katze-beim-tierarzt

Kinder als Angst-Therapeuten

Es ist jedes Mal dasselbe: Sobald der ansonsten so mutige Familienwachhund Rex ins Auto steigen soll, mutiert er zum jämmerlich windelnden Angsthasen. Sehr zur Verwunderung seines "Herrls" Oskar, 9. Rex ahnt es aber bereits: Wenn eine Autofahrt ansteht, geht die Reise wahrscheinlich zum Tierarzt. Und das "Theater" beim Einsteigen ins Auto ist nur die Ouvertüre zu der großen Winsel-Show, die Rex in der Praxis des Arztes veranstalten wird.

Gutes Zureden ist zu wenig

Viele Hunde und Katzen, aber auch kleine Heimtiere zeigen ganz eindeutig, dass der - leider notwendige - Besuch beim Tierarzt für sie der blanke Horror ist. Handelt es sich bei den Tieren um Familienhaustiere, bekommen die Kinder dabei Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Eltern das Problem zu lösen, und auch selbst Verantwortungsgefühl zu zeigen. So wie Oskar. Er redet seinem Rex beruhigend zu, während er ihm ins Auto hilft. Die ganze Fahrt hindurch streichelt er den Hund und flüstert ihm ins Ohr, dass der Besuch beim Tierarzt erstens schon nicht so schlimm sein wird und zweitens einfach sein muss. Und diese Botschaft merken sich viele Kinder, die ähnlich wie Oskar handeln. Damit können sie unbewusst auch mögliche eigene Ängste vor einem  Besuch beim Kinderarzt bekämpfen. Beim Tierarzt angekommen, nutzt das gute Zureden von Oskar leider nicht viel: Rex winselt wie verrückt, zieht den Schweif ein und muss von Oskar gemeinsam mit Papa regelrecht in  den Behandlungsraum gezerrt werden. Bei einem ausgewachsenen Schäfer- Rottweiler- Mischling kein einfaches Unterfangen! Tipp: In solchen Situationen können Haustiere auch „Angstaggression“ zeigen, daher unbedingt vorher einen Beißkorb anbringen. Äußerst hilfreich kann es auch sein, dem Haustier in Absprache mit dem Tierarzt schon zu Hause zur Beruhigung homöopathische Mittel oder Bachblüten zu verabreichen. Noch besser aber ist es, dafür zu sorgen, dass Hunde, Katzen & Co keine Angst vor dem Tierarztbesuch haben. Und damit fängt man am besten an, wenn die Tiere noch ganz jung sind.

Schon Jungtiere optimal trainieren

„Dem Angstverhalten beim Tierarzt kann am wirkungsvollsten vorgebeugt werden, wenn bereits Welpen und Jungtiere behutsam auf den Praxisbesuch vorbereitet werden“, sagt Tamara Risch, Referentin für Heimtiere bei VIER PFOTEN. „Während des ersten Termins sollten nach Möglichkeit keine schmerzhaften Behandlungen oder Impfungen durchgeführt werden. Eine gründliche Untersuchung reicht für den Anfang. Wird das Stillhalten dann noch ausgiebig belohnt, ist ein wichtiger Grundstein für eine vertrauensvolle Beziehung zum Tierarzt gelegt.“ Welpen und Jungtiere sollten zudem bereits zu Hause an Untersuchungen gewöhnt werden. Hochheben auf einen Tisch, Öffnen des Fangs, Kontrolle der Ohren und Pfoten und Berührungen am gesamten Körper können regelmäßig trainiert werden. Lässt sich das Tier solche Vorgänge bereitwillig gefallen, kann es belohnt werden. So lernen Hunde, Katzen & Co, dass bestimmte Berührungen oder das Stehen auf einem Tisch auch beim Tierarzt keine Ängste auslösen müssen.

Die Transportbox, ein schöner Ort

Hilfreich kann es auch sein, die Tiere an Transportboxen und Autofahrten zu gewöhnen. Es mag zwar etwas von einer Übertölpelung an sich haben, aber wenn Sie Ihren Hund hin und wieder mit dem Auto zu Familienausflügen und Spaziergängen mitnehmen, wird er die Einladung zu einer Spritztour in der Regel erfreut annehmen. Und dann wahrscheinlich erst angesichts der Tierarztpraxis bemerken,  dass diese Autofahrt nicht dem Vergnügen gedient hat. Bei Katzen kann die Gewöhnung an die Reise zum Tierarzt am besten erfolgen, wenn man ihr die Scheu vor der Transportbox nimmt. Damit sie diese nicht automatisch mit einem Tierarztbesuch verknüpfen, empfiehlt es sich, die Boxen hin und wieder daheim aufzustellen. Ausgepolstert mit einer  kuscheligen Decke und bestückt mit einem selten kredenzten Leckerbissen, wird die Box für die Katze von einer Bedrohung zu einem positiven Ort, und das Tier wird gerne und widerstandslos in die Box hineingehen. Dann kann die Klappe kurz geschlossen werden – durch das Gitter können die Besitzer der Samtpfote weitere Belohnungshäppchen reichen. Eine Übung, für die man Geduld braucht und die vor allem Kindern Spaß macht, weil sie dabei ihre Katze mit besonderen Schmankerln füttern dürfen. Im nächsten Teil der Gewöhnung an die Box kann die Katze in der Box ein paar Schritte getragen  werden, so dass sie sich an das Schaukeln gewöhnt. Dann steht einer unkomplizierten Anreise zum Tierarzt nicht mehr viel im Weg. Und die Kinder haben bei diesen Vorbereitungen gelernt, wie man mit schwierigen Situationen und Ängsten umgehen kann.

„Die Stimmung der Halter überträgt sich auf das Tier. Deshalb ist es sehr wichtig, dass er ruhig bleibt und dem Tier Sicherheit vermittelt. Niemals sollte er sein ängstliches Tier trösten oder gar strafen.“ Tamara Risch, Haustierexpertin bei den VIER PFOTEN

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 192 [option] => com_content [view] => article [catid] => 26 [id] => 1978 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 192 [option] => com_content [view] => article [catid] => 26 [id] => 1978 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )