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Ciao Bello

Anhalten, aussetzen weiterfahren oder im Tierheim abgeben: Wenn die Urlaubszeit herannaht, haben manche Menschen den vielzitierten besten Freund oder die heißgeliebte „Schmusekatze“ gar nicht mehr so lieb. Dabei wäre alles so einfach: Mit etwas Vorbereitung und der Hilfe von Freunden oder einer Tierpension müssen auch Haustierbesitzer auf die Fernreise nicht verzichten und wissen gleichzeitig auch Hund & Katz gut versorgt, etwa in einer Tierpension oder, besonders wenn es sich um eine Katze handelt, in den eigenen vier Wänden.

Am liebsten zuhause

Sind Katzen ab dem Kätzchenalter an mehrere Bezugspersonen gewöhnt, so werden sie, so Tierpsychologin Denise Seidl, in der Regel weniger Probleme mit der urlaubsbedingten Abwesenheit des Besitzers haben als Tiere, die eng an eine Person angeschlossen sind. Die Katze in den zweiwöchigen Urlaub mitzunehmen, ist zwar nett gemeint, aber meist kontraproduktiv. „Katzen hängen an ihrem Revier, haben einen fixen Tagesablauf sowie ihre Gewohnheiten und schätzen es gar nicht, wenn sie dem Stress von Veränderungen ausgesetzt werden“, so Tierpsychologin und Buchautorin Denise Seidl.  Ortsveränderungen machen die Tiere nervös und ängstlich. Lediglich bei einer längeren Abwesenheit, etwa wenn man zwei Monate in einem Ferienhaus verbringt, macht es Sinn, die Katze mitzunehmen. Die heimische Umgebung und der gewohnte Tagesablauf geben der Katze, so Seidl, Sicherheit und Geborgenheit. „Und Mieze ist oftmals ganz froh, wenn sie vom jährlichen Urlaubsstress verschont bleibt und mit der richtigen Betreuung zuhause bleiben darf. Wichtig ist, dass der Katzensitter (ob eine oder mehrere Personen) sich bereits einige Zeit vor Ihrem Urlaub mit der Katze und ihren Vorlieben bzw. Eigenheiten vertraut macht und von Ihnen alle relevanten Informationen punkto Ernährung, Lieblingsspielzeug, mögliche Erkrankungen sowie Urlaubsadresse und Kontaktadresse des behandelnden Tierarztes für Notfälle erhält.“ Bei zwei oder mehreren Katzen rät Seidl unbedingt dazu, die Tiere gemeinsam zu betreuen, sei es nun in der gewohnten Umgebung oder in einem „Gruppenzimmer“ in der Katzenpension, auf keinen Fall sollte die Katzengruppe getrennt werden.“ Zurückgekehrt aus dem Urlaub, können Tierhalter es kaum erwarten, den geliebten Stubentiger in die Arme schließen zu können. Doch Mieze kehrt den Rücken zu und würdigt ihren Menschen keines Blickes. Kann passieren, meint die Expertin. „Auch Katzen können beleidigt
sein. Doch zusätzliche Streicheleinheiten, ein paar Leckerbissen oder auch das gemeinsame Spiel mit dem Lieblingsmäuschen lassen Mieze bald wieder Kontakt aufnehmen.“

Spezialfall: Rudeltier Hund

Hunde fühlen sich am wohlsten, wenn sie mit ihrem Rudel zusammen sind. Deshalb fährt der beste Freund des Menschen auch gerne mit.“ Ist dies nicht möglich, so sind Verwandte, Nachbarn oder Freunde – also Personen, mit denen das Tier vertraut ist – die erste Wahl. Der Betreuer sollte sich schon einige Zeit vor dem Urlaub intensiv mit dem Tier beschäftigen und auch die wichtigsten Kommandos mit dem Hund üben, sonst sind Probleme vorprogrammiert.“ Tierpensionen sind eine Alternative, wenn die Betreuung nicht durch Verwandte oder Freunde geregelt werden kann. Seidl: „Muss der vierbeinige Liebling in die Tierpension, so sollte der Tierhalter diese einer ausführlichen Prüfung unterziehen und Fragen betreffend Haltung, Fütterung, Sauberkeit und Betreuung abklären. Tipp: Bei Züchtern, Tierärzten oder anderen Tierfreunden umhören, welche Tierpensionen empfohlen werden und dem Tierhotel als Test unvermutet einen Besuch abstatten.“ Selbiges gilt natürlich auch für die Unterbringung von Katzen in einer Tierpension, obwohl diese, wie gesagt, generell keine Freude mit einem Ortswechsel haben.“ Für einen Hund sollten aber schon lange, bevor man ihn in eine Tierpension oder zu Freunden gibt, Vorkehrungen getroffen werden. „Für das Rudeltier Hund gilt: Da wo du bist, will ich auch sein. Hunde sind auch Gewohnheitstiere – man sollte einen Hund daher bereits ab dem fortgeschrittenen Welpenalter sukzessive daran gewöhnen, auch einmal alleine zu bleiben, dass Frauchen nicht da ist – aber wiederkommt“, meint Katja Wolf vom österreichischen Kynologenverband. Und ein zweiter Faktor ist entscheidend: die Sozialisierung. Elisabeth Cech- Harrer (Dog College): „Ein Hund, der gelernt hat, alleine zu bleiben, für den geht die Welt nicht unter, wenn er in einer guten Tierpension oder bei Freunden untergebracht ist. Er sollte aber auch mit anderen Hunden sozialisiert sein, etwas von der Außenwelt kennen. Wenn man weiß, dass man den Hund nicht in den Urlaub mitnehmen wird, macht man ihn im Idealfall ab dem Welpenalter mit der Tierpension oder den Freunden, wo er untergebracht wird, sukzessive vertraut. Die Tierpension selbst muss man sich aber immer genau anschauen. Cech: „In einer guten Tierpension hat man Hintergrundwissen über Hunde und weiß, dass sie Lauftiere und extrem sozial sind. Das heißt, der Auslauf muss gegeben sein, manche machen auch extra Spaziergänge. Man hat die räumlichen Voraussetzuungen, um auch z.B. im Garten Problemhunde voneinander fernzuhalten. Und man hat Zeit und genügend Personal, um sich mit jedem Hund zu beschäftigen, ihm die nötigen Streicheleinheiten zu geben. Und ganz wichtig: Man hält gewohnte Rituale, wie Fütterungsund Gassigehzeiten, ein. Der Hund sollte auch seine Sachen dabei haben können, wie das eigene Körbchen, Spielzeug usw.“ Das sieht auch Denise Seidl so: „Egal, ob Freunde, Tiersitter oder Pensionen das Tier während des Urlaubs betreuen, so sollte man sich immer vor Augen halten, dass auch Tiere unter Verlustängsten wie Menschen leiden können. Natürlich kommt es darauf an, was das Tier gewohnt ist – denn jedes Tier ist anders. Wenn der Tierhalter nicht da ist, benötigen Tiere die Routine. Alles sollte so stattfinden, wie wenn der Besitzer da wäre. Das gibt den Tieren Sicherheit!“

Folgende Voraussetzungen sollten auf jeden Fall erfüllt sein, bevor Mieze oder Bello in die Tierpension gehen:
-Die anderen Tiere sehen sauber und gepflegt aus.
-Nur Tiere, die einen gültigen Impfpass vorweisen können, entwurmt und entfloht sind, werden aufgenommen.
-Die Räume, Futter- und Wasserschüsseln bzw. Katzentoiletten sind sauber und werden täglich gereinigt.
-Es besteht die Möglichkeit, das Tier mit seinem gewohnten Futter zu ernähren.
-Es ist ein Tierarzt ausgewiesen, der die Tiere bei Bedarf betreut.
-Es gibt auch „Personal“ für Schmuse- und Spielzeiten.
-Die Lieblingsspielsachen dürfen mitgebracht werden.
-Lassen Sie sich auch über gesetzliche Bestimmungen aufklären. Der Betreiber der Tierpension hat eine diesbezügliche Berechtigung und bei der Übernahme des Tieres wird ein Betreuungsvertrag abgeschlossen.
-Es ist die getrennte Haltung von Tieren möglich, die sich nicht mit Artgenossen vertragen.
-Die Tiere werden nicht in engen Käfigen gehalten, sondern in speziell für die Bedürfnisse von Katzen bzw. Hunden eingerichteten Räumen.

 

„Grundsätzlich sollte man schon im Welpenalter damit beginnen, den Hund ans Alleinsein zu gewöhnen. Es reicht, wenn man für den Anfang die Zimmertüre zumacht und ein paar Minuten wartet. Wenn man den Hund zu Freunden oder in eine Tierpension gibt, sollte man das ‚stufenweise' angehen: Ihn zuerst kurz dort lassen, dann ein paar Stunden, einen Tag und einmal über Nacht. Und: Bitte kein Tierheim – dort kann man sich nicht entsprechend kümmern. Allein in einem Zwinger – das ist nichts für einen Hund. “ Renate Simon, Generalsekretärin Institut für interdisziplinäre, Erforschung der
Mensch-Tier-Beziehung (IEMT)

„Wenn man weiß, dass man den Hund im Urlaub nicht mitnehmen wird, sollte man ihn schon im Welpenalter stufenweise an die ‚andere‘ Familie oder die Tierpension gewöhnen. Im Idealfall wird das dann zu seinem ‚zweiten Zuhause‘. Wichtig ist auch: Wenn man ihn dort lässt, kein ‚Aufheben‘ machen und keine großen Abschiedsszenen veranstalten – sonst ‚schaltet‘ man den Hund eventuell ‚ein‘.“ Elisabeth Cech-Harrer, Leiterin Dog College, Hundeerziehung & Verhaltensberatung

„Die Tierpension selbst muss man sich unbedingt immer persönlich anschauen – wesentlich: keine Zwingerhaltung! – und auch nach Qualifikation und Erfahrung der Betreiber fragen – gesetzliche Regelungen für deren Ausbildung gibt es nämlich keine. Wie viele Tiere sind dort, wie werden sie untergebracht, gibt es ein Freizeitprogramm, gibt es genügend Betreuer, können gewohnte Rituale eingehalten werden, ist ein Tierarzt in der Nähe – das und anderes sollte man abklären. In einer guten Tierpension sieht man sich auch den Hund an und plant voraus, ob er z.B. mit den anderen „harmoniert“.
Wichtig ist auch ein „Probetag“: Ist der Hund happy, wenn man ihn wieder abholt, dann passt es.“ Mag. Katja Wolf, Pressesprecherin Österreichischer Kynologenverband

„Im Zweifelsfall sollte der Tierhalter immer davon ausgehen, dass sich die Katze zuhause wohler fühlt, wenn ein bis zwei Wochen Urlaub geplant sind. Wenn Verwandte, Nachbarn oder Freunde bereit sind, das Tier in der gewohnten Umgebung zu betreuen, so ist dies eine optimale Lösung. Doch Betreuung ist mehr als nur Füttern und Katzentoiletten reinigen. Die Katze benötigt ihren gewohnten Zuspruch, ihre Schmuse- und Streicheleinheiten und
auch ihre Spielstunde.“ Denise Seidl, Tierpsychologin & Buchautorin, stellv. Vorsitzende des VdH Verband der HaustierPsychologen e.V.

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