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Andere Länder, andere Sitten

Etwa jeder zweite Österreicher informiert sich vor der Autofahrt in den Urlaub über die Verkehrsregeln im jeweiligen Urlaubsland – das geht aus einer aktuellen Erhebung hervor. Österreichweit wurden rund 900 Personen befragt. Ausschlaggebende Faktoren für die Urlaubsreise mit dem eigenen Pkw sind in Wien vor allem die Unabhängigkeit (54 Prozent) und die Möglichkeit, bequem reisen zu können (45 Prozent). Außerdem ist es wichtig, dass man am Urlaubsort mobil ist (36 Prozent, Mehrfachantworten möglich). Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) meint, dass der Urlaub mit dem Auto günstig sei. „Die Kosten steigen aber rasch an, wenn man sich im Urlaubsland nicht an die Verkehrsregeln hält. Jeder dritte Autourlauber hat schon einmal eine Verkehrsstrafe im Ausland erhalten“, sagt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter der Landesstelle Wien im KfV.

Geldstrafen in den Nachbarländern oft höher als in Österreich

Teuer werden können vor allem Geschwindigkeitsübertretungen. Wer beispielsweise in der Slowakei 20 km/h zu schnell fährt, muss mit Strafen ab 160 Euro rechnen. Zum Vergleich: In Österreich beginnt der Strafrahmen für dieses Delikt bei 20 Euro. In Italien müssen Raser bei einer Überschreitung des Tempolimits über 40 km/h neben einer Geldstrafe auch ihren Führerschein für einen Monat abgeben – das gilt auch für Ausländer. 91 Prozent jener Autourlauber, die sich über die  Verkehrsregeln im Urlaubsland informieren, erkundigen sich über die Geschwindigkeitsregeln. Etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) informieren sich vor Antritt der Urlaubsfahrt über die Regelungen zu Licht am Tag. Im Unterschied zu Österreich gilt in den Nachbarländern Italien, Ungarn, Slowenien, Tschechien und Slowakei die „Licht am Tag“-Regel weiterhin. Über die Promillegrenzen im Zielland wissen 31 Prozent der Befragten Bescheid. Alkohol am Steuer kann z.B. in Italien neben einer Geldstrafe auch zur Abnahme des Führerscheins für drei bis sechs Monate führen; ab mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut wird das Fahrzeug sogar konfisziert. In Ungarn gilt die 0,0 Promillegrenze, die sehr streng kontrolliert wird und deren Überschreitung mit Strafen von mindestens 330 Euro belangt wird.

Strafzettel aus dem Ausland können nach Österreich nachreisen

Beim Kassieren der Strafen gibt es in einigen Nachbarländern unterschiedliche Regelungen. So dürfen in Italien Verkehrsstrafen nur bar bezahlt werden. Hat man kein Bargeld dabei, wird man von der Polizei zum nächsten Bankomat eskortiert, ist das nicht möglich, kann es sein, dass das Auto  beschlagnahmt wird. Umgekehrt verhält es sich in Ungarn: Hier dürfen Strafen nicht bar bezahlt werden, sondern ausschließlich per Überweisung. Der Versuch, bar zu bezahlen, kann von der Polizei als Bestechungsversuch ausgelegt werden. Seit März 2008 können Geldstrafen, die im Ausland verhängt wurden, auch von den österreichischen Behörden vollstreckt werden. Wer im Urlaubsland Strafen ab 70 Euro nicht bezahlt, muss dies also spätestens nach dem Urlaub in Österreich nachholen.

Länderspezifische Sonderregeln gelten auch für Urlauber

In manchen Ländern gibt es auch Sonderregelungen wie etwa die Umweltzonen in deutschen Städten. Wer hier keine Plakette am Auto anbringt, die bestätigt, dass ein bestimmter Ausstoß an Schad- und Feinstoffen nicht überschritten wird, muss 40 Euro Strafe zahlen. Das betrifft beispielsweise Berlin,
München, Köln und andere Städte Deutschlands. „Trotz einiger ähnlicher Verkehrsregeln gibt es in Österreichs Nachbarländern auch viele Unterschiede in puncto Verkehrsstrafen. Bevor man sich mit dem Pkw auf die Reise macht, sollte man sich daher unbedingt über die Regeln, Mautpflichten oder Sonderregelungen im Urlaubsland informieren“, betont Robatsch.

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