Andre Stern & Konrad Zimmermann

Begeistern statt unterrichten

„Kinder sind für die Welt optimiert und wir reißen sie aus dieser heraus, um sie nach unseren Wünschen für die Welt vorzubereiten – das ist doch absurd“. André Stern, Autor, Journalist, Musiker und Gitarrenbauer aus Paris, referierte auf Einladung des Nachhilfeinstituts LernQuadrat in Wien über gänzlich andere Zugänge zum Thema Lernen und Bildung. Es gelte, so der 43-jährige Pariser, die Entwicklung der spontanen Veranlagung des Kindes zu fördern und ihm so viel Vertrauen entgegenzubringen, wie das umgekehrt auch der Fall ist. Stern selbst – vielen aus dem Film „Alphabet“ bekannt – hat nie eine Schule besucht und erzieht auch seinen Sohn entsprechend seinen Überzeugungen.
 
Dünger für das Gehirn
 André Stern plädiert für einen spielerischen, von Zwängen befreiten Zugang zum Lernen, der in unserer Gesellschaft völlig unüblich geworden ist. Spielen und Lernen seien für das Kind Synonyme, und wir unterbrechen das auf brutale Weise. „Wie soll unter diesen Umständen Begeisterung entstehen?“, fragt Stern. Gerade diese Begeisterung sei es aber, die wie ein Dünger für das Gehirn wirke und uns zu genialen Leistungen befähige. Während Kinder diese Begeisterung alle 2-3 Minuten empfinden, passiert dies Erwachsenen höchstens noch 2-3 Mal im Jahr.
 
Stern appelliert „nicht für die Abschaffung der Schule, aber für die Abschaffung der Schulpflicht und für ein Ende der bescheuerten Hierarchien zwischen den Fächern“. Heim-Unterricht sei keine Lösung, da würden Kinder nur die Ängste ihrer Eltern übernehmen. Wir müssen ein Kind überhaupt nicht „unterrichten“, sondern bloß mit Begeisterung mit ihm leben. Kinder seien die geborenen Nachahmer, und die entsprechenden Anlagen wären ohnehin da. „Wer eine Muttersprache lernen kann, für den ist doch alles weitere auch ein Spaziergang“. Vorausgesetzt man lässt ihn…
 
Plädoyer für eine neue Haltung
 Am Herzen liegt dem alternativen Bildungsdenker auch eine neue Haltung dem Kind gegenüber. Er hat dafür den Begriff „Ökologie der Kindheit“ geprägt. „Wir sind programmiert, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Ironische Haltungen von oben herab sollten vermieden werden. Und wir können von Kindern viel lernen, beispielsweise wie man ohne Vorurteile mit offenen Armen und offenem Herzen auf die Menschen zugeht.“ Unter diesen Voraussetzungen seien auch digitale Szenarien keine Bedrohung für die kindliche Entwicklung. „Wenn wir zu Hause und in der Schule eine Welt schaffen, in der das Kind ein Held sein kann, braucht es die virtuelle Welt nicht mehr“, betont Stern, der seine Thesen mit vielen Beispielen aus der Praxis garniert.
 
Von André Sterns fulminantem Vortrag – er wurde mit Standing Ovations verabschiedet – war das zahlreich erschienene Publikum ebenso begeistert wie der Gastgeber, LernQuadrat-Gründer Konrad Zimmermann. „Die Menschen sind verschieden. Wir dürfen sie nicht geradebiegen, sondern müssen sie individuell entwickeln und ihre Begeisterung am Lernen fördern“, so Zimmermann. Genau deshalb, weil man dieses Motto in die Praxis umsetze, sei LernQuadrat-Nachhilfe mit rund 80 Standorten in ganz Österreich auch so erfolgreich.

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