kleine prinzessin

Du bist so toll – zu viel Lob schadet

Um die Entwicklung zu beschleunigen, setzen viele Mamis und Papis auf Lob – auch, weil sie glauben, den Kindern damit möglichst gute Startplätze für einen erfolgreichen Lebensweg zu geben. Erreicht wird damit oft das Gegenteil.

Na Bravo: Kaum auf der Welt, muss man auch schon etwas können: Zuerst krabbeln, dann gehen, gleichzeitig soll man auch noch an seinen verbalen Kommunikationsfähigkeiten feilen. Und wer dann auch noch möglichst schnell lernt, seine großen und kleinen Geschäfte in dem dafür vorgesehenen Topferl zu verrichten, wird oft als ein wahres Goldkind gepriesen. Viele Eltern loben ihre Kinder besonders dann in höchsten Tönen, wenn diese etwas früher oder besser als andere Kinder können. Warum eigentlich?

Die Fantasie der Eltern denkt sich Krabbelkinder als Olympiasieger
Es ist eben so, dass gesellschaftlich bedingt die Konkurrenzüberlegung, dieses, besser, früher, größer, lauter, schneller, stark unser Denken und unsere Bewertungen prägt und sich auch im Umgang mit unseren Kindern niederschlägt. Eltern haben demnach häufig ein Gefühl der Sicherheit was die Konkurrenzaussichten ihrer Kinder angeht, wenn diese etwas besondere gut oder früh können. Dass da viele Fehlinterpretationen passieren ist klar, denn Kinder haben nun mal ihr individuelles Entwicklungstempo, und nicht jedes Kind, das mit 10 Monaten schon läuft, wird späterer Olympiasieger im Laufwettbewerb. Darüber hinaus sollte man nie vergessen, dass Lob eine Belohung ist. Und ähnlich wie bei einem Medikament ist die Dosis entscheidend, damit es nicht zum Gift wird.

Überdimensioniertes Selbstvertrauen killt Fähigkeit zur Selbstkritik
Aber die meisten Eltern lieben es nun einmal, ihre Kinder zu loben. Viele überschütten sie geradezu mit wohlwollenden Worten. Ein Grund für das oft überschwängliche Rühmen von überdurchschnittlichen Leistungen des eigenen Nachwuchses ist – neben berechtigter Freude und verständlichem Stolz - auch der, dass sich die Eltern damit indirekt selbst loben. Wer die Taten seines Kindes preist, feiert damit unbewusst auch die eigene Erziehungs-Leistung. Für die Kinder kann übertriebenes Lob aber ein ganzes Bündel negativer Auswirkungen haben. Zum einen kann es passieren, dass dadurch der Narzissmus der Kleinen eine Größe erlangt, die später von den Mitmenschen als unangenehm und bedrohlich empfunden werden kann: Wer als Kind zu viel abgefeiert wird, hält sich als Erwachsener oft für unfehlbar – und hat neben einem überdimensionierten Selbstvertrauen oft auch ein großes Problem mit Kritik an der eigenen Person. Ein weiterer Nachteil von zuviel oder falsch eingesetztem Lob liegt auch darin, dass jedes Lob ja auch eine gewisse Erwartungshaltung beinhaltet. Lob kann also – bewusst oder unbewusst – als Druckmittel missbraucht werden. Bedenklich wird es besonders dann, wenn das Lob mit immer höheren Anforderungen verbunden wird. Wenn das Kind gezielt mit Lob gefüttert wird ist das wie wenn es mit Schokolade gefüttert wird. Und wenn die Schokolade oder eben das Lob ausbleibt, gibt es Entzugserscheinungen. Und das ist natürlich für das Kind stressend, weil es sich dann noch mehr anstrengt, aus Angst, den Eltern zu missfallen.

Wann und wie oft sollen Eltern loben?
Das erste Wort, die ersten Schritte, das erste Mal alleine Schaukeln oder ein ohne Mamis Hilfe zusammengestelltes Puzzle und ähnliche besondere Leistungen und Situationen geben immer wieder Anlässe, zu loben, und dem Kind die eigene Freude mitzuteilen und miteinander die Freude am Erreichen dieses Ziels zu teilen. Im täglichen Leben und das dafür unbegrenzt, sollte man eher auf Ermutigung setzen. Ermutigung kann man nie zu viel geben. Ermutigung verleiht Mut, sich Aufgaben zu stellen. Ermutigung bedeutet Ansporn, Ermutigung ist weder bewertend noch negative Konkurrenz fördernd.. Ein Kind hat von sich aus selber Freude an Leistung und Weiterentwicklung. Dafür sorgt die natürliche Neugierde. Was ein Kind braucht, ist in erster Linie Ermunterung, Zuwendung und bedingungslose Liebe. Lob kann manipulieren und stressen. Und Kinder, die unter Stress stehen, können nicht viel leisten.



Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 164 [option] => com_content [view] => article [catid] => 62 [id] => 2649 ) [inputs:protected] => Array ( [cookie] => JInputCookie Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( ) [inputs:protected] => Array ( ) ) [request] => JInput Object ( [options:protected] => Array ( ) [filter:protected] => JFilterInput Object ( [stripUSC] => 0 [tagsArray] => Array ( ) [attrArray] => Array ( ) [tagsMethod] => 0 [attrMethod] => 0 [xssAuto] => 1 [tagBlacklist] => Array ( [0] => applet [1] => body [2] => bgsound [3] => base [4] => basefont [5] => embed [6] => frame [7] => frameset [8] => head [9] => html [10] => id [11] => iframe [12] => ilayer [13] => layer [14] => link [15] => meta [16] => name [17] => object [18] => script [19] => style [20] => title [21] => xml ) [attrBlacklist] => Array ( [0] => action [1] => background [2] => codebase [3] => dynsrc [4] => lowsrc ) ) [data:protected] => Array ( [Itemid] => 164 [option] => com_content [view] => article [catid] => 62 [id] => 2649 ) [inputs:protected] => Array ( ) ) ) )