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Kinderpsyche und Krieg im Netz

Irak, Syrien, Ukraine: Extreme Darstellungen wie blutige Kämpfe oder gar Hinrichtungen können Heranwachsende über Messenger oder in sozialen Netzwerken erreichen und eine verstörende Wirkung auf sie ausüben. Dabei werden solch drastische Bilder und Videos bisweilen sogar noch mit hämischen Kommentaren versehen, die der Gewaltverherrlichung, extremistischer Propaganda oder voyeuristischer Ausschlachtung dienen und Heranwachsende zusätzlich beeinträchtigen können.

Kinder begleiten und über unpassende Inhalte sprechen
Wissen Eltern darüber Bescheid, wie und wo ihr Kind im Internet unterwegs ist, und informieren sie sich über aktuelle Trends können Eltern auch ihr Kind gut vor nicht altersgerechten Inhalten warnen und Ansprechpartner sein. Am besten begleiten Eltern ihre Kinder von Anfang an bei der Mediennutzung, um Vertrauen langfristig aufzubauen und sprechen mit ihrem Kind über unpassende Inhalte. Dabei können sie ihm raten, wie es sich davor schützt, sowie dass es sich mitteilt, wenn es darauf stößt.

Haben ihre Kinder aber Gewaltvideos im Netz gesehen, sollten Eltern das Gespräch suchen, damit Heranwachsende das Gesehene besser verarbeiten können. Statt mit Verboten zu drohen, hilft ein besonnener Austausch, wie ihr Kind an diese Videos gelangt ist. Eltern können mit ihrem Kind auch über dessen Umfeld in sozialen Medien sprechen, wenn es die Inhalte so erreicht hat. Manche Kinder im (vor)pubertären Alter möchten darüber auch ihre "Schmerzgrenzen" testen. Eltern können hier klar Position gegen Gewaltverherrlichung beziehen und ihr Kind bestärken, sich von drastischen Gewaltvideos und deren Absendern zu distanzieren. Mit älteren Kinder können Eltern über die politischen Hintergründe sprechen sowie erläutern, dass solche Videos oft der Propaganda dienen. Gerade bei jüngeren Kindern sollten Eltern sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und auf den Konsum gewalthaltiger Inhalte verzichten.

Eine Empfehlung an die Kinder: Webseiten sowie Gruppen und Freundschaftsanfragen in sozialen Netzwerken kritisch prüfen. Generell ist es wichtig, dass sich Kinder auf Webseiten und in sozialen Netzwerken bewegen, die auch für sie geeignet sind und passende Informationsangebote nutzen.

Technische Schutzprogramme installieren
Ergänzend zur aufmerksamen Begleitung richten Eltern eigene Nutzerkonten für ihre Kinder ein, aktivieren Sicherheitseinstellungen und setzen geeignete Inhalte als Lesezeichen sowie installieren unterstützende Jugendschutzprogramme. Kinder brauchen je nach Alter und Reife unterschiedliche Bewegungsräume im Netz. Eltern sind gut beraten, die Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und den Zugang mit einem sicheren Passwort zu regulieren. Für jüngere Kinder sind geschützte Surfräume wie der "KinderServer" geeignet. Für ältere Kinder ab zwölf Jahren eigenen sich Jugendschutzprogramme, wie die beiden von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) anerkannten Angebote "Jusprog" oder das Programm der Deutschen Telekom. Beide sind kostenlos und basieren auf einer Reihe von bewährten Filtern sowie einer Positiv- und Negativliste, mit der Eltern gezielt Internetseiten freigeben oder sperren können.

Unpassende Inhalte melden
Eltern können ihr Kind dafür sensibilisieren, sich mitzuteilen, wenn es auf unpassende Inhalte im Internet trifft. Besonders wachsam sollten Eltern bei gewalthaltigen Inhalten oder Beiträgen sein, die diese legitimieren oder verherrlichen, problematische Parolen verbreiten und Hass gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen schüren. Diese sind dem Betreiber oder Stellen wie "I-Kiz", "jugendschutz.net" oder "Internetbeschwerdestelle" zu melden. Dazu sichern Eltern am besten Belege per Screenshot und notieren sich dazu weitere Angaben wie Datum, Uhrzeit, Nutzername und Website.

schau-hin.info

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