neugeborenes

Neugeborene als Lebensretter

Die Konservierung von Nabelschnurblut unmittelbar nach der Geburt wird von immer mehr Anbietern als mehr oder weniger unverzichtbare  „Lebensversicherung“ beworben. Durch die Weitergabe an Nabelschnurblutbanken kann mit den kostbaren Stammzellen aber auch „fremdes“ Leben gerettet werden.

Am Anfang klingt es nach Science Fiction: Ein Mensch, der heute auf die Welt kommt und Jahre später zum Beispiel an Diabetes erkrankt, soll mit insulinproduzierenden Zellen aus seinem eigenen Nabelschnurblut geheilt werden. Und zwar relativ problemlos. Aber auch Herzfehler, Leukämie, Tumore, Alzheimer, Parkinson, Knochen- und Knorpelschäden sowie Störungen des Immunsystems sollen erfolgreich mit den unmittelbar nach der Geburt aus der Nabelschnur entnommenen Stammzellen geheilt werden können. Das ist aber noch nicht alles: Etwa um das Jahr 2020 soll die Wissenschaft laut Prognosen – unter anderem erstellt durch die so genannte „Delphi-Studie“ – soweit sein, mittels Stammzellen zerstörte Nervenfasern zu regenerieren. Das bedeutet,dass man dann auch (unvollständige) Querschnittslähmungen heilen könnte.

Die besten Stammzellen sind in der Nabelschnur

Grundsätzlich ist die Behandlung von Krankheiten mit Stammzellen – zum Beispiel aus Knochenmarkspenden – nicht wirklich etwas Neues: Jährlich werden in Europa etwa 20.000 Stammzellentransplantationen durchgeführt. Besonderes Potenzial haben dabei aber Stammzellen, die direkt nach der Geburt schmerzfrei, risikolos und ethisch unbedenklich aus der Nabelschnur entnommen werden, weil sie teilungsfähiger, vitaler und reiner sind als andere Stammzellen. Das Blut, das nach der Entbindung in der Nabelschnur zurückbleibt und früher in der Regel mit dem Klinikmüll „entsorgt“ wurde, kann aber nicht nur den „Spendern“ selbst, sondern auch Verwandten oder fremden Personen das Leben retten.

Die Stammzellen auf die Bank bringen

Der Großteil der Behandlung wird bis dato noch mit „fremdem Nabelschnurblut“, beispielsweise aus Nabelschnurblutbanken, durchgeführt. Das funktioniert meist so, dass Schwangere von ihrer Klinik vor der Geburt gefragt werden, ob sie mit einer Spende des Nabelschnurblutes aus der Plazenta einverstanden sind. Wenn das der Fall ist, wird das Blut aus der Nabelschnur entnommen und in eine Nabelschnurbank gebracht. Zahlreiche Beispiele belegen hier die Wirksamkeit von Nabelschnurblut im Kampf gegen Leukämie, Tumore & Co. Die „autologe“ Methode, bei der das Blut eher für den  Spender selbst gedacht ist, ist relativ neu, weshalb es keine aussagekräftigen Statistiken über Erfolge oder Misserfolge gibt. Manche Experten zweifeln die Wirksamkeit dieser Methode an, andere meinen: Es wäre schade, diese wertvollen Zellen zu verwerfen, die ja innerhalb der Familie besonders effektiv
einsetzbar sind, zudem spreche – außer möglicherweise der Kostenfrage – nichts dagegen.

Eine potentielle Lebensversicherung kostet Geld

Etwa 1.500 bis 2000 Euro für Aufbereitung, Qualitätskontrolle und Aufbewahrung für die ersten fünf Jahre, plus 50 bis 100 Euro für das Abnahmeset. Diese Summen muss man in etwa ausgeben, wenn man nach der Geburt das Nabelschnurblut seines Babys als „Lebensversicherung“ bei einem darauf spezialisierten Unternehmen deponieren möchte. Das Abnahmeset ist in Apotheken erhältlich, und muss – nach Absprache mit dem Haus- Gynäkologen sowie dem Team in der Entbindungs- Klinik – zur Geburt mitgebracht werden. Nach der Abnahme im Kreißsaal muss nur noch der Transportdienst gerufen
werden, innerhalb von 24 bis 48 Stunden werden die wertvollen Zellen dann aufbereitet, überprüft und sicher aufbewahrt. Bleibt die Frage: Gibt es  werdende Eltern, denen Experten die Entnahme der Nabelschnurblut-Stammzellen für „autologe“ Zwecke besonders empfehlen?

Vorsorge für die ganze Familie

„Wenn es eine extreme Häufung von Krebserkrankungen und vererbten Stoffwechselerkrankungen innerhalb der Familie gibt, sollte die Entnahme von Nabelschnurblut-Stammzellen erfolgen, weil diese für das Kind selbst oder für Geschwister verwendet werden können,“ meint Universitätsprofessor Dr. Gottfried Dohr, Vorstand am Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie an der Medizinischen Universität Graz. „Auch wenn ein Geschwisterkind
eine Krebs- oder Tumorerkrankung hat, könnten die Nabelschnurblut- Stammzellen eines Neugeborenen eingesetzt werden. Es ist ein Kapital, das man für die Zukunft anlegt, mit dem Risiko, dass man es nie braucht. Und dann kann man es ja immer noch an eine Fremdspenderbank weitergeben, damit andere davon profitieren können.“

„Stammzellen werden vor allem bei vererbten Stoffwechselerkrankungen, bei Bluterkrankungen wie Leukämien und einer Reihe von Erkrankungen des hämatologischen Systems eingesetzt. Aber auch bei bösartigen Tumoren, wenn durch Chemotherapien das Knochenmark des Patienten zerstört wurde, kann man durch Nabelschnurblut das Knochenmark wieder aufbauen.“ Universitätsprofessor Dr. Gottfried Dohr, Vorstand am Institut für Zellbiologie,
Histologie und Embryologie an der Medizinischen Universität Graz

Wohin mit dem Nabelschnur-Blut nach der Geburt?

Im Prinzip haben frischgebackene Eltern drei Möglichkeiten, das Nabelschnur-Blut ihres Babys zu nützen, anstatt es mit dem Klinikmüll entsorgen zu lassen: Man kann das Blut für sein eigenes Kind aufbewahren (autologe Methode), einer Nabelschnurblut-Bank spenden, oder der Forschung zur Verfügung stellen (z. B. kauft die kosmetische Industrie gegen ein geringes Entgelt fallweise Nabelschnurblut).

Der Internationale Austausch von Nabelschnurblut

Weltweit gibt es so genannte „Nabelschnurblut“- Banken für Nabelschnur-Stammzellen, die nicht vom Patienten selbst stammen. Die Banken sind untereinander vernetzt, zwischen europäischen Banken und US-Banken vermittelt die internationale Ärzte-Organisation EUROCORD Transplant. Den Patienten kann es grundsätzlich egal sein, woher die Nabelschnurblut-Stammzellen kommen – wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist, dass bestimmte Übereinstimmungen zwischen Empfänger und Spender gegeben sind.

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