Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei, 1

Dr. Martin R. Textor ist Wissenschafter am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München und beschäftigt sich in seinen Publikationen auch intensiv mit dem Thema „Erziehen für die Zukunft“. Im BabyExpress-Interview verrät er, wie Sie Ihre Kinder fit für die Zukunft machen können.

BabyExpress: Wie können Eltern dazu beitragen, dass ihre Kinder die Herausforderungen der Zukunft einmal möglichst gut meistern können?
Dr. Martin Textor: Vor allem, indem sie die generell nützlichen Basiskompetenzen unterstützen. Dazu gehören personale Kompetenzen wie Weltoffenheit, Neugier, Leistungsbereitschaft oder Selbstbewusstsein sowie kognitive Kompetenzen wie Reflexionsfähigkeit, Urteilsvermögen und ein gutes Gedächtnis.

Wie funktioniert „zukunftsorientiertes“ Erziehen, was müssen Eltern und Pädagogen, Lehrer dabei beachten?
Sehr wichtig ist, dass die Kinder lernen, wie man lernt – dass sie wissen, wo man benötigte Informationen findet, wie man große Datenmengen schnell sichtet und das Wichtige herausfiltert, wie man gefundene Informationen kritisch beurteilt und wie man die gewonnenen Erkenntnisse verständlich und ansprechend präsentiert. Auch ist wichtig, dass Kinder zu kooperieren lernen – die Zeit der „Einzelkämpfer“ in Forschungseinrichtungen, Unternehmen
und Behörden ist längst vorbei. Heute und in Zukunft können die weitaus meisten Arbeitsaufträge nur in Teams erledigt werden. So sind sowohl soziale als auch kommunikative Fähigkeiten wichtig.

Das ist alles sehr theoretisch. Was können Eltern praktisch tun?
Kinder sind schon als Babys und Kleinkinder außerordentlich neugierig und lernbereit. Hier können Eltern anknüpfen: Selbst wenn zum Beispiel die endlose Fragerei manchmal nervt, sollte versucht werden, alle Fragen zu beantworten – und zwar möglichst nicht abschließend. Viel besser ist, das Kind zunächst selbst nach Antworten suchen zu lassen und es dabei zu unterstützen, beispielsweise durch offene Fragen. Dann wird gemeinsam experimentiert, werden Informationen gesammelt, wird miteinander nachgedacht. Unter solchen Umständen sind sogar philosophische Gespräche mit Kleinkindern möglich. Viele Kinder entwickeln dann bestimmte Interessen weiter, so dass sie mit fünf Jahren schon ein Spezialwissen – zum Beispiel über Dinosaurier – erworben haben.

Was können Eltern noch tun?
Wichtig ist, dass diese Neugier und Lernbereitschaft auch bei älteren Kindern erhalten bleiben. Leider werden sie oft von der Schule demotiviert, die immer noch den Schwerpunkt auf das Lernen tradierter und für ältere Kinder wenig interessanter Wissensbestände und auf das „Abprüfen“ individueller Leistungen legt. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern besondere Interessen und Hobbys ihrer Kinder unterstützen, die sie außerhalb der Schule betreiben
können. Hier entwickeln Kinder aus sich heraus eine hohe Lern- und Leistungsmotivation. Sie erwerben Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Zukunft oft wichtiger als das Schulwissen ist. Denken wir nur an die vielen „Computerkids“, die schon mit 25 Jahren Millionen verdienen...

„Teamfähigkeit wird immer wichtiger. Sie können Ihre Kinder zum Beispiel ermutigen, die Hausaufgaben in einer Kleingruppe zu erledigen. Und dann können die Kids gleich gemeinsam Sport machen. Die Arbeit wird zunehmend am Schreibtisch stattfinden und vermutlich immer stressiger werden. Umso wichtiger wird der körperliche Ausgleich - und die Freude daran sollte möglichst schon in der Kindheit grundgelegt werden.“ Dr. Martin Textor, Staatsinstitut für Frühpädagogik München


Liebe Eltern, liebe Familien!
Im Nachdenken über Zukunft fällt Ihnen wahrscheinlich nicht gleich christlicher Glaube oder Kirche ein. Auf die Frage, ob Kirche und Glaube für die Zukunft Bedeutung haben, würden viele mit „Nein“ antworten. Statistische Studien bestätigen das. Dennoch behaupte ich, dass Kirche(n) und Religion(en) in nächster Zeit große Bedeutung haben werden, nicht aus berufsbedingtem Optimismus, sondern entsprechend manchen Beobachtungen. Da ist die Frage nach der Zukunft des eigenen Lebens: Werde ich auch nach meinem Tod Zukunft haben? Die christliche Antwort und Erfahrung ist eindeutig: Wir werden mit Jesus Christus auferstehen zu einem ewig glücklichen Leben. Das ist nicht alles: Das Christentum gibt klare Hinweise angesichts der großen Herausforderungen in allernächster Zukunft: In der globalisierten Welt kommen einander Völker immer näher. Die menschliche Belastbarkeit wird auf die Probe gestellt. Der Glaube an Gott, der jeden Menschen liebt, der uns und anderen vergibt, wird an Bedeutung gewinnen. Eine
neue Kultur des Verzeihens und eine Kultur der Achtung des Anderen ist gefragt. Hinzu kommt noch eine Kultur der Ehrfurcht vor der Welt als uns aufgegebener Schöpfung. Benedikt XVI. spricht diese Themen laufend an. Die Resonanz auf seine Botschaft zeigt: Eine menschenfreundliche Zukunft braucht die Kirche. Sie wird solche Themen verstärkt aufgreifen und Zukunft mitgestalten. Dabei setzt sie auf Familien, die sie in ihrer Kompetenz schätzt
und stärkt. Ihr Dechant Dr. Bernhard Mucha Familien seelsorger der Diözese Wien


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