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Von wegen stille Nacht

„Julfest“. Dieser altgermanische Ausdruck bezeichnet in weiten Teilen Skandinaviens das Weihnachtsfest. Und die Skandinavier wissen, wie man Feste in die Länge zieht: Das Julfest wird am 13. Jänner mit opulenten Festen beendet. Dass dabei auch die Highlights der Kochkunst kredenzt werden, versteht sich von selbst. Beim Festessen am Heiligen Abend selbst werden meist Fischgerichte serviert. In Finnland begeht man den 24. Dezember mit einem gemeinsamen Saunabesuch und serviert „gebackener Schwede“, ein Festtagsgericht aus Schweinefleisch. In Schweden wiederum wird der 13. Dezember, der Tag der Heiligen Lucia, besonders gefeiert. Am Morgen des Lucia-Tages geht die älteste Tochter des Hauses als Heilige verkleidet durchs Haus und weckt die Familie. Dazu verteilt sie Lucia-Gebäck. Am 24. werden die Geschenke nach dem üppigen Weihnachtsmahl verteilt und anschließend geht die Familie in die Mitternachtsmesse. Den 25. Dezember verbringen die Schweden mit der Familie zu Hause. Am 26. besucht man Freunde und Bekannte.

Sinterklaas besucht die Kinder
In Holland und Flandern sind nicht Weihnachten sondern der 5. und 6. Dezember die wichtigsten Tage der Weihnachtszeit. Am 6. Dezember kommt „Sinterklaas“ und sein Diener, der „zwarte Piet“. Für Sinterklaase stellen die Kinder einen Schuh mit ihrem Wunschzettel vor den Kamin und eine Karotte oder Heu für das Pferd des Nikolaus. Sinterklaas bringt Pfefferkuchen, Spekulatius und Schokoladen-Buchstaben. Die holländischen Kinder bekommen ihre Geschenke nicht am 24.12 sondern am 5.12.

Wer hat die schönste Krippe?
Während die Krippen bei uns meistens eher eine Nebenrolle im Schatten des Christbaums spielen, gehören sie in Italien zu den Top-Stars des Heiligen Abends. Sie werden aufwändig und mit viel Liebe geschmückt und dekoriert, wer die schönste Krippe hat, bekommt viel Lob und Respekt von Freunden und Verwandten. Einen „Sieger“ gibt es auch bei einem – noch dazu leckeren – französischen Weihnachtsbrauch: Beim traditionellen Königskuchen-Essen ist Spannung garantiert, weil in der Blätterteig-Kreation eine Porzellan-Figur (meistens ein König oder eine König) versteckt ist – wer diese Figur entdeckt, wird anschließend zur König bzw. zum König gekrönt.

Vorsicht unter Mistelzweigen!
Wenn Sie in der Weihnachtszeit in England sind und Ihnen ein Mann, den Sie noch nie gesehen haben, plötzlich einen Kuss gibt, kann das an einem Mistelzweig liegen. Mistelzweige gehören in England zu den traditionellen Weihnachtssymbolen, wer darunter steht, darf geküsst werden. In Irland kommt am 25. Dezember Santa Claus durch den Rauchfang gerauscht – und wird mit einem Glas Whiskey willkommen geheißen. In Mexiko gibt es am Heiligen Abend bunte Feuerwerke. In Spanien wird Weihnachten mit einem Festmahl (meistens Truthahnbraten) gefeiert, man wünscht seinen Lieben „Feliz Navidad“ (frohe Weihnachten) – soweit nichts Ungewöhnliches. Die Geschenke gibt es traditionellerweise erst am 6. Jänner. Gerade dieser Brauch ist wohl eher wenig für die Nachahmung geeignet.

Big Business zur Weihnachtszeit
Wo man nur hinschaut, überall blinkt und leuchtet es – in den USA wird X-Mas bunt und schrill und vor allem im Zeichen des Kommerzes gefeiert. Bereits Wochen vor dem Fest sind die Geschäftsfassaden und die Häuser samt Vorgärten mit allerlei Lampen, Leuchten und bunten Girlanden verziert – man könnte glauben, ein Wettkampf um die auffälligste Beleuchtung sei ausgeschrieben worden. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember fährt Santa Claus in seinem Schlitten, der von seinen Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Blitzen, Cupid, Comet und Rudolph gezogen wird durch die Luft und gleitet durch den Kamin, wo er dann die Socken der Kinder mit den Gaben füllt.

Eine Ziege wird geschlachtet
In Kenia ist es die Aufgabe der Kinder, das Haus festlich zu schmücken, zu putzen und das Weihnachtsessen für den 25. Dezember vorzubereiten. Am Heiligen Abend trifft man sich im Kreis der Familie zu einem großen Festmahl. Am 25. Dezember wird eine Ziege geschlachtet und in der Familie aufgeteilt. Anschließend zieht man von Haus zu Haus um sich gegenseitig frohe Weihnachten zu wünschen und die Geschenke zu verteilen. Danach wird fröhlich bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, gesungen und getanzt.

Weihnachtslieder am Strand singen
Australien lieben Weihnachtsbäume, aufgrund der hohen Temperaturen gibt es jedoch fast ausschließlich Kunstbäume. Da in Australien zur Weihnachtszeit gerade Hochsommer ist, wird Weihnachten in der Regel im Freien gefeiert, oft mit einem typisch australischen Barbeque oder am Strand. Am Heilig Abend sitzen viele Australier mit einer brennenden Kerze in der Hand auf dem Rasen oder am Strand und feiern gemeinsam mit anderen bei Weihnachtskonzerten oder beim Singen traditioneller Weihnachtslieder. Geschenke werden erst am Morgen des 25. Dezember verteilt.

Buchtipp: Hochzeitslader, Krapfenschnapper, Seitelpfeifer – Bräuche in Österreich, Verlag Anton Pustet, Euro

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