herzmassage

Leben retten macht Schule

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Österreich. Derzeit können nur etwa 10 Prozent nach einem Herzstillstand das Krankenhaus wieder lebend verlassen. Profis der Rettungsorganisationen wissen aber: Es ist möglich, die Überlebenschancen mehr als zu verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen, startet die Stadt Wien in Kooperation mit den "Helfern Wiens" und dem Verein "Puls" das Projekt "Leben retten macht Schule". Künftig, so Bürgermeister Dr. Michael Häupl, wird es für jedes Kind in der 3. Klasse Volksschule Wiederbelebungsunterricht geben. Insgesamt werden damit jedes Jahr rund 20.000 Mädchen und Buben zu Lebensrettern ausgebildet.

"Allein in Wien werden pro Jahr 3.500 Menschen Opfer des plötzlichen Herztodes. Mit diesem Vorzeige-Projekt besteht die Hoffnung, diese Zahl perspektivisch deutlich zu reduzieren", erklärt der erste Präsident des Wiener Landtages Prof. Harry Kopietz, der auch Vizepräsident der Helfer Wiens und Präsident des Vereines PULS ist. "Denn Leben retten kann kinderleicht sein, wenn man einmal erfahren hat, was zu tun ist. Gerade Kinder haben eine natürliche Bereitschaft, zu helfen. Und was sie als Kinder gelernt haben, wenden sie auch als Erwachsene wie selbstverständlich an. Ich bin stolz auf dieses Projekt und auf alle jungen Lebensretter, die daran teilnehmen werden."

Pilotphase ab sofort, im kommenden Schuljahr regulärer Teil des Unterrichts

Bereits in den kommenden Tagen startet an ausgewählten Schulstandorten eine Pilotphase mit insgesamt mehr als 1.000 Volkschülerinnen und -schülern, erklärt Wolfgang Kastel, Geschäftsführer der "Helfer Wiens". Als Kommunikations- und Informationsplattform aller Wiener Einsatz- und Hilfsorganisationen sind er und sein Team mit der Organisation und Koordination des Projektes "Leben retten macht Schule" betraut, dessen Inhalte vom Verein PULS ausgearbeitet wurden und das von der MedUni Wien im Rahmen einer mehrjährigen Studie wissenschaftlich begleitet wird.

Mit an Bord sind auch der Wiener Stadtschulrat und die Wiener Rettungsorganisationen. Kastel: "Profis der Berufsrettung Wien, des Samariterbundes, des Wiener Jugendrotkreuzes, der Malteser und der Johanniter lehren an der Praxis, wie eine Herzdruckmassage gemacht wird und wie einfach ein Defi zu bedienen ist."

Im Zuge des Pilotversuchs wird auch eine sympathische Idee von Landtagspräsident Kopietz realisiert. In einer Befragungsaktion dürfen die 1.000 Mädchen und Buben entscheiden, welches kleine Erinnerungsgeschenk künftig alle AbsolventInnen des Unterrichts erhalten und welcher Slogan darauf stehen soll. "Warum sollen das irgendwelche Erwachsenen bestimmen. Das sollen die Kinder tun, die wir schließlich auch zu selbstbestimmten Lebensretterinnen und Lebensrettern ausbilden", so Kopietz.

Bereits mit dem Start ins Schuljahr 2014/2015 wird der lebensrettende Reanimationsunterricht in den dritten Schulstufen der Wiener Pflichtschulen obligatorisch eingeführt. Womit künftig alle Wiener Volksschülerinnen und -schüler zwei jeweils 50-minütige Unterrichtseinheiten als künftige Lebensretter absolvieren. Insgesamt stolze 20.000 Kinder - pro Jahr! Die Inhalte sind selbstverständlich altersgemäß aufbereitet: Den Kindern werden selbstbewusstes Handeln im Notfall vermittelt und mögliche Ängste vor der Situation genommen.

Prüfen. Rufen. Drücken. Leben retten kann kinderleicht sein...

"Prüfen, Rufen, Drücken - das sind die entscheidenden Schlagworte. Prüfen, ob die Person atmet, die Rettung rufen, und mit der Herzdruckmassage beginnen", so Dr. Mario Krammel, Notfallmediziner an der Universitätsklinik für Anästhesie der Medizinischen Universität Wien und geschäftsführender Präsident des Verein Puls zur Bekämpfung des plötzlichen Herztods.

Die Fakten, auf denen das von der Medizinischen Universität wissenschaftlich begleitete Projekt basiert, sind eindeutig: In Wien erleiden jährlich 3.500 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses, aber nur jeder Zehnte überlebt. Bei "Herzensangelegenheiten" aber zählt im wahrsten Sinne des Wortes jede Minute, denn ohne Ersthelfermaßnahmen vor Eintreffen der Rettung nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit im Fall eines Herz-Kreislaufstillstands um rasante zehn Prozent pro Minute ab. "Das beherzte Eingreifen von Mitmenschen im direkten Umfeld spielt deshalb eine entscheidende Rolle. Durch kräftigen Druck in der Mitte des Brustkorbes können Ersthelfer im Fall eines Herz-Kreislaufstillstands effizient Hilfe leisten und so die Überlebenschancen eines Menschen mit nur wenigen Handgriffen dramatisch steigern", so Dr. Mario Krammel.

Ganz abgesehen vom nicht bezifferbaren und über allem stehenden Wert des menschlichen Lebens ist das Projekt auch eine Investition in unsere Gesundheitsversorgung. Denn der plötzliche Herztod hat auch einen volkswirtschaftlichen Preis. Die indirekten Kosten durch Produktivitätsverlust für ein Jahr betragen Studien zufolge mehr als rund 700 Millionen Euro. Langfristig leistet dieses Projekt in die Ausbildung der Volksschulkinder und Lebensretter von Morgen also auch einen wesentlichen Beitrag, Kosten zu sparen.

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