kerzen_Weihnachten

Himmlische Kinder und Streithansln

Wie jedes Jahr ist der Christbaum schön geschmückt. Die Kugeln sind poliert, der Lametta gut platziert. Wie jedes Jahr türmt sich eine Menge Geschenke auf dem Gabentisch, wie jedes Jahr hat Mama groß aufgekocht. Alles könnte perfekt sein. Aber wie jedes Jahr genügen schon Kleinigkeiten, um die weihnachtliche Familienidylle zu kippen. Und wenn dann Streitgespräche oder gar Schreiduelle die Stille Nacht stören, fragen sich viele der betroffenen Familien: Warum sind wir eigentlich nicht einmal fähig, ohne Streit Weihnachten zu feiern?

„Lasst uns froh und munter sein!“

Die Antwort: Weil das in den meisten Fällen gar nicht so einfach ist. „Weihnachten ist ein Fest, an das irrsinnig viele Erwartungen geknüpft sind, die man erfüllen muss,“ erklärt Dr. Joachim Hinsch, Leiter des Wiener Instituts für Ehe- und Familientherapie. „Zu Weihnachten muss alles perfekt sein. Und dann muss man am Heiligen Abend auch noch auf Kommando alle lieben und supergut drauf sein. Das muss man erst einmal schaffen.“ Tipp des erfahrenen Psychologen: „Überlegen und besprechen Sie mit Ihrer Familie im voraus, was allen Beteiligten zu Weihnachten wirklich wichtig ist. Und dann überlegen und besprechen Sie, was machbar ist – und wo Sie sich trauen, Erwartungen nicht zu erfüllen.“ Besonders die oft sehr hoch gesteckten Erwartungen führen nämlich in vielen Fällen zu Frust-Erlebnissen und Enttäuschungen. Einige dieser Erwartungen werden von außen in die Familien getragen, meist sind es aber die Elternselbst, die die Ansprüche an sich selbst und die Familie sehr hoch ansetzen.

„Dabei habe ich mich so bemüht!“

Ein fünfgängiges Menü. Mehrere Sorten Weihnachtsbäckerei. Alles frisch und mit viel Liebe zubereitet. Dazu reichlich Geschenke, die vom Herzen kommen und auch wirklich Freude machen sollen. Der Christbaum und die Kinder werden schön herausgeputzt, der ganze Wohnbereich erstrahlt in sauberem Glanz. Alle Verwandten werden eingeladen, besucht, angerufen oder zumindest mit einer netten Grußkarte bedacht. Wer sich selbst so ein Programm aufbürdet, auf Perfektion Wert legt und dabei auch noch von allen Familienmitgliedern Harmonie und beste Laune erwartet, kann eigentlich nur Scheitern.

Perfekte Organisation für den Tag X(-Mas)

Das heißt: Es wird nicht trotz des vielen Aufwandes gestritten, sondern indirekt sogar deswegen, weil die Vorbereitungen auf den Heiligen Abend für soviel Stress und Druck sorgen, dass die Nerven blank liegen, bevor die ersten Geschenke ausgepackt sind. Im Umkehrschluss gilt, dass weniger oft mehr ist: Wenn Mami weniger aufwändig kocht und bäckt, hat sie wahrscheinlich mehr gute Laune – und auch mehr Zeit, mit den Kindern die Spielsachen, die das Christkind gebracht hat, gleich unter dem Christbaum auszuprobieren. Und an dieses Weihnachtsfest werden sich dann wahrscheinlich alle gerne zurückerinnern. Damit das klappen kann, sind aber auch gute Organisation und Arbeitsteilung notwendig. Wer schon zu Beginn der Adventzeit den Familienrat einberuft und festlegt, wie das Weihnachtsfest ausschauen soll, und wer in der Vorbereitung welche Aufgaben übernehmen kann, hat gute Chancen auf ein wirklich harmonisches „Fest der Liebe“.

Nicht vergessen: Auch Kinder haben im Advent viel zu tun.

Startet man aber erst wenige Tage vor dem Heiligen Abend mit den Vorbereitungen, sind Überforderung, Stress und Streit vorprogrammiert. Dazu kommt, dass sich viele Eltern gegen Ende der Adventzeit von ihrem Nachwuchs besondere Unterstützung erwarten, unbewusst rechnen manche Mamis und Papis auch mit einer Art „vorauseilender“ Dankbarkeit: Schließlich haben sie ja trotz allem Stress gerade tolle und teure Geschenke besorgt und können dafür im Gegenzug freundliche Worte und Hilfe beim Christbaumaufstellen erwarten, so die unterbewusste Logik. Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Kinder haben es in der Vorweihnachtszeit nämlich auch nicht leicht. Bei den Kleineren kann die Vorfreude auf das große Fest für Angespanntheit und Unruhe sorgen, die Größeren müssen selbst Geschenke besorgen und eventuell auch knapp vor dem Auftritt des Christkinds noch mehrere Schularbeiten über die Bühne bringen. Tipp: Geschenke rechtzeitig besorgen. Eventuell kann mit einigen Freunden und Verwandten bei beidseitigem Einverständnis ja auch die Vereinbarung getroffen werden, heuer auf Geschenke zu verzichten, und dafür zum Beispiel etwas gemeinsam zu unternehmen – aber bitte erst dann, wenn wirklich Zeit dafür ist.

So schenken Sie sich und Ihren Lieben ein harmonisches Weihnachtsfest

ORGANISATION & ARBEITSTEILUNG: Die Planung für den Heiligen Abend kann schon Wochen vor dem Fest beginnen. Eine Checklist sorgt dabei für den Überblick, was zu tun ist, und wer welche Aufgaben übernimmt.

WAS IST MACHBAR? Wenn beim Blick auf den Feiertags-Terminkalender das große Stöhnen ausbricht, sollten Sie ebenfalls Abstriche in Erwägung ziehen. Vielleicht kann der eine oder andere „Pflicht“-Besuch ja auch verschoben werden oder ausfallen – in den Tagen nach Weihnachten sollte auch Zeit für Erholung und gemütliche Stunden im Kreis der engsten Familie sein.

WIR WÜNSCHEN UNS: Besprechen Sie mit Ihrer Familie, was am Heiligen Abend wirklich wichtig ist – und was eher als unnötig oder gar als Belastung
empfunden wird. So finden Sie heraus, wo Sie Abstriche machen können.

SEI EHRLICH...: Kinder sollen sagen dürfen, wenn sie ein Geschenk nicht hundertprozentig überzeugt. Tipp an die Eltern: In solchen Situationen nicht eingeschnappt sein, sondern das Geschenk mit den Kindern ausprobieren und auf die Vorzüge hinweisen – vielleicht macht es dann ja doch Spaß.

WAS HÄLTST DU DAVON, WENN WIR ZWEI UNS HEUER NICHTS SCHENKEN? Eventuell können Sie sich auch von der Vorstellung verabschieden, dass
jeder Freund, Arbeitskollege oder entfernte Verwandte ein Geschenk oder eine kleine Aufmerksamkeit bekommen muss. Manchmal wird diese Tradition von beiden Seiten als lästiger Zwang empfunden – Absprache hilft.

„Es ist eigentlich ein Weihnachtswunder, wenn Familien trotz den Erwartungen und dem Druck, die das Weihnachtsfest mit sich bringt, am Heiligen Abend
abschalten können und sich wirklich verstehen.“ Dr. Joachim Hinsch, Leiter des Wiener Instituts für Ehe- und Familientherapie. Konsiliararzt im KH Göttlicher Heiland Wien.

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