Wir müssen unsere Kinder schützen, 1

Dr. Andrea Kdolsky, Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend, nimmt den Kampf gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch durch Jugendliche auf. Doch jeder Erwachsene ist auch Vorbild und sollte die Aktion unterstützen.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie das „Komatrinken“ der Jugendlichen stoppen?
Als Jugend- und Familienministerin ist mir der Schutz unserer Jugendlichen vor Alkoholmissbrauch, dem sogenannten „Komatrinken“ oder auch „binge drinking“ ein besonders großes Anliegen. Ich werde nicht akzeptieren, dass schon Kinder völlig betrunken in den Straßen liegen. Neben klaren gesetzlichen Regelungen zur Abgabe beziehungsweise zum Ausschenken von Alkohol gehört für mich Bewusstseinsbildung, sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Handel und Gastronomie, sowie die Prävention zu den wichtigsten Handlungsfeldern. Eines meiner zentralen Anliegen und der erste Schritt im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist die Harmonisierung der Jugendschutzgesetze. Bei der Landesjugendreferentenkonferenz am 30. März 2007 wurde bereits der  Beschluss gefasst, die Angleichung der Jugendschutzbestimmungen betreffend den Alkoholkonsum den dafür zuständigen Ländern zu empfehlen.

Warum trinken immer mehr Jugendliche immer jünger immer extremer?
Seit vielen Jahren lässt sich der Trend beobachten, dass Jugendliche zunehmend früher beginnen, Alkohol zu konsumieren. Dies ist als  „Akzelerationseffekt“ zu deuten, das heißt, dass Kinder beziehungsweise Jugendliche immer früher reif werden und sich immer früher wie Erwachsene verhalten und damit auch deren Konsummuster früher übernehmen. Ein anderer Grund dafür liegt aber auch in der oft fehlenden „Nestwärme“, Liebe und Zusprache innerhalb der eigenen Familie. Im exzessiven Alkoholkonsum suchen Kinder und Jugendliche Trost und Hilfe – Alkohol ist kein Problemlöser, und darf auch keiner sein. Um hier noch mehr aufschlussreiche Informationen zu bekommen, lasse ich die von mir genannten Gründe, die im familiären Umfeld ihren Ursprung haben, derzeit im Rahmen einer eigenen Studie genauer untersuchen.

Welche Mitschuld hat daran die Gastronomie, aber auch der Handel (z.B. Alkopops im Supermarkt)?
Im Kampf gegen Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen müssen wir auf Gastronomie und Handel einwirken, den Jugendschutz auch  umzusetzen. Die bestehenden Regelungen bezüglich Abgabe müssen eingehalten werden – sowohl in der Gastronomie als auch im Einzelhandel. Hier führen wir bereits intensive Gespräche und in diesem Zusammenhang konzentrieren wir uns auch besonders auf die Tankstellenshops, bei denen sich  Kinder und Jugendliche oft und gerne mit Alkohol eindecken. Im Zusammenhang mit wiederholten Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz denken wir auch über härtere Sanktionen für „schwarze  Schafe“ in der Gastronomie nach, die bis zu einem Entzug der Betriebsbewilligung führen können. Wir  müssen Bewusstsein für Verantwortung schaffen. Unbefolgte Gesetze sind sinnlos! „Alternativen zu Alkohol“ und die Preisgestaltung spielen bei diesen Gesprächen aber ebenfalls eine sehr wichtige Rolle – Jugendliche müssen einfachen Zugriff auf attraktive und günstige alkoholfreie Alternativen haben – Wasser und Limonade sind zu wenig.

Ministerin Andrea Kdolsky - Mit alkoholfreien Events und farbigen Ausweisen gegen den Wahnsinn „Komatrinken“.

Eine aktuelle britische Studie belegt sogar, dass Alkohol gefährlicher als die illegalen Drogen Cannabis, Ecstasy oder LSD ist. Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky will mit zahlreichen konkreten Maßnahmen Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Alkohols schützen. Eine wichtige Säule im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch ist die Harmonisierung der Jugendschutzgesetze. Aber auch von Kdolskys Idee der „farbigen Personalausweise“ versprechen sich viele Experten eine Trendwende. Diese neuartigen Personalausweise sollen alle Sicherheitsmerkmale (Foto, Hologramm, etc.) der gängigen  Personalausweise aufweisen – nur mit dem markanten Unterschied, dass es für verschiedene Altersstufen verschiedene Farben gibt. So sollen die Ausweise für verschiedene Altersgruppen durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet werden. Ab 18 gilt dann wieder der „normale“ Personalausweis. Der Clou an der Sache: Die farbigen Ausweise“ sollen es Gastwirten und Handel erleichtern, jugendliche Gäste und Konsumenten von volljährigen zu unterscheiden – beziehungsweise dafür sorgen, dass Ausreden à la „der hat aber ausgesehen wie 17“ endlich der Vergangenheit angehören. Besonders in Etablissements wie etwa einer Disco ist die „Ausweiskontrolle“ ja leider vielfach eine höchst theoretische Geschichte, weil kaum ein Barkeeper nach dem Geburtsdatum auf einem Ausweis sucht, wenn rundherum die Laserstrahlen durch das Dunkel blitzen, die Musik dröhnt – und sich jede Menge durstige Gäste an der Bar stauen. Die farbigen Ausweise sollen zunächst in einem Pilot-Projekt in Kärnten zum Einsatz kommen. Im Sommer wird Bundesministerin
Kdolsky weitere Meilensteine im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch setzen. So wird sie etwa für Teenager  lkoholfreie Events veranstalten. „Mein Ziel ist es, Jugendliche zu einem bewussten Nein zu Alkohol zu bewegen. Helden sind nicht die, die 5 Liter Bier trinken können, sondern jene, die auch ohne Kampftrinken Spaß haben“, betont Kdolsky. Außerdem wird das Gesundheitsministerium eine Studie durchführen. Diese soll die Frage klären, warum sich so viele Jugendlichen immer wieder bis zur Bewusstlosigkeit betrinken – und neue Rückschlüsse ermöglichen.

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