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40 Jahre Mutter-Kind-Pass

Unter dem Motto "40 Jahre Mutter-Kind-Pass - eine Erfolgsgeschichte" lud die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) jetzt zu einer festlichen Enquete ins Billrothhaus der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Im Beisein von Gesundheitsminister Alois Stöger betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, dass der außergewöhnliche Erfolg dieses Präventionsprogramms wesentlich auf der Begleitung durch Mediziner und auf laufenden Anpassungen an den wissenschaftlichen Standard beruhe. In den anschließenden Vorträgen forderten auch Experten aus dem Bereich der Frauen- und Kinderheilkunde die Fortsetzung der bewährten Kooperation von Gesundheitspolitik und Medizin. Minister Stöger würdigte die Leistung seiner Amtsvorgängerin Ingrid Leodolter, die 1974 die Einführung des Mutter-Kind-Passes durchgesetzt hatte. Für Stöger sei es wichtig, dass dieses Vorsorgeinstrument auch in den nächsten 40 Jahren die Vorreiterrolle in der Gesundheitsförderung übernimmt.

Ziel 1974: Sterblichkeit senken

"Anfang der 1970er-Jahre starben in Österreich doppelt so viele Kinder um die Geburt und im ersten Lebensjahr wie in den meisten westeuropäischen Ländern", sagte Univ.-Prof. Sepp Leodolter in seinem Vortrag. Hauptziel der damaligen Gesundheitsministerin und Ärztin Ingrid Leodolter sei es gewesen, die Perinatale bzw. Säuglingssterblichkeit sowie die Müttersterblichkeit zu senken. Die Perinatale Sterblichkeit umfasst Totgeborene und Kinder, die innerhalb der ersten Lebenswoche sterben, mit Säuglingssterblichkeit sind Todesfälle innerhalb des ersten Lebensjahres gemeint. Die Müttersterblichkeit gibt an, wie viele Frauen bei oder infolge einer Geburt sterben. Schon in den ersten Jahren enthielt der Mutter-Kind-Pass Anzahl und Zeitpunkt der Untersuchungen für Schwangere und Neugeborene sowie eine Reihe von Labortests. Dank der Koppelung an eine erhöhte Geburtenbeihilfe nahmen werdende Mütter zu fast hundert Prozent am Programm teil und es zeigten sich schon nach wenigen Jahren deutliche Erfolge: Von 1973 bis 1979 sanken die Perinatale und die Säuglingssterblichkeit um je 40 Prozent und auch die Müttersterblichkeit war in den ersten ersten fünf Jahren nach Einführung des Mutter-Kind-Passes um fast die Hälfte geringer als in den fünf Jahren davor. Dazu Professor Leodolter, selbst Gynäkologe und Sohn der damaligen Ministerin: "In keinem anderen Teilbereich der Humanmedizin wurden in den vergangenen 40 Jahren solche Fortschritte gemacht wie in der Peri- und Neonatalmedizin."

Neue Herausforderung: Hohe Frühgeburtenrate

Auf jüngere Entwicklungen im Bereich der Geburtshilfe verwies ao. Univ.-Professorin Dagmar Bancher-Todesca. Mit einer aktuellen Säuglingsterblichkeit von 3,2 Promille und einer perinatalen Sterblichkeit von 5,1 Promille liege Österreich im internationalen Vergleich sehr gut, "diese Raten kann man kaum noch weiter senken". Ein "Meilenstein" in der Entwicklung der Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere sei der orale Glukosetoleranztest gewesen, der nach jahrelangem Ringen 2009 eingeführt werden konnte. "Dank diesem Mutter-Kind-Pass-Screening können wir heute die von Schwangerschaftsdiabetes betroffenen Frauen frühzeitig behandeln und gravierende Spätfolgen für das Kind verhindern oder zumindest mildern."

Aus Sicht der Neonatologie müsse sich das Mutter-Kind-Pass-Programm heute vor allem darauf konzentrieren, die Frühgeburtenrate in den Griff zu bekommen, die seit Jahren auf hohem Niveau stagniere. "Vor allem aufgrund des steigenden Gebäralters und der Zunahme an In-vitro-Befruchtungen kommt in Österreich etwa jedes zwölfte Baby zu früh auf die Welt, was oft zu gefährlichen Komplikationen mit hohen Folgekosten führt." Mit moderner Pränataldiagnostik ließen sich Wachstumsstörungen frühzeitig erkennen. Es sei daher dringend nötig, dass ein wissenschaftliches Komitee, wie es die seit 2010 nicht mehr bestehende Mutter-Kind-Pass-Kommission gewesen sei, evaluiere, welche Untersuchungen in das Mutter-Kind-Pass-Programm aufgenommen werden sollen. Denn, so Bancher-Todesca abschließend, "nur durch Prävention kann längerfristig auf ökonomische Weise noch mehr Gesundheit für Eltern und Kinder erreicht werden".

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