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Strabismus: Unterschätzte Gefahr für unsere Augen

Schon Säuglinge können unter einer Augenfehlstellung leiden. Die rechtzeitige Behandlung in der Schielambulanz am LKH-Univ. Klinikum Graz führt bei ihnen zu einer normalen Sehentwicklung. Doch auch schielende erwachsene Patienten sind keine Seltenheit mehr in der Schielambulanz. Ihre Zahl steigt sogar von Jahr zu Jahr.

Umgangssprachlich ist vom Silberblick die Rede: Wenn Kinder oder Erwachsene leicht schielen und das als charmant empfunden wird. Ein kleiner Schönheitsmakel, der in ausgeprägten Formen aber zum sozialen Stigma werden kann – und zu einem Risiko für die Augen. In der Schielambulanz der Univ.-Klinik für Augenheilkunde versucht das Team rund um Leiterin Univ.-Prof. Dr. Andrea Langmann, bereits so früh wie möglich mit der Behandlung von Augenfehlstellungen zu beginnen. „Schielen ist – auch wenn es der Volksmund anders sagt – in keinem Alter erlaubt, weil es dabei bei Kindern, solange das visuelle System noch in Entwicklung ist, zu Sehbehinderungen kommt“, so Langmann, die sich seit fast dreißig Jahren um Patienten mit Strabismus (Schielen) kümmert. In den schlimmsten Fällen kann ein unbehandeltes schielendes Auge seine Sehfähigkeit komplett verlieren, der Patient auf einem Auge also praktisch erblinden. Im besten Fall entwickelt sich das Sehvermögen weitestgehend normal.

Aus welchem Grund Kleinkinder zu schielen beginnen, ist bisher noch nicht geklärt. Fest steht, eine Störung des beidäugigen Sehens kann genetisch bedingt – also vererbt – sein. War oder ist ein Elternteil vom Schielen betroffen, sollte die Seh- Entwicklung des Babys besonders genau beobachtet werden. Generell gilt: Bis zum vierten Lebensmonat stellt sich der Parallelstand der Augen ein. Ist das nicht der Fall, werden die besten Ergebnisse bei einer sofortigen Behandlung erzielt. Dazu gehören spezielle Brillen, Kinderkontaktlinsen und die Okklusion – das Zukleben des gesunden Auges, um das kranke zu fördern. Ohne Okklusion schaltet das Gehirn das schielende Auge ab, die Zellen verkümmern. Zusätzlich zu diesen Sehhilfen findet ein chirurgischer Eingriff statt. Langmann: „Eine Schiel-Operation führen wir schon im ersten oder zweiten Lebensjahr durch, um den Kindern zu einer bestmöglichen Sehfunktion zu verhelfen. Spätestens bis zum dritten Lebensjahr muss allerdings mit der Behandlung begonnen werden, danach wird es schwer, einen sehr guten Therapieerfolg zu erzielen.“

Abgesehen von den angeborenen Augenfehlstellungen gibt es auch erworbene Schielformen. Die Zahl der erwachsenen Schieler, die als Patienten in die Schielambulanz kommen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Allein im vergangenen Jahr gab es ein Patientenplus von 4,9 Prozent. Zum einen weil sich bereits behandeltes Schielen wieder verschlechtern kann, zum anderen tritt Schielen gehäuft im Alter, bei hoher Kurzsichtigkeit, bei neurologischen Erkrankungen, bei Schilddrüsenfunktionsstörungen oder nach Schädel-Hirn-Traumata auf. Und: Die psychosozialen Faktoren – wie reagiert das Umfeld auf Schielen – sind heutzutage ebenfalls ausgeprägter.

Im Laufe des Erwachsenwerdens kann zudem ein latentes Schielen, das zu 80 Prozent in der Bevölkerung nachweisbar ist, störend werden. Spezielle Brillen oder eine Schiel-Operation helfen auch hier. Meistens jedoch gleichen die Augen die Fehlstellung selbst aus, das Schielen bleibt unbemerkt. Durch visuelle Anstrengung, beispielsweise langes und häufiges Arbeiten am Computerbildschirm, können allerdings Beschwerden wie permanente Kopfschmerzen, Konzentrationsschwächen und Doppelbilder auftreten. Gerade deshalb sind regelmäßige PC-Pausen für die Prävention von so genannten „asthenopen Beschwerden“ (das Sehen betreffende Beschwerden) so wichtig. Genauso wie optimale Lichtverhältnisse und eine angenehme Luftfeuchtigkeit, in der die Augen nicht austrocknen. Langmann: „Generell gilt bei der Vorbeugung von Augenerkrankungen das, was wir Ärzte grundsätzlich empfehlen: Eine gesunde Ernährung, Sport und der Verzicht aufs Rauchen helfen dabei, gesund zu bleiben“. 

Zahlen, Fakten, Daten

Im Jahr 1954 wurde am Klinikum Graz die erste Sehschule Österreichs gegründet, in den 1980er Jahren hat Univ.-Prof. Dr. Andrea Langmann die Leitung der Schielambulanz übernommen. Ein Team aus drei Fachärztinnen und vier Orthoptistinnen kümmert sich um die jährlich mehr als 3.500 Patienten. Die Expertinnen begleiten die visuelle Entwicklung ihrer Patienten oft ein Leben lang. In der Schielambulanz werden neben dem Schielen auch Sehschwächen, Störungen des beidäugigen Sehens und Augenbewegungsstörungen behandelt. Schiel- Operationen finden an zwei Tagen pro Woche tageschirurgisch statt, im vergangenen Jahr waren es 287 solcher Eingriffe. Dabei werden von den für die Augenstellung verantwortlichen sechs Muskeln je nach Bedarf zwei bis maximal drei gestärkt oder geschwächt, um einen Parallelstand der Augen zu erreichen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen kongenitalem Schielen (meist: Innenschielen), erworbenen Formen (Begleitschielen: Augen unterschiedlich ausgerichtet, Winkel bleibt aber immer gleich), Lähmungsschielen (etwa nach Tumoren) und mechanischen Formen (Orbitafraktur, also Augenhöhlenbruch). 

Fotos: © LKH-Univ. Klinikum Graz

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Kommentare   

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