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Kratzende Kinder: Was tun bei Neurodermitis?

Kinder mit Neurodermitis haben kein einfaches Leben – und mit ihnen ihre Eltern. Die Beschwerden der kleinen Patienten können jedoch gelindert werden, wenn der richtige Arzt aufgesucht wird.

Der kleine Markus kratzt sich immer wieder, so oft, bis die Haut blutige Striemen aufweist. Aber der heftige Juckreiz lässt sich nicht stoppen. An Durchschlafen ist nicht zu denken, weder für das Kind, noch für die Eltern, die dem Leiden ihres Kindes oftmals hilflos zusehen. So erleben viele Familien die Hautkrankheit Neurodermitis (atopisches Ekzem). Neurodermitis gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten im Kindesalter. Aber nicht nur die kleinen Patienten sind betroffen, denn Neurodermitis kann das gesamte Familienleben über Jahre belasten. Die Geschwisterleiden mit, weil die Krankheit einen Großteil der elterlichen Aufmerksamkeit beansprucht. In ihrem Bemühen, das Leiden ihrer Kinder zu lindern, haben die Eltern manchmal eine Odyssee an Arzt- und Heilpraktikerbesuchen hinter sich und suchen für viel Geld auch unkonventionelle Hilfe. Die Frustration ist groß, und die Eltern fühlen sich zu Recht oftmals allein gelassen.

„Mit der Diagnose Neurodermitis bei ihrem Kind stehen Eltern unvorbereitet vor einer zusätzlichen Lebensaufgabe“, sagt Kinderallergologe Dr. Rüdiger Szczepanski. „Sie müssen gleichzeitig die Rolle als Erzieher und als Therapeut ihres Kindes übernehmen. Die zeitlichen, körperlichen, ökonomischen und vor allem psychosozialen Anforderungen an Mütter und Väter sind sehr hoch.“

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis (atopisches Ekzem) zählt zusammen mit Heuschnupfen und Asthma zu den so genannten atopischen Erkrankungen, deren Ursache noch weitgehend unbekannt ist. Wahrscheinlich führen eine genetische Vorbelastung und bestimmte Umweltfaktoren dazu, dass das Immunsystem überempfindlich ist und auf eigentlich harmlose Reize mit einer allergischen Entzündung reagiert. 

Bei Patienten mit Neurodermitis ist die Haut entzündet, vor allem am Hals und in den Gelenkbeugen. Die betroffenen Stellen sind gerötet, schuppig und haben eine vergröberte Struktur. Ein zum Teil unerträglicher Juckreiz ist jedoch das hervorstechende Symptom und führt die Betroffenen in einen Teufelskreis: Sie kratzen sich sehr viel, um Linderung zu finden. Durch das Kratzen entstehen nässende und mit Krusten belegte Infektionen und Entzündungen, die wiederum den Juckreiz steigern. Die Erkrankung kann sich spontan zurückbilden oder der Beginn einer Allergie-Karriere sein: Im Kindes- und Jugendalter erkranken die Betroffenen oft zusätzlich an allergischem Schnupfen oder Asthma. Viele Betroffene sind allergisch gegen Hausstaubmilben. Bei den meisten Betroffenen tritt Neurodermitis schon vor dem ersten Lebensjahr auf. Nur bei einem Teil der Kinder sind Nahrungsmittel nachweislich Auslöser einer Hautverschlechterung. Dieses lässt sich nur über gezielte Testung und einer eventuellen Nahrungsmittelprovokation klären. Wird eine Nahrungsmittelallergie als Auslöser für die Neurodermitis festgestellt, ist eine gezielte diätetische Beratung erforderlich. 

Der richtige Arzt ist wichtig

Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung der Neurodermitis ist es vor allem, dass der richtige Arzt aufgesucht wird. Im Idealfall sollte dies je nach Alter des Patienten ein Kinder- oder ein Hautarzt mit allergologischer Zusatzausbildung sein. Zur Standardtherapie gehören pflegende, rückfettende Salben oder Cremes und ­ bei schubartigen Verschlechterungen der Hautkrankheit ­ kortisonhaltige Salben. Kortison wirkt stark entzündungshemmend und Juckreiz stillend. Angst vor einer gezielten und kontrollierten Kortisongabe ist unbegründet, denn inzwischen gibt es sehr gut verträgliche Präparate. Für empfindliche Bereiche wie das Gesicht haben sich inzwischen auch kortisonfreie Cremes mit den Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus bewährt (zugelassen für Kinder ab dem 3. Lebensjahr). Ihr Wirkprinzip: Als so genannte topische Immunmodulatoren blockieren sie die Freisetzung von entzündungsauslösenden Botenstoffen der Haut und lindern daher die typischen Symptome wie Rötung, Schuppung und Juckreiz.

Derzeit testen mehrere Studienzentren außerdem eine spezifische Immuntherapie gegen die Milbenallergie vieler Neurodermitiker. Die Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist eine Standardtherapie bei Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Insektengift. Erste Ergebnisse klingen viel versprechend: Die Patienten haben nach der Behandlung weniger Symptome und benötigen auch weniger Medikamente. 

Foto: Fotolia
Promotion: Eucerin



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