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Schüler sind dumm! Oder etwa nicht?

Vor allem die Tatsache, dass Österreichs Schüler schlecht rechnen und lesen können. Was tun? Welche Lösungen gibt es? Sollte das Schulsystem von Grund auf neu strukturiert werden? Die Meinungen gehen auseinander.

Ende der 1990er Jahre wurde sie gegründet und schwebt seit dem Jahr 2000 in dreijährigem Turnus wie ein Damokles-Schwert über der Schülerschaft: die PISA-Studie. Sie soll die berufsrelevanten Fähigkeiten und Kenntnisse 15- bzw. 16-Jähriger offenbaren und teilt sich in die Bereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft. „PISA findet alle drei Jahre mit wechselnden Schwerpunkten statt, wobei mit PISA 2009 der zweite Erhebungszyklus begann: 2000 und 2009 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt, 2003 und 2012 bildet Mathematik den Schwerpunkt und 2006 sowie 2015 die Naturwissenschaftskompetenz“, so das Bundesinstitut bifie. Die Schulen, in denen PISA stattfindet, werden zufällig ausgewählt.

Unsere Schüler haben Leseschwäche
In Österreich sind vor allem starke Defizite im Bereich der Lesekompetenz auszumachen, hier erreichten die heimischen Schüler im Jahr 2009 lediglich 470 Punkte, damit liegen sie 23 Punkte unter dem OECD-Schnitt. Solch ein Ergebnis ist alarmierend im Hinblick auf die Tatsache, dass die getesteten Schüler ins Berufsleben entlassen werden und dort bestehen sollen. Allerdings sei es falsch, ihnen erst dann Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, wenn die Ergebnisse der Studie vorlägen, so der Staatssekretär für Integration, Sebastian Kurz. „Schülerinnen und Schüler müssen im Mittelpunkt stehen. Nicht nur, wenn die PISA-Studie schlechte Ergebnisse bringt, sondern dann, wenn es um Reformen und neue Konzepte für die Bildung geht.“ Wichtig sei eine Schule, die auf das Leben vorbereitet.

Schulerfolg bestimmt den Lebensweg
Die Studienergebnisse haben in Österreich zu Diskussionen über das derzeitige Schulsystem geführt, das viele für dringend reformierungsbedürftig halten. Derzeit haben Kinder nach der Volksschule die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Schultypen zu wählen, z.B. Neue Mittelschule (existiert seit dem 01. September 2012 und ist eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 14-Jährigen, bis zum Jahr 2015/2016 entwickeln sich alle Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen, Anmerkung) oder Allgemein bildende höhere Schule (AHS). Welche weiterführende Schule ein Schüler nach der 4. Volksschulklasse besuchen darf, hängt von seinen schulischen Leistungen ab, aber auch davon, ob er den Anforderungen gerecht wird, die die neue Schule stellt. Wer selbst Kinder hat, weiß um die Schwierigkeiten, die ein Schulwechsel mit sich bringen kann. Baby Express hat sich umgehört. Jutta L. (43): „Wir haben selbst erlebt, wie Kinder unter Druck gesetzt werden, damit sie den für das Gymnasium nötigen Schulerfolg erreichen“, erklärt eine Mutter zweier Kinder, deren Tochter seit diesem Jahr auf eine weiterführende Schule geht.

Gesamtschule bleibt umstritten
Es ist kein Geheimnis, dass viele Kinder aufgrund ihres familiären Hintergrundes auf der Strecke bleiben. Sprösslinge aus bildungsärmeren Schichten gehen eher selten aufs Gymnasium und werden zu Hause weniger gefördert als jene aus Familien, in denen man nach der Schule studieren geht. Ob dem ein neues Schulkonzept wie die Gesamtschule entgegenwirken kann, ist fraglich.
Die Gesamtschule sieht vor, dass alle Kinder bis mindestens 14 Jahre die gleiche Schulform besuchen. Mit Hilfe der „inneren Differenzierung“ sollen die Schüler fachspezifisch je nach ihren Leistungen und Begabungen unterschiedlich gefördert werden. Das klingt an sich nicht schlecht, da einerseits beispielsweise so genannte Arbeiterkinder nicht mehr im Nachteil wären und dadurch vielleicht die Möglichkeit hätten, im weiteren Verlauf zu maturieren und ein Studium zu beginnen. Andererseits würde das schlechte Bildungsniveau mancher Schüler andere eventuell einschränken und bremsen. Der zweifache Vater Ludwig M. (39) gibt zu bedenken: „Vom pädagogischen Ansatz her halten wir die Gesamtschule für ein vernünftiges Schulmodell. Allerdings wirkt das vorliegende Konzept unausgereift und scheint in der Praxis mangels personeller, finanzieller und räumlicher Ressourcen nur mäßig gut zu funktionieren. Das österreichische Schulsystem baut auf der Mitarbeit der Eltern auf. Das ist gefährlich, denn wenn die Eltern ihren Kindern nicht helfen können oder wollen, bleiben diese auf der Strecke. Es ist die Frage, ob es sich ein Land wie Österreich auf die Dauer leisten kann, Potenzial zu vergeuden, indem es junge Menschen nicht ausreichend fördert und ausbildet.“


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