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Ferien ohne Blessuren

Wasserrutschen und Trampoline stellen ebenfalls ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Bei den Erwachsenen bleibt „König Fußball“ die Sportart, bei der die meisten Unfälle und Verletzungen passieren. Mehr als zwei Drittel der ambulant oder stationär behandelten Verletzten spielte Fußball.

Seit 31. Mai 2011 gilt für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren die Helmpflicht beim Fahrradfahren. Diese gesetzliche Vorschrift zum Schutz der jungen Radler hat seinen guten Grund. Laut der jüngsten Statistik der Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie sind im laufenden Jahr zwölf Kinder nach Fahrradunfällen stationär behandelt worden. Zehn dieser Kinder oder 83 Prozent hatten keinen Helm getragen. „Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von rund 30 Prozent und zeigt wie wichtig es ist, den Helm aufzusetzen“, sagt OA Dr. Jan Bauer, interimistischer Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Bei den Erwachsenen bleibt ein Trend ungebrochen. „Fußball ist weiterhin eine Sportart mit sehr hoher Verletzungsgefahr. Zwei von drei Sportunfällen mit Verletzung ereignen sich beim Fußball“, sagt Primar Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Leiter der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Mit dem Fußball haben es noch Radfahren und Volleyball auf das Podest der Sportarten geschafft, die am häufigsten zu Verletzungen führen.

Männer haben höheres Risiko

Männer dürften wesentlich mehr Risiko beim Sport in Kauf nehmen als Frauen. Ansonsten wäre es nicht zu erklären, dass noch immer 90 Prozent der Sportverletzungen Männer betreffen. „Die Männer verletzen sich auch früher als Frauen. Der Durchschnitt, der bei uns behandelt wird, ist 27,6 Jahre alt. Während die Frauen im Schnitt fast 30 sind, wenn sie nach einem Sportunfall zu uns zur Behandlung kommen“, sagt Dr. Clemens Hübner, Oberarzt an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. 

Insgesamt spielt der jugendliche „Leichtsinn“ offenbar noch immer eine gewisse Rolle, sind doch fast drei Viertel aller behandelten Sportler unter 30 Jahre alt. 25 Prozent können zur Altersgruppe der zwischen 31 und 60 Jahre gezählt werden. Die Generation 60+ macht nur 2,7 Prozent bei den Sportverletzungen aus.

Die Mehrheit hat leichte Blessuren

1.023 Sportlerinnen und Sportler wurden 2011 (2010: 1089) von den Spezialisten für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie behandelt. 757 oder 74 Prozent kamen mit leichten Blessuren davon. Mittlere bis schwere Verletzungen zogen sich immerhin knapp 25 Prozent der Betroffenen zu. „Genau 100 Patientinnen und Patienten (9,8%) mussten wir stationär aufnehmen. Die Zahl der Schwerstverletzten ist im Vorjahr zum Glück stark zurückgegangen. Hatten wir 2010 noch 31 Schwerstverletzte, waren es im Vorjahr ‚nur‘ 17“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch.

Weiterhin die „Hotspots“ bei den Verletzungen bleiben die unteren Extremitäten. Im Vorjahr betrafen 56,4 Prozent der Verletzungen diese Körperregionen. „Das heißt, dass das Kniegelenke und die Sprunggelenke am häufigsten betroffen sind“, analysiert OA Hübner. Ellbogen, Handgelenk und Hand sind mit 17,7 Prozent Häufigkeit in der Statistik vertreten. Unter zehn Prozent liegen Schultern und Oberarme, Hüfte und Oberschenkel, Kopf und Gesicht sowie Brustkorb und Becken. „Mehr als 90 Prozent der Sportler konnte allerdings nach ambulanter Behandlung wieder nach Hause gehen“, sagt Dr. Hübner.

Knie- und Sprunggelenksverletzungen

„Seit 1997 führen wir diese Statistik, mit der wir der Sportindustrie wichtige Erkenntnisse liefern. Aber seit einigen Jahren zeigt sich in einem Bereich das gleich Bild. Fußball bleibt weiterhin eine Sportart mit einer hohen Verletzungsrisiko“, sagt Univ.-Prof. Dr. Resch. Die Fußballer, egal ob männlich und immer mehr auch weiblich, machten 2011 genau 67,8 Prozent der zu behandelnden Sportverletzungen aus. Seit 2007 liegt Fußball mit mehr als 60 Prozent aller Verletzungen unangefochten an der Spitze in der Sommersportstatistik der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie.

Mountainbike gefährlichste Form des Radfahrens

Ebenfalls immer ganz vorne dabei ist Radfahren. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass Radfahren weiterhin die beliebteste Freizeitsportart von Herrn und Frau Österreicher ist. Besonders beliebt, das Radfahren abseits der Straßen, im Gelände oder auf Schotterstraßen. Kein Wunder, dass deshalb Mountainbiken die eindeutig gefährlichste Form des Radfahrens ist. Mehr als jeder zweite Radunfall von Erwachsenen, der eine Verletzung nach sich zieht, passiert mit einem Mountainbike. Rund ein Drittel der Patienten nach Radunfällen war auf einem Citybike unterwegs. Relativ sicher dagegen scheinen Rennräder, die sich mit nicht einmal sieben Prozent in dieser Statistik niederschlagen. „Interessant ist hier vor allem der Umstand, dass zwar mehr als jeder zweite Unfall mit einem Mountainbike passiert, gleichzeitig aber auch 52 Prozent der Unfälle sich auf normalen Asphaltstraßen abspielen“, sagt OA Dr. Hübner.

Helmträger weiter im Vormarsch

Erfreulich aus Sicht der Mediziner und auch der Sportindustrie ist, dass auch immer mehr Erwachsene beim Radfahren zum Helm greifen. 2011 trugen 83,3 Prozent der Radsportler einen Kopfschutz. 2009 waren es noch 61,8 Prozent, 2010 bereits 77,8 Prozent. „Erfreulich ist auch, dass mittlerweile beinahe 38 Prozent derjenigen, die das Fahrrad für den Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen verwenden, ihren Kopf schützen“, sagt Dr. Hübner. Seit 31. Mai 2011 herrscht für Kinder unter zwölf Jahren Helmpflicht. „Da für Kinder das Radfahren eine erhebliche koordinative und motorische Belastung darstellt, war diese Helmpflicht überfällig“, sagt OA Dr. Jan Bauer, interimistischer Leiter der Universitätsklinik für Kinder und Jugendchirurgie. Wie wichtig diese gesetzliche Bestimmung wirklich ist, zeigen die aktuellen Zahlen der Abteilung. Kopfverletzungen sind die mit Abstand häufigsten Blessuren, die Kinder nach Unfällen mit ihrem Fahrrad davon tragen. Im laufenden Jahr 2012 wurden zwölf Kinder stationär aufgenommen, nachdem sie mit ihrem Fahrrad einen Unfall hatten. Zehn von diesen zwölf hatten keinen Helm auf, dabei handelte es sich um 6 Großkinder bzw. Jugendliche (d.h. über 12 Jahre). Im Vorjahr waren insgesamt 53 Kinder, die im Krankenhaus bleiben mussten. Davon hatten 62 Prozent beim Radfahren auf den Kopfschutz verzichtet.

Wie kann man Kinder schützen?

Kinderchirurg Oberarzt Dr. Jan Bauer ist durch seine Erfahrung auch Präventionsexperte für Unfälle bei Kindern und erklärt: „Alle Kinder und Jugendlichen sollten beim Radfahren einen Helm tragen. Bei 80 Prozent aller Fahrradunfälle wird der Kopf in Mitleidenschaft gezogen. Helme können den Schweregrad der Kopfverletzung um drei Viertel reduzieren.“
 Helmtragen beginnt schon beim Baby im Fahrradanhänger. Der Helm gehört ebenso zum Laufrad und zum Roller. Er gehört zu allen Sportarten, bei denen Schnelligkeit und Höhe zu Sturzunfällen mit Kopfverletzungen führen können. Auch  Eltern sollen als Vorbild einen Radfahrhelm tragen. Wenn es einmal zum Sturz kommt, dann können feine Haarrisse im Helmmaterial die Dämpfung mindern – deshalb soll der Helm dann durch einen neuen ersetzt werden.



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