Kindersitz Auto

Zwölf Kindersitze im Test

Zum zweiten Mal im heurigen Jahr hat der ÖAMTC aktuelle Kindersitze getestet. Das Ergebnis: Von zwölf getesteten Modellen wurden vier mit "nicht genügend" bewertet, drei mit "befriedigend". "Sehr gut" war nur ein Sitz, die übrigen Produkte erreichten immerhin die Note "gut". "Insgesamt ist das ein enttäuschendes Ergebnis. Zum Vergleich: Beim ersten Kindersitz-Test im heurigen Jahr gab es nur ein 'genügend' und kein 'nicht genügend'", kommentiert ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Die aktuellen Resultate zeigen einmal mehr, wie wichtig die regelmäßigen und unabhängigen Produkttests des ÖAMTC und seiner Partner sind."
 
Frontal-, Seitenaufprall und Schadstoffbelastung als Problemfelder
Die Mängel bei den vier mit "nicht genügend" bewerteten Kindersitzen waren so schwerwiegend, dass sie auch durch gute bis sehr gute Ergebnisse in anderen Testbereichen nicht ausgeglichen werden konnten. "Überraschend ist, dass erstmals auch zwei Modelle des renommierten Herstellers Britax/Römer durchgefallen sind", so der ÖAMTC-Experte. Die Abwertung dieser beiden Sitze war aus völlig unterschiedlichen Gründen notwendig: Beim Britax/Römer Max-Fix für Kinder bis 18 kg (etwa vier Jahre) wurde in den Gurtpolstern eine zu hohe Schadstoffbelastung gefunden. Beim Britax/Römer Xtensafix für Kinder von 9-36 kg (ein bis zwölf Jahre) waren hingegen eklatante Schwächen beim Frontalaufprall der Grund für die schlechte Bewertung. Beim Test rutschte der Schultergurt aus der Führung und schnitt im Hals- und Brustbereich des Dummies stark ein. Der dritte getestete Kindersitz von Britax/Römer, der Kidfix XP SICT, zeigt hingegen mit der Note "gut", dass es der Hersteller eigentlich viel besser kann.
 
Neben den zwei Sitzen der Firma Britax/Römer wurden zwei weitere Produkte mit "nicht genügend" bewertet. Die Babyschale Nania Baby Ride, preiswertestes Modell im aktuellen Test, zeigte deutliche Schwächen beim Seitencrash. "Beim simulierten Seitenaufprall schlug der Kopf des Dummies praktisch ungeschützt an die Fahrzeugtür, weil die 'Seitenwangen' der Schale zu niedrig konstruiert sind", erklärt der ÖAMTC-Techniker. Der Axkid Kidzofix (teuerstes Produkt im Test) hatte hingegen einerseits mit hoher Schadstoffbelastung zu kämpfen, andererseits ist beim simulierten Frontcrash die Isofix-Verankerung gerissen. Bei einem Unfall wäre ein durch das Fahrzeug fliegender Kindersitz die Folge.
 
Gute bis sehr gute Kindersitze im mittleren Preissegment
Die drei teuersten sowie das günstigste Produkt sind im aktuellen ÖAMTC-Kindersitztest durchgefallen. In der mittleren Preisklasse gibt es hingegen eine Reihe von guten bis sehr guten Produkten. Bester Kindersitz – und einziges "sehr gut" – im Test war der Cybex Juno 2-Fix (für Kinder von 9-18 kg bzw. ein bis vier Jahre). "Dieser leichte und sichere Kindersitz hat in allen Testkriterien sehr gut abgeschnitten. Die Belastungswerte waren bei den Crashtests sehr gering, es besteht kaum Gefahr eines falschen Einbaus, die Ergonomie ist gut und die Schadstoffbelastung gering", fasst Kerbl zusammen. Mit "gut" bewertet wurden die Modelle Britax/Römer Kidfix XP SICT, Recaro Monza Nova 2 bzw. Recaro Monza Nova 2 Seatfix sowie Storchenmühle Solar. Der ÖAMTC-Kindersitztest zeigt laut Kerbl letztlich auch, dass die Ausrichtung des Sitzes in oder gegen die Fahrtrichtung alleine keine Aussage über die Sicherheit des Kindes zulässt. "Viel wichtiger sind die Konstruktion des Sitzes und die verwendeten Materialien", so der ÖAMTC-Experte abschließend.
 
Eine kostenlose Kindersitzberatung gibt es an allen ÖAMTC-Stützpunkten in ganz Österreich. Informationen zum Thema Kindersicherung sowie zu allen bisher durchgeführten Tests gibt es unter www.oeamtc.at/kindersitze.
 

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