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Im Spiel bin ich...

MIT ZWEI ODER DREI JAHREN SCHLÜPFEN KINDER BEIM SPIELEN BESONDERS GERNE IN VERSCHIEDENE IDENTITÄTEN. WELCHE ROLLEN SIE DABEI ANNEHMEN, KANN VIEL ÜBER IHRE WÜNSCHE, ÄNGSTE, UND MÖGLICHE TRAUMATA VERRATEN.

Die dreijährige Sara ist ganz in ihr Spiel vertieft. Mama und Papa sitzen am Wohnzimmertisch und lesen Zeitung. Alle paar Minuten verlässt Sara für einen Moment ihre Traumwelt, um den Eltern zu berichten, was sie gerade macht. Jetzt legt sie ihre Finger auf Papas Arm. „Im Spiel muss ich Lulu“, sagt das kleine Mädchen und läuft in die Wohnzimmerecke. Dort stellt sie sich breitbeinig hin und sagt: „Ich bin ein Bub. Ich hab ein Glied.“ Dann öffnet Sara ihre Hose und während sie „Schschsch“-Geräusche macht, tut sie so, als würde sie in die Wohnzimmerecke urinieren.

Wovor hast du Angst?

„Das Schlechteste, was Eltern in so einer Situation machen können, wäre zu sagen: Hör auf mit dem Blödsinn, du bist kein Bub“, erklärt Mag. Dr. Sandra Wöss, Kli- D nische Psychologin und Integrative Kinder- & Jugendlichenpsychotherapeutin. Das Annehmen von verschiedenen Identitäten sei für Kinder eine wichtige Form, um Alltägliches und außergewöhnliche Erlebnisse zu verarbeiten. Sara hat einen einjährigen Bruder. Wenn sie die Identität eines Buben annimmt, hat das damit zu tun, dass sie zum einen seit einem Jahr Liebe und Aufmerksamkeit von Eltern und Verwandtschaft mit ihrem Bruder teilen muss. Zum anderen möchte sie einfach wissen, wie das so wäre, ein Bub zu sein. Im Spiel kann sie in ihrer Fantasie ein Bub sein, und sich so mit dieser Frage auseinandersetzen. Derartige Szenarien werden in der Psychologie mit dem Fachbegriff „Als-Ob-Spiel“ bezeichnet. Vor allem zwei bis dreijährige Kinder setzen sich über das Als-Ob-Spiel mit ihrem Alltag, mit Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten auseinander. Die Handlung wird in diesen Spielen oft nur angedeutet, Gestik, Sprache und Gegenstände nehmen eine wichtige Rolle ein. So können die Kinder mit verschiedenen Identitäten experimentieren und
sich damit auch auf das Leben vorbereiten.

„Ich sperr dich ein!“

Als-Ob-Spiele haben auch eine wichtige Katalysatorfunktion. Oft behandeln sie die Themen Macht und Dominanz. Wenn ein Kind etwa gerne spielt, dass es Mama oder Papa einsperrt, so dient dies der fiktiven Wunschbefriedigung. Keine Angst: Ihr kleiner Liebling plant dann nicht, sie tatsächlich einzusperren. Kinder müssen im Alltag oft gehorchen und tun, was die Erwachsenen wollen. Das können sie kompensieren, indem sie in einem Spiel zum Beispiel jemanden einsperren und somit eine ziemlich absolute Form von Macht und Dominanz ausüben. Ähnliche Bedürfnisse befriedigt auch eine andere
Form des Als-Ob-Spiels: das Annehmen einer attraktiven, mächtigen Identität. Das können Prinzessinnen oder Superhelden sein, Zauberer, Ritter, eine böse Hexe oder eine gute Fee. Diese Spielvariante ist allerdings auch in anderen, späteren Entwicklungsphasen sehr präsent – und hört bei den meisten Menschen nie auf. Schließlich schlüpfen auch viele Erwachsene in ihrer Fantasie gerne hin und wieder kurz einmal in spannende Identitäten – Tagträume, Computerspiele und Hollywood helfen dabei.

Vorbereitung auf die Zukunft

Als-Ob-Episoden sind oft von plötzlichem Wechsel der Handlungen und Identitäten gekennzeichnet. Auf Beobachter mag es überraschend und sprunghaft wirken, wenn sich die kleine Hexe plötzlich in eine nette Köchin, der edle Ritter plötzlich einen Klempner verwandelt. Tatsächlich müssen Kinder einfach
viele Eindrücke verarbeiten. Vieles, was sie erleben, ist neu für sie. Und gerade im Alter von zwei, drei Jahren, wenn das Als-Ob-Spiel Hochkonjunktur hat, fangen die Kids an, ihre Umwelt, ihre Mitmenschen zu hinterfragen. Sie setzen sich auch mit ihrer Zukunft auseinander. Wenn ein dreijähriges  Kindergartenkind hin und wieder spielt, dass es ein Schulmädchen ist, bereitet es sich damit auf eine künftige Lebensphase vor. Gleichzeitig kann das Kind damit aktuelle Geschehnisse verarbeiten – zum Beispiel, wenn ein älteres Geschwisterchen in die Schule geht und nicht mehr so viel Zeit zum Spielen
hat. Auch das Annehmen einer attraktiven Identität kann hier eine Rolle spielen: Volksschulkinder wirken auf die meisten Kindergartenkinder wohl ziemlich groß und cool.

Eltern aufgepasst

Sorgen müssen sich die Eltern über die Als-Ob-Spiele ihrer Kinder in den allermeisten Fällen nicht machen. „Wenn man aber merkt, dass sich die Kinder im Als-Ob-Spiel sehr oft mit ein und derselben Identität und Situation beschäftigen, sollte man aufmerksam sein“, sagt Dr. Sandra Wöss. So könne zum Beispiel eine traumatische Erfahrung Grund dafür sein, wenn ein Kind immer wieder in die Rolle eines „bösen“ Erwachsenen schlüpft und sich in dieser fiktiven Identität furchteinflößend verhält. Um einer möglichen traumatischen Erfahrung auf die Spur zu kommen, sollten sich die Eltern behutsam – zum Beispiel mit der Frage „darf ich mitspielen“ – in die Fantasiewelt des Kindes einklinken. Dort können sie dann nachfragen, was die Person, deren Identität
das Kind im Spiel übernommen hat, eigentlich macht. Natürlich können Eltern auch „harmlosen“ Einladungen ihrer Kinder folgen, auf einen Sprung in das Reich der Fantasie mitzukommen. Wobei es für die Erwachsenen allerdings nicht immer einfach ist, alles richtig zu machen, wenn die Kleinen im Minutentakt die Identität wechseln und es heißt: „Im Spiel bin ich acht Jahre alt.“ „Im Spiel bin ich eine Frau Lehrer.“ „Im Spiel bin ich ...“

Ich bin ... ein Polizist und sperr dich ins Gefängnis!
Das Als-Ob-Spiel dient der fiktiven Wunschbefriedigung. Wenn Kinder in mächtige Identitäten schlüpfen und Dominanz ausüben, kompensieren sie damit das Gehorchen-Müssen im Alltag.

Ich bin ... ein Herr Doktor und du bist krank.
Im Als-Ob-Spiel können Kinder Erfahrungen und Erlebnisse verarbeiten. So wird in Zeiten der Grippewelle in den Kinderzimmern wohl besonders oft Doktor gespielt.

Ich bin ... ein Baby, wickle mich!
Ereignisse wie die Geburt eines Geschwisterchens verlangen Aufarbeitung. Im Als-Ob-Spiel können Kinder die schwangere Mami oder selbst wieder Baby sein.

Ich bin ... ganz böse und tu dir weh!
Auch traumatische Erlebnisse können in Als-Ob-Spielen verarbeitet werden. Werden oft „böse“ Rollen gespielt, sollten die Eltern der Sache auf den Grund gehen.

Ich bin ... ein Schulbub und komm heute spät nach Hause.
Zwei- oder dreijährige Kinder setzen sich oft intensiv mit ihrer Zukunft auseinander. In Als-Ob-Spielen können sie ihre künftigen Identitäten probeweise
schon jetzt ausleben.

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