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Wenn der Schuh nicht drückt

Marco, 4, möchte keine neuen Straßenschuhe. Er hat am Spielplatz und bei etlichen schönen Ausflügen so viel mit seinen blauen Piratenmuster-Schuhen erlebt, dass er sie um nichts in der Welt missen möchte. Auch, wenn sie schon etwas alt aussehen. Und eigentlich schon zu klein sein müssten. Aber auf alle Fragen, ob die Piratenschuhe nicht doch schon etwas eng sind und manchmal drücken, antwortet der Bub überzeugt: „Nein, nein, die Piratenschuhe passen gut. Ich brauch‘ keine neuen.“ Marcos Vater drückt einmal mit dem Daumen auf die Piratenschuhe am Fuß seines Sohnes und stellt fest, dass tatsächlich noch genug Spielraum zwischen Zehen und Schuhspitze sein dürfte. „Passt.“

Wie gesunde Füße ruiniert werden

Verschiedenen Studien zufolge kommen zwischen 90 und 96 Prozent aller Kinder mit gesunden Füßen zur Welt, während nur rund ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung gesunden Fußes unterwegs ist. Laut Expertenmeinungen sind sehr oft die „falschen“ Kinderschuhe für die relativ häufig auftretenden, späteren Fußprobleme verantwortlich. Die ersten sechs Lebensjahre sind nämlich entscheidend für die Ausprägung und die gesunde Entwicklung von Muskeln und Sehnen – wer in diesem Zeitraum in zu kurzen, zu engen oder einfach ungeeigneten Schuhen durchs Leben geht, muss als
Erwachsener sehr oft unter den Folgen leiden. Dennoch machen hier sehr viele Eltern Fehler: Einer Studie der Universitätsklinik Tübingen zufolge tragen 30 Prozent aller Kinder Schuhe, die nicht passen! Orthopäden berichten immer wieder von Kindern, die in zwei, drei Nummern zu kleinen Schuhen zur Untersuchung kommen. Dennoch klagen kaum Kinder über zu kleine Schuhe. Das liegt wohl vor allem daran, dass Kinderfüße wesentlich weicher und biegsamer sind als die Füße von Erwachsenen. Kinderfüße haben weichere Knorpel, sie lassen sich leichter verformen – und passen daher auch in Schuhe, die eigentlich nicht mehr passen.

So überprüfen Sie, ob der Schuh drückt

Eltern sollten daher in regelmäßigen Zeitabständen – ideal sind, einer Empfehlung der „Initiative Gesunde Kinderschuhe“ zufolge, etwa acht Wochen – die Füße ihrer Sprösslinge bei qualifizierten Schuhfachhändlern nachmessen lassen. Bei vielen Eltern geht es sich in der Praxis aber nicht immer aus, alle zwei Monate mit ihren Kindern ein Schuhgeschäft aufzusuchen. Tipp: Überprüfen Sie daher auch zu Hause regelmäßig, ob die Schuhe Ihrer Kids noch passen. Die weit verbreitete Methode, die auch Marcos Vater bei den Piratenschuhen angewendet hat, ist übrigens denkbar ungeeignet. Sie kann kaum präzise Ergebnisse liefern, oft führt sie sogar zu falschen Schlüssen, weil viele Kinder, wenn der elterliche Daumen auf die Schuhspitze drückt, instinktiv die Zehen
einziehen. Und so entsteht auch in viel zu engem Schuhwerk kurzfristig Freiraum, den es eigentlich gar nicht mehr gibt. „Die beste Methode ist, die  Einlegesohle aus dem Schuh herauszunehmen und den Kinderfuß draufzustellen“, erklärt Dr. Frank Schneider, Kinderorthopäde an der Uniklinik Graz. „Vor
den Zehen sollte dann noch zirka 12 Millimeter Platz sein. Alternativ kann man auch den Kinderfuß mit Strümpfen auf einen Karton stellen und mit einem Filzstift die Form nachfahren. Dann diese Schablone ausschneiden und in den Schuh stecken. Wenn sich die Schablone verbiegt oder nur mehr schwer in den Schuh passt, dann ist der Schuh zu klein und sollte ersetzt werden.“ Ein weiteres Indiz für zu kleine Schuhe sind Druckstellen an den Füßen der Kleinen. So weit sollte es aber auf keinen Fall kommen – auch, wenn Kinderfüße erstaunlich flott wachsen können: Über ein Millimeter pro Monat ist möglich! Als Faustregel gilt dabei: Im Schulalter wachsen Kinderfüße durchschnittlich ein bis zwei Größen, zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr sogar um zwei bis vier Größen pro Jahr. Die Entwicklung der Füße dauert bei Mädchen etwa bis zum 14. Geburtstag, bei Burschen im Schnitt zwei Jahre länger. Marco wird sich also noch sehr oft von Schuhen verabschieden, mit denen er ein Stück seines Lebenswegs gegangen ist. Zum Glück machen aber auch neue Schuhe viel Spaß. Und die Spuren, die die alten in der Erinnerung hinterlassen haben, verblassen dann oft sehr schnell …

„Der Daumen-Press-Test ist immer wieder ungenau, weil vor allem kleine Kinder oft instinktiv die Zehen einziehen, wenn Druck von oben kommt. Empfehlenswert ist es, am Fuß regelmäßig zu kontrollieren, ob es Druckstellen oder druckstellenbedingte Rötungen gibt. Ein gelegentlicher Kontrollblick auf die Zehen der Sprösslinge sollte eine Selbstverständlichkeit sein.“ Dr. Frank Schneider, Kinderorthopäde Uniklinik Graz

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