin zu finden.“

Foto: 
 © Ilike

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