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Recht auf Zukunft

Auf der Eingangstür des „Hauses Eden“ in Albaniens Hauptstadt Tirana ist ein Strauß aus bunten Luftballons aufgemalt. Unter der Überschrift „Ich hab‘ ein Recht auf …“ ist jedem Ballon ein Begriff eingeschrieben: das Recht auf Leben, Spielen, Respekt, Gewaltfreiheit, Ausbildung, Muttersprache,  Familiengründung, Meinungsfreiheit.  Die 62 Kinder, die hier täglich ein- und ausgehen, haben von diesen Rechten bisher freilich noch nicht allzu viel gemerkt. Schmutzig, häufig vernachlässigt und ohne ausreichende Kleidung steht kleinen Neuankömmlingen die bittere Armut nur allzu deutlich ins Gesicht geschrieben. Hier im Tageszentrum von „Shkey“, einer albanischen Partnerorganisation der Caritas und finanziert von österreichischen KinderpatInnen, werden die Mädchen und Burschen wieder das, was sie eigentlich sein sollten: ganz normale Kinder. Nach dem Unterricht knallt draußen ein Ball in improvisierte Fußballtore, drinnen bekommen die Kleineren schon mal eine kräftige Hühnersuppe serviert. Die Klasse für die zwölf SchülerInnen ab 13 Jahren im „Eden“ ist ein Pilotprojekt: Kinder ab zehn, die die Schule verlassen oder noch nie eine besucht haben, verlieren in Albanien das Recht auf Unterricht. Über 1.000 Mädchen und Burschen macht dieses Gesetz allein in Tirana zu AnalphabetInnen. Das Tageszentrum ist damit richtungsweisend: Die albanische Regierung will nun mehr solcher Integrationsklassen für Ältere schaffen.

Farbe im grauen Alltag

Auch sonst bringt das „Eden“ mit seinen bunt bemalten Wänden und der liebevollen Betreuung Farbe in einen eher grauen Alltag. Wer wissen will, woher die Kinder kommen, kann beispielsweise den neunjährigen Erion mit dem Caritas-Bus nach Hause begleiten. „Nach Hause“, das liegt hinter den herausgeputzten Straßen, dem Casino und der Prachtallee, in einer der zahlreichen Roma- Siedlungen Tiranas: Baracken aus notdürftig zusammengeschusterten Fetzen und Holzlatten, kein Strom, kaum Trinkwasser – ein Glück nur, dass es der Winter mit den Menschen heuer gnädig meint. In der Tür einer dieser Baracken – am Eingang das Plakat einer westlichen Kosmetikfirma – steht Erions Mutter Mirela (32), das jüngste Kind am Arm.

Hilfe von Sozialarbeitern

Dass Mirela ihren Ältesten ins Tageszentrum schickt, ist ganz und gar nicht selbstverständlich – vielmehr Ergebnis feinfühliger Überzeugungsarbeit engagierter SozialarbeiterInnen. Der Widerstand ist verständlich: Wo eine neunköpfige Familie wie die von Erion mit Altmetall-Sammeln und Betteln gemeinsam gerade einmal vier Euro pro Tag verdient, ist der Ausfall eines Kindes als Einkunftsquelle kaum drin. Doch nicht nur die Roma, auch jene, die von den kargen Bergen des Nordens in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft nach Tirana geflohen sind, landen zunächst hart im Elend der illegal errichteten Vorstadtslums. Weil zwei staatliche Gesetze zu Landrechtsfragen einander widersprechen – das eine sieht die Rückgabe an alteingesessene Familien vor, das andere erlaubt illegalen Besetzern gegen einen geringen Beitrag den Erwerb des Landes – ist die Chance der albanischen  Armutsflüchtlinge auf ein eigenes Fleckchen Erde trotz erster staatlicher Bemühungen in absehbarer Zeit gering.

Kranksein kostet Geld

Damit teilen die Menschen das Schicksal vieler Roma-Familien im Land: Nicht registriert und damit namenlos sind die Landlosen für den Staat buchstäblich nicht vorhanden: Die Kinder können nicht in die Schule gehen, ihre Eltern fallen selbst um die verschwindend kleine Sozialbeihilfe von umgerechnet 25 Euro pro Familie um. Kranksein kann sich in den Barackensiedlungen ohnehin niemand eisten. „Wer eine lebensrettende Operation  braucht, hat die Wahl: sterben oder sein Haus verkaufen – wenn er eines hat“, wird uns später jemand erzählen. Und doch ist Bildung in einem Land, in dem Hunderttausende vor dem Elend ins Ausland geflohen sind und in dem die Wunden einer der schlimmsten kommunistischen Diktaturen Europas noch lange nicht vernarbt sind, die einzige Chance auf Zukunft. Und auch darauf haben die Kinder Tiranas – und nicht nur sie – ein Recht.

Caritas Kinder-Patenschaften

Damit sich Kinder eine schönere Zukunft ausmalen können.

Die Patinnen und Paten des Caritas-Kinderpatenschaftsprogramms helfen mit, dass die Caritas weltweit Kinder in Not mit dem Lebensnotwendigsten versorgen kann – mit Essen, einem Dach über dem Kopf, medizinischer Hilfe, einer Schulausbildung aber auch der Geborgenheit, die die Mädchen und Burschen so dringend brauchen. Als Hauptsponsor unterstützen die Volksbanken die Caritas-Kinderpatenschaften. Die Caritas bietet Projektpatenschaften
an. Die PatInnen übernehmen symbolisch den monatlichen Unterhalt des Kindes in dem von ihnen ausgesuchten Projekt. Die Patenschaft kann als  Dauerauftrag oder Einziehungsauftrag organisiert und jederzeit gelöst werden. Infos zu rund 30 ausgewählten Kinderpatenschaftsprojekten der Caritas gibt´s unter: www.patenschaften.at oder der Gratis-Hotline: 0800/880 280.

Kommentare   

0 #1 Latoya 2017-05-23 06:16
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